Ein seltener Moment gegen die wohl beste deutsche Mannschaft: Der Frankfurter Michael Kessens (Mitte) schnappt sich gegen die versammelte Mannschaft des FC Bayern München den Rebound. Am Ende verlieren die Skyliners trotz Halbzeitführung ihr Heimspiel vor leeren Rängen deutlich. FOTO: KESSLER
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Ein seltener Moment gegen die wohl beste deutsche Mannschaft: Der Frankfurter Michael Kessens (Mitte) schnappt sich gegen die versammelte Mannschaft des FC Bayern München den Rebound. Am Ende verlieren die Skyliners trotz Halbzeitführung ihr Heimspiel vor leeren Rängen deutlich. FOTO: KESSLER

Nur 20 Minuten auf Augenhöhe

  • vonred Redaktion
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(tim). Für Jon Axel Gudmundsson fühlte sich die zweite Halbzeit gegen den FC Bayern München an wie die erste Hälfte vergangene Woche gegen Alba Berlin. "Sie haben jeden unserer Fehler bestraft", sagte der isländische Guard der Fraport Skyliners Frankfurt nach der 52:75-Niederlage gegen den Euroleague-Teilnehmer am Sonntagnachmittag. "Wir müssen es 40 Minuten aufs Parkett bringen", befand der 24-Jährige, der mit elf Zählern bester Frankfurter Schütze war, - was gegen die zwei mit Abstand besten Teams der Basketball-Bundesliga (BBL) sehr schwer ist, vor allem wenn die eigenen Fans fehlen.

Beim ersten Heimspiel seit 278 Tagen in der Frankfurter Ballsporthalle durften am Sonntagnachmittag handverlesene 66 Personen dabei sein, die nicht zu den Teams gehörten. "Es ist ungewohnt, aber wenn es das Einzige ist, worüber wir uns derzeit Sorgen machen müssen, nehmen wir das hin", sagte Konstantin Konga. Der Skyliners-Spielmacher stand nach seiner Sprunggelenksverletzung genauso wie der von einer Zerrung genesene Matt Mobley im Kader. Nur der belgische Aufbauspieler Emmanuel Lecomte fehlte wegen Oberschenkelproblemen.

Wenige Rebounds, viele Fouls

Die Skyliners knüpften nach der guten zweiten Hälfte in Berlin, wo die Hessen einen 25:0-Lauf hinlegten, an die Leistung an. Sie waren 20 Minuten auf Augenhöhe mit den Bayern, gingen sogar mit einer 34:28-Führung in die Kabine. Einziges Problem waren die zugelassenen Offensivrebounds und die vielen Fouls. "Ich bin stolz auf die erste Halbzeit. Die Intensität war super und das Zusammenspiel auf einem sehr guten Weg", analysierte der Frankfurter Cheftrainer Sebastian Gleim hinterher.

Mit Beginn des dritten Viertels zogen die Münchener jedoch die Zügel an und bekamen das Spiel unter Kontrolle. "Wir waren defensiv nicht mehr so präsent und haben den Ball nicht gut bewegt", befand Konga. Darunter litt das Offensivspiel der Hessen, die am Ende lediglich sechs Assists aufweisen konnten. Konga musste schon sechs Minuten vor Spielende das Parkett verlassen, weil er sich das fünfte Foul eingehandelt hatte. Über die Schiedsrichter wollte er sich im Anschluss lieber nicht auslassen, sagte nur: "Du kannst halt irgendwann nicht mehr mit so viel Intensität spielen, wenn du alles abgepfiffen bekommst und es auf der anderen Seite nicht so ist."

Gleim fühlt sich ungleich behandelt

Gleim beklagte eine Ungleichbehandlung der Trainer. Während Bayern-Coach Andrea Trinchieri trotz einiger Tiraden ungestraft davonkam, handelte sich Gleim ein technisches Foul ein. "Ein junger deutscher Trainer wird anders behandelt", meinte der 36-Jährige. "Einige Sachen werden verwarnt und bestraft, bei anderen wird weggehört." Die vielen Pfiffe seien zwar nicht ausschlaggebend für die Niederlage gewesen, aber dadurch habe sein Team schon an Rhythmus verloren.

Gleim hofft jetzt auf eine Trainingswoche mit der kompletten Mannschaft, um sich ordentlich auf die Partie gegen Oldenburg vorbereiten zu können. Denn nach der einwöchigen Quarantäne vor dem Spiel gegen Alba Berlin war es so, "als hätte man uns den Stecker gezogen", erklärte der Frankfurter Trainer. Das sei schade, betreffe andererseits aber alle Teams in der Liga.

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