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Michael Götz: »Bereue meine Entscheidung nicht«

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(jms) Seit dem vergangenen Sommer ist Michael Götz Trainer beim Fußball-Verbandsligisten SG Anspach. Zuvor hatte der A-Lizenzinhaber, der in Rosbach wohnt, vier Jahre lang beim SV Nieder-Weisel gearbeitet – und das sehr erfolgreich. Im WZ-Interview erzählt der ehemalige Jugendtrainer der Offenbacher Kickers und Eintracht-Anhänger, wo die Unterschiede zwischen Anspach und Nieder-Weisel liegen.

Michael Götz, in Nieder-Weisel vermisst man Sie. Dort behauptet man auch, dass Ihr Trainerleben im Butzbacher Stadtteilklub wesentlich leichter war. Sehen Sie das auch so?

Michael Götz: Also immer, wenn ich mit dieser Aussage konfrontiert worden bin, habe ich es bejaht. Wenn ich aber genauer darüber nachdenke muss ich sagen, dass es in Nieder-Weisel auch nicht immer einfach war. Da gab es auch Kritiker. Hier sind es vielleicht ein bisschen mehr. Diese Sache mit den 80 Millionen Bundestrainern, die es in Deutschland gibt – da ist schon was dran.

Die Zeit in Nieder-Weisel war aber dennoch – so sah es von außen aus – von Harmonie und Erfolgen geprägt. Vermissen Sie das nicht ein bisschen?

Götz: Wir hatten zwischen den Jahren ein Hallenturnier in Anspach, der SV Nieder-Weisel war dort auch dabei. Es war wirklich sehr schön, die Leute mal wieder zu sehen. Ich hatte aber im Frühjahr die Entscheidung getroffen, etwas Neues zu machen. Und dies bereue ich nicht. Die Zeit in Nieder-Weisel war sehr schön.

Nun sind beim SV Nieder-Weisel härtere Zeiten angebrochen.

Götz: Das stimmt. Es läuft nicht so gut. Ich hoffe, dass sie da unten rauskommen und den Klassenerhalt schaffen.

Das muss auch Ihr Ziel bei der SG Anspach sein. Denn bisher stehen Sie nur auf dem 15. Tabellenplatz.

Götz: Es ist sehr schwierig. Aber ich muss sagen, dass dies vielleicht nicht so überraschend kommt. In der vergangenen Saison hat die SG den Klassenerhalt erst in der Saison-Schlussphase geschafft. Viele haben dann gehofft, es würde besser. Aber das geht auch ein bisschen an der Realität vorbei.

Mit Renato Levy spielt ein erfahrener Topspieler in Ihren Reihen. Liegt darin auch der Unterschied zu Nieder-Weisel?

Götz: Sicher. In Anspach wird Geld bezahlt, hier hängen 70 Banden am Sportplatz und die Sponsoren sind da. Das Medienaufkommen ist auch wesentlich größer und intensiver. Ein Spieler wie Renato, der für die Frankfurter Eintracht immerhin sechs Zweitligaspiele gemacht hat, ist da finanziell möglich. In Nieder-Weisel wurde in erster Linie auf Spieler aus der eigenen Jugend oder aus dem Umland Wert gelegt. Letztere hatten dann aber zunächst unterklassig gespielt.«

In Anspach gibt es eine Wetterauer Riege.

Götz: Ja, mit Malte Strothmann (früher VfB Friedberg), Ferdijan Idic (FCO Fauerbach) und Gökhan Kocatürk (Klein-Karben, Nieder-Weisel) kommen gleich drei Spieler aus Friedberg.

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