1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Miller macht den Traum wahr

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Mission erfüllt: Trainer Frank Carnevale hat den EC Bad Nauheim zur Oberliga-Meisterschaft geführt. Mit 3:2 (1:1, 1:1, 0:0/1:0) gewannen die Roten Teufel am Sonntag bei den Kassel Huskies das ultimative fünfte Playoff-Finale.

Wieder sollten die regulären 60 Minuten nicht ausreichen, um einen Sieger zu ermitteln. Nach 9:02 Minuten der Verlängerung erzielte Brad Miller den Siegtreffer der Gäste aus der Wetterau. Zuvor hatten die Kassel Huskies, die während der gesamten Saison nur eine Partie zu Hause verloren hatten, neun Heimspiele in Folge in der Verlängerung gewonnen.

Die Anfangsphase gehörte wie schon am Freitag den Kassel Huskies, in deren Reihen Ex-Teufel Tobias Schwab diesmal wieder mitmischen durfte (für ihn saß Danny Reiß als überzähliger Ü21-Spieler auf der Tribüne - bei Bad Nauheim pausierte erneut Aaron Reckers). Druckvoll kreisten die Schlittenhunde im Spiel Fünf-gegen-Fünf um das Tor von RT-Keeper Thomas Ower. Die erste Powerplay-Möglichkeit hatte Bad Nauheim (7.). Und in Überzahl hatten die Roten Teufel bis dato bekanntlich acht ihrer 14 Final-Treffer erzielt. Im eigenen Drittel ließ sich Daniel Ketter allerdings den Puck von Manuel Klinge abluchsen, und vor dem Tor zeigte sich Michi Christ hellwach und staubte in Unterzahl zur Führung der Huskies ab (8.

). Stehende Ovationen begleiteten die Hausherren durch die folgenden Minuten. Die Roten Teufel taten sich schwer, in der Offensive Akzente zu setzen, wenngleich Benjamin Finkenrath im Tor der Gastgeber immer wieder Nachschüsse gewährte. Einen solchen Rebound drückte Tim May zum Ausgleich über die Linie (16.).

Mit dem zweiten Abschnitt bekamen die Roten Teufel die Angriffsbemühungen der Nordhessen besser in den Griff, stoppten die Huskies-Offensive meist fern des eigenen Tores und lauerten geduldig auf ihre Chancen, die sich durchaus ergaben. Sven Schlicht lupfte über statt unter die Latte (25.), später suchte Daniel Oppolzer nach einem Konter zu lange nach der Lücke, die ihm Finkenrath nicht lassen wollte (33.) und schließlich war Michel Maaßen beim Zwei-gegen-eins-Konter schneller als der Puck, den er dann verlor (35.). Die mitunter schon provokant-stoische Ruhe von Chris Stanley sollte den Führungstreffer der Gäste einleiten. Josiah Anderson brachte den x-ten Nachschuss irgendwie über die Linie (35.

). Aber: Auf der Gegenseite wusste sich Marius Pöpel nach einem Puckverlust nur mit einem Foul zu helfen, und als Brad Miller nur auf Kosten einer weiteren Strafzeit klären könnte, war der Ausgleich in doppelter Huskies-Überzahl nur eine Frage der Zeit. Michi Christ konnte sich schließlich die Ecke aussuchen (37.).

Das letzte Drittel war – wie nicht anders zu erwarten – ein Kampf auf Biegen und Brechen, eine Frage von Willen und Kraft. Erstaunlich: Die Huskies wirkten spritziger, forcierten die Entscheidungsfindung in der regulären Spielzeit und setzten Bad Nauheim gehörig unter Druck, wobei Thomas Ower eine sogenannte Hundertprozentige von Sven Valeni entschärfen konnte. Längst standen die Zuschauer auf ihren Plätzen – bis die Sirene nach 60 Minute eine erneute Verlängerung ankündigen sollte.

Kassel Huskies: Finkenrath – Valenti, Alexander Heinrich, Engel, Willaschek, Loboda, Glusanok – Klinge, Sikora, Christ, Snetsinger, Doyle, Kostyrev, Schwab, Albrecht, Kreuzer.

EC Bad Nauheim: Ower – Ketter, Miller, Baum, Schreiber, Pöpel, Pietsch - Strauch, Stanley, Anderson, Rinke, Lange, Oppolzer, Schlicht, May, Maaßen, Huhn, Striepeke.

Tore: 1:0 (8.) Christ (Klinge – 4-5), 1:1 (16.) May (Pöpel), 1:2 (35.) Anderson (Pietsch, Strauch), 2:2 (37.) Christ (Snetsinger, Valenti - 5-3), 2:3 (70.) Miller (Schreiber).

Strafminuten: Kassel 4, Bad Nauheim 12. – Zuschauer: 6100.

Auch interessant

Kommentare