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HSG Mörlen mit magischem Dreieck zum Aufstieg

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Dirigent der Mörler Mannschaft: Marco Boller (am Ball), hier gegen Nieder-Florstadts Sebastian Scholz.
Dirigent der Mörler Mannschaft: Marco Boller (am Ball), hier gegen Nieder-Florstadts Sebastian Scholz. © Andreas Chuc

(hep) Vor einem Jahr war ganz Handball-Mörlen in Trauer. Abstieg aus der Bezirksoberliga, vor der Brust eine schwere Saison in der Bezirksliga A. In dieser musste die HSG bis nach dem letzten Spieltag zittern, ehe der direkte Wiederaufstieg feststand.

Nachdem am Ende der Spielzeit 2012/13 für die Mörler Spielgemeinschaft der Abstieg aus der Handball-Bezirksoberliga besiegelt war, hielten sich die Verantwortlichen nicht lange damit auf, diesen Umstand zu bedauern. Praktisch mit dem Abpfiff des letzten Spiels wurde das Projekt Wiederaufstieg in Angriff genommen. Nach eigenem Selbstverständnis gehört ein Verein wie die HSG einfach in die Renommierklasse des Bezirks. »Das sind wir alleine schon unserer Jugendarbeit schuldig«, erklärt der 1. Vorsitzende Siggi Bläsche. »Die über zehn Jugendmannschaften und unzähligen Mini- und Purzelgruppen brauchen im Aktivenbereich eine Plattform, zu der sie aufschauen und zu der ihr Weg hinführen soll«. Fast genau ein Jahr später war das Kapitel Bezirksliga A wieder beendet. Mörlen steigt als Tabellenzweiter in die Bezirksoberliga auf.

Eine große Analyse, weshalb der Weg in die A-Klasse angetreten wurde, war nicht nötig. Die Gründe waren zu offensichtlich. Da war einmal das Trainerroulette, das nach dem Weggang von Erfolgscoach Sven Tauber einsetzte. Dazu kam eine Schwäche auf den Schlüsselpositionen Spielmacher und Torwart. Das Trainerproblem war bereits gelöst. Mit Gunnar Ruddat, der im Oktober 2012 seinen Dienst in Mörlen antrat, den Abstieg aber nicht mehr verhindern konnte, war der richtige Mann gefunden. »Mit Gunnar ist wieder Ruhe auf der Trainerbank eingekehrt. Der Wohlfühlfaktor und die Leistungsbereitschaft, die in der Mannschaft herrschen, erkennt man an der guten Trainingsbeteiligung«, lobt Bläsche seinen Trainer.

Trainingsbeteiligung enorm hoch

Nachdem die Mannschaft nach dem Abstieg signalisierte, zusammenzubleiben, kamen in der Sommerpause wichtige Zugänge hinzu. Mit Tobias Kassebaum war der Torhüter gefunden, der in die großen Fußstapfen der Vorgänger Brauburger, Rack, Geffert und Langer treten konnte. Marco Boller war dazu auserkoren, im Herbst seiner Karriere die Mannschaft zu führen und speziell in den kritischen Phasen dafür zu sorgen, dass Ruhe und Übersicht nicht verloren gehen.

Beide erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen über alle Maßen. Sie sorgten auch dafür, dass junge Spieler an ihrer Seite reifen konnten. Beispielhaft seien hier Torwart Kai Steinacker und die Feldspieler Max Breitenfelder, Sebastian Bischof, Bernhard Dietz und Julian Falk genannt. Einer der diesen Status bereits erreicht hat, ist Johannes Möbs. Endlich stellt er sein Talent Woche für Woche unter Beweis. Gemeinsam mit seinem Bruder Philipp, dem Kapitän und Torjäger, bildet er einen wichtigen Mosaikstein im HSG-Gebilde.

