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»Mit mir hat keiner gesprochen«

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Obwohl es für den KSV Klein-Karben am Freitagabend im vorletzten Heimspiel der Saison 2008/2009 gegen Rot-Weiß Frankfurt nur zu einem 1:1-Unentschieden reichte, dürfen sich die Mustafic-Schützlinge schon jetzt auf eine weitere Spielrunde im hessischen Fußball-Oberhaus einrichten. Mit bereits 44 Zählern auf dem Habenkonto und bei nur noch drei ausstehenden Begegnungen sollte eigentlich nichts mehr schief gehen in puncto Klassenerhalt, zumal es sehr wahrscheinlich nur drei Direktabsteiger geben wird.

Auch ohne die gesperrten Defensiv-Spezialisten Emre Yasaroglu und Kevin Simmons sowie die zunächst auf der Ersatzbank schmorenden Mittelfeld-Akteure Jens Paetzold und Amir Mustafic präsentierte sich der KSV gegen die Rot-Weißen aus der Main-Metropole in sehr ansprechender Form. Einzig und allein bei der Verwertung der hochkarätigen Tormöglichkeiten ließen die Platzherren einige Wünsche offen, wobei sich insbesondere die ansonsten überragenden Offensiv-Kräfte Salvatore Bari und Florian Decise in negativer Hinsicht hervortaten. Aus einem Team ohne schwachen Punkt taten sich außerdem Selim Aljusevic und Kerem Kaya als nimmermüde Antreiber sowie die bis auf wenige Ausnahmen sehr sichere Klein-Karbener Hintermannschaft, allen voran die beiden Innenverteidiger Patrick Kraus und Patric Domta Noumsi, positiv hervor.

Die Gäste stellten sich auf dem Günter-Reutzel-Sportfeld nach dem Trainerwechsel Ignjac Kresic für Andreas Baumbach zwar in aufsteigender Form vor, es fehlte ihnen allerdings im Sturm ein echter Vollstrecker, weshalb sie mit ihrem Latein an der Strafraumgrenze meist am Ende waren. Für den Klein-Karbner Coach Amir Mustafic gab es in der Pressekonferenz keinerlei Grund, mit dem Remis mit seinem Team zu hadern.

»Ich bin sehr stolz auf die Leistungen meiner Spieler in den vergangenen Wochen. Die Truppe hat großen Respekt und Anerkennung verdient. Nach einer gewissen Anlaufzeit haben wir heute Abend den Ball wieder hervorragend laufen lassen und auch in der Abwehr kaum Chancen des Gegners zugelassen. Leider wurde versäumt, den Sack frühzeitig zuzumachen, so dass wir uns letzten Endes mit einem Remis zufrieden geben mussten«, zog Mustafic ein insgesamt positives Resümee.

Trotzdem präsentierte sich der Spielertrainer der Klein-Karbener Hessenliga-Kicker am Freitagabend angefressen, was auch seinen triftigen Grund hatte. Auf die Frage nach seiner weiteren Zukunft in Klein-Karben reagierte Mustafic während der Pressekonferenz im KSV-Vereinsheim sichtlich verärgert. »Ich finde es ganz schwach von meinem Verein, dass man mit mir noch kein einziges Wort darüber gesprochen hat, wie und ob es mit meiner Person zukünftig weitergeht.« Keiner der Anwesenden, darunter auch Werbepartner sowie sowie der Ehrenvorsitzende des Sportkreises Wetterau, Rolf Lutz, konnte sich auf die Aussage von Mustafic einen richtigen Reim machen. »Unsere Planungen können erst jetzt, nachdem der Klassenerhalt zu 80 Prozent perfekt ist, richtig vorangetrieben werden.

Wir sind derzeit dabei, den finanziellen Rahmen für die neue Saison abzustecken und mit dem aktuellen Spielerstamm und eventuellen Neuzugängen Gespräche zu führen. Auch mit Amir Mustafic werden wir uns in den nächsten Tagen noch unterhalten«, meinte der stellvertretende Klein-Karbener Fußball-Chef Axel Jörg als Moderator der Pressekonferenz zu den drängenden Fragen nach der sportlichen Zukunft des KSV Klein-Karben.

Bis auf die Vertragsverlängerung der Spieler Patrick Kraus und Filmon Ghebrizghi sowie dem Nachrücken einiger talentierter Nachwuchsspieler in den Seniorenkader konnte Axel Jörg seitens des Vereins am Freitag keine weiteren Erfolgsmeldungen abliefern.

Nicht zu erfahren war am Freitagabend, ob der Verein weiter mit Amir Mustafic plant. Zweifel seitens der Klein-Karbener Fans sind auf jeden Fall angebracht, zumal die Zeit drängt. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie es die nächste Saison in personeller Hinsicht beim KSV weitergeht und vor allem, welchen Trainer und welche Neuzugänge der Sportliche Leiter Peter Rübenach wieder aus dem Hut zaubern wird. Bernd Hofmann

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