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Teambetreuerin Tina Diemer registriert jeden Spieler, fragt mögliche Symptome für eine Coronainfektion ab und desinfiziert allen die Hände.

Re-Start des Trainingsbetriebs

Mindestabstand, Desinfektion, Kopfballverbot - So läuft ein Fußballtraining mit Corona-Auflagen wirklich

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Als eines der ersten Teams im Fußballkreis Friedberg hat der TSV Rödgen wieder das Training aufgenommen - natürlich unter den besonderen Auflagen des Verbandes. Das Feedback ist positiv.

Endlich wieder Fußball! Endlich wieder die Teamkollegen sehen und vor allem endlich wieder auf dem Platz den Ball treten. Der TSV Rödgen, künftig als FC Ajax Rödgen im Spielbetrieb der Fußball-Kreisliga B Friedberg, Gruppe 1, heimisch, hat am Mittwochabend als einer der ersten Vereine im Fußballkreis Friedberg wieder den Trainingsbetrieb aufgenommen - nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen der Landesregierung Ende vergangener Woche und unter Beachtung der diesbezüglichen Empfehlungen des Hessischen Fußballverbandes.

Viele Stunden Aufwand für 90 Minuten Training

Der Aufwand:immens. Trainer Stefan Hiecke, der gemeinsam mit seiner zukünftigen Frau Tina Diemer, die als Betreuerin ohnehin fester Bestandteil im Spiel- und Trainingsbetrieb der Bad Nauheimer Stadtteilkicker ist, haben rund zwei Stunden Vor- und eine Stunde Nachbereitung in die 90-minütige Einheit auf dem Kunstrasenplatz in Rödgen investiert - zusätzlich zur inhaltlichen Vorbereitung auf die Einheit unter Beachtung der Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen. "Trotzdem werde ich das weiterbetreiben, einfach weil ich extrem fußballverrückt bin", sagt der Coach, der im Sommer bereits in sein fünftes Jahr als Rödgener Trainer geht. "Für Leute, die den Sport, den Verein und vor allem den Fußball lieben, macht man das gerne."

Ihm sei aber auch bewusst, dass nicht alle Anlagen in der Region für die Verwirklichung derartiger Auflagen geeignet sind. Der Rödgener Platz habe durch seine Ortsrandlage, die Möglichkeit zur Einrichtung eines separaten Ein- und Ausgangs sowie deren Verschließbarkeit enorme Vorteile.

Kein Zutritt für interessierte Zaungäste

Das Vorgehen:Die Spieler hätten sich vorher anmelden müssen, seien dann einzeln und bereits umgezogen angereist, ehe sie beim Betreten des Sportplatzes auf Symptome abgefragt wurden und ihre Hände desinfizieren mussten. Unterdessen hat Hiecke die Trainingsutensilien gereinigt und auf dem Feld verteilt. Nach einer Begrüßungsansprache ging es an Übungen zum Pass- und Flankenspiel und im Torabschluss - immer unter der Wahrung der Abstände, des Verbots von Kopfbällen und Einwürfen sowie der Vorgabe, zu jeder Zeit mit maximal zehn Spielern in einer Platzhälfte zu sein. Nach dem Training hätten alle Spieler nacheinander den Platz verlassen und sich zu Hause duschen und umziehen müssen. Während des Trainings sei der Platz - trotz einiger neugieriger Zaungäste - abgeschlossen worden.

"Es lief super. Die Jungs haben sich alle sehr gut an die Vorgaben gehalten. Einer hatte sich im Vorfeld mit Erkältungssymptomen abgemeldet, ein anderer musste sich spontan im Feld umziehen, aber das war kein Problem. Man hat gemerkt, dass die Spieler einfach froh waren, wieder etwas Abstand vom Alltag zu bekommen. Es war zwar etwas ungewohnt, aber dennoch sehr positiv", fasst Hiecke am Tag danach zufrieden zusammen.

Hoffnung auf weitere Lockerungen

Die Hoffnung:Bei Einhaltung der Vorschriften und weiter sinkender Infektionszahlen könnten schon bald weitere Lockerungen kommen. Doch selbst ohne diese will Hiecke trotz des großen Aufwands weitermachen - auch weil 13 Spieler, die ebenfalls mitmachen wollten, am Mittwoch nicht zum Zug gekommen waren - 20 Personen waren das Maximum. Sein Antrieb: Er fürchtet, dass durch die lange Pause einige Spieler "den Bezug zum Fußball" verlieren. Das will er unbedingt verhindern: "Ich will den Leuten eine Plattform für ihr Hobby geben - allerdings mit dem deutlichen Signal, die Sache ernstzunehmen. Mehr Abstand bedeutet für uns aktuell mehr Miteinander. Daher kann ich nur jedem Trainer empfehlen, sich die Zeit zu nehmen. Damit tut er seinem Verein etwas Gutes."

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