Mit einer harten und sehr guten Vorbereitung wurde der Grundstein für eine erfolgreiche Spielzeit 2013/2014 gelegt. »Die Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung, aber auch während der gesamten Runde, ist vorbildlich und sucht seinesgleichen, wenn man sich umhört«, bewertet Männerwart Christian Langer diesen Umstand. Das eigene Turnier, das die HSG mit einem Finalsieg gegen den Landesligist Petterweil gewann, deutete bereits den Weg in die richtige Richtung an. Dennoch hatte sich die HSG das denkbar schlechteste Jahr für einen Aufstieg ausgesucht. Lollar rüstete auf, Kleenheim erklärte als Saisonziel die Vizemeisterschaft und die Platzhirsche der A-Klasse – Gettenau, Pohlheim II und Dutenhofen/Münchholzhausen III – hatten auch ihre eigenen Ambitionen.

Es musste also eine perfekte Saison her, ohne Verletzungsprobleme und Sperren. Und in der Tat war dies die abgelaufene Saison für die HSG – fast.

Der Meistertitel wurde mit den Niederlagen gegen Lollar (33:34) und in Kleenheim (31:33) verspielt. Der Aussetzer in Gettenau (26:28) bedeutet fast schon das Ende aller Träume. Mit sechs Minuspunkten wurde die Hinrunde hinter Lollar und Kleenheim beendet. Aber in Mörlen wurde mit Ruhe und Besonnenheit weiter gearbeitet. Hier hat man offensichtlich aus den zurückliegenden, hektischen Jahren gelernt. Mit einer bärenstarken Rückrunde, in der nur noch ein einziger Punkt (26:26 in Pohlheim) abgegeben wurde, war der zweite Platz erreicht – mit einem Sieg gegen die ansonsten verlustpunktfreien Lollarer und den besseren direkten Vergleich gegen jeden Konkurrenten. »Schön, dass wir die weiße Weste des Meisters beschmutzen konnten«, schmunzelt Christian Langer über den furiosen Sieg in der Lollarer Festung.

Rechenspiele und intaktes Umfeld

Bis über das Rundenende hinaus hielten dann diverse Rechenspiele die HSG-Gemeinde in Atem. Erst nach dem letzten Spiel in der Landesliga mit dem glücklichen Ende für Griedel stand fest, dass Mörlen aufsteigen wird. »Entscheidend für den Aufstieg war Gunnars Trainingsarbeit und seine Übersicht in den Spielen«, erklären Bläsche und Langer einvernehmlich. Bestätigt werden ihre Aussagen mit Blick auf die vielen taktischen Maßnahmen während der Spiele und die in Mörlen fast schon übliche, hohe Trainingsbeteiligung. Beide sehen den Aufstieg als wichtigen Schritt für die Entwicklung der immer noch jungen Mannschaft.

»Sicherlich werden die Herausforderungen in der BOL solche sein, an denen es sich für uns zu messen gilt. Aber wenn wir in dieser Liga zu Hause sein wollen, müssen wir uns erfolgreich stellen«, sagt Langer. Bis auf Max Ungerwetter, der seine Karriere beendet, bleibt die Mannschaft zusammen. Auf der Wunschliste steht ein erfahrener Spielmacher, der ihn ersetzen soll. Als einen ungemein wichtigen Aspekt für den Handballsport in Mörlen nennt Bläsche das intakte Umfeld. »Unsere Anhänger haben uns nach dem Abstieg nie im Stich gelassen«.

Folgende Spieler hat die HSG Mörlen eingesetzt (Tore/Siebenmeter):

Tobias Kassebaum (TW)

Kai Steinacker (TW)

Max Ungerwetter 31/11

Christian Birkenstock 3

Phlipp Möbs 169/11

Sebastian Bischof 88

Simon Dönges 38

Christian Cisek 13

Sebastian Dietz 80/23

Daniel Birkenstock 31

Jascha Stolte 2

Marco Boller 134/32

Johannes Möbs 81/1

Max Breitenfelder 8

Bernhard Dietz 30/1

Julian Falk 14

Alexander Löwe 4

Marek Poltrum 1

Tobias Becker

Tim Brauburger 1

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