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Meyerhöfer: Ein fester Baustein

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Marco Meyerhöfer trifft mit dem 1. FC Saarbrücken auf Kickers Würzburg.
Marco Meyerhöfer trifft mit dem 1. FC Saarbrücken auf Kickers Würzburg. © Red

(mn) Meyerhöfer. In Burg-Gräfenrode steht dieser Name für Fußball. Berthold, der Vater, einst selbst für die FSG am Ball, ist heute Vorsitzender des A-Ligisten, in dessen Reihen Cousin Raphael stürmt. Schwester Melanie ist Torjägerin der B-Liga-Frauen und Marco selbst spielt mit dem 1. FC Saarbrücken um den Aufstieg in die 3. Liga.

Der ehemalige Bundesliga-Klub trifft als Zweiter der Regionalliga Südwest auf Kickers Würzburg, den Meister der Regionalliga Bayern. »Die Chancen stehen 50:50. Würzburg ist sicher nicht ohne Grund Meister geworden«, sagt Marco Mayerhöfer, der in seinem ersten Seniorenjahr seit Rückrundenbeginn zum Stammpersonal zählt und seinen Jahresvertrag bereits Ende Januar bis Juni 2017 verlängert hat. »Ich fühle mich hier sehr wohl. Das Umfeld, das Team, die Stadt. Das passt einfach«, sagt der 19-Jährige im Gespräch mit der WZ-Sportredaktion. 16 Mal stand der Rechtsverteidiger in der Start-Elf, 31 Mal im Aufgebot und kommt auf 1264 Minuten Einsatzzeit, zuletzt als Rechtsfuß ganz links in der Viererkette.

»Marco hat deutlich gezeigt, dass er sehr gute physische und fußballerische Qualitäten besitzt, aber auch die Einstellung mitbringt, um sich im Profifußball durchzusetzen. Ich bin überzeugt, dass er in Zukunft ein fester Baustein in unserer Mannschaft werden kann«, sagt FC-Trainer Fuat Kilic.

Im Sommer 2014, als Eintracht Frankfurt, bei denen der Wetterauer Bub ab der U12 sämtliche Nachwuchsmannschaften durchlaufen hatte, angesichts fehlender U23 keine Perspektive mehr bot, hatte der 1,78 Meter große Defensivspieler beim FCS vorgespielt und überzeugt. »Anfangs ist’s natürlich eine Umstellung zum Seniorenbereich. Aber daran gewöhnt man sich«, sagt Meyerhöfer, der erstmals eine eigene Wohnung bezogen hat. An trainingsfreien Tagen fährt der gebürtige Bad Homburger aber auch gerne die rund 200 Kilometer nach Hause, besucht Familie und Freunde.

Meyerhöfer ist bodenständig - und realistisch zugleich. Ein, zwei Jahre Zeit will er sich als Fußball-Profi nun geben, »und dann schauen wir einmal weiter.« Hin und wieder schnuppert Meyerhöfer, der im Vorjahr die Abiturprüfung erfolgreich abgelegt hat, in der Universität rein, besucht Kurse, um seine Interessen auszuloten, denn »auf den Fußball alleine kann und will ich mich nicht verlassen.«

Auf dem Platz ist Meyerhöfer wie auch privat ein eher ruhiger, unaufgeregter Charakter mit einer für sein Alter bemerkenswert guten Übersicht. Seine Schwäche, das lässt bereits die Körpergröße erahnen, ist das Kopfballspiel. »Und etwas torgefährlicher könnte ich auch sein«, sagt er. Einen Treffer hat er bislang nicht erzielen können.

Mit einem Wechsel nach Saarbrücken hatte er sich an der Schwelle zwischen Nachwuchs- und Senioren-Bereich sicherlich für die schwierigere Variante entschieden. Druck und Aufmerksamkeit sind hier außergewöhnlich hoch. Die Blau-Schwarzen sind die klare Nummer eins im Saarland. 17 Jahre lang spielte der FCS erstklassig. 2014 war die Mannschaft abgestiegen, wurde völlig neu formiert und mobilisiert auch in der vierten Liga durchschnittlich 4000 Zuschauer, die nun vom direkten Wiederaufstieg träumen. Ungewohnt war Meyerhöfer anfangs das öffentliche Interesse an der Mannschaft, »aber es macht auch unheimlich Spaß, wenn gegen Offenbach oder Elversberg fast 10 000 Zuschauer kommen.«

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Marco Meyerhöfer, hinter Überflieger Offenbach hat der 1. FC Saarbrücken Rang zwei erreicht. Was zeichnet die Mannschaft aus?

Marco Meyerhöfer: Ich denke, als Mannschaft haben wir uns gefunden, haben die richtige Mischung aus Erfahrung und jugendlicher Dynamik. Wenn man bedenkt, dass aus dem Vorjahr gerade einmal drei Spieler geblieben sind, ist der Erfolg umso erfreulicher. Anfangs wussten wir nicht so recht, wohin unser Weg führen wird, jetzt spüren wir, dass der Aufstieg möglich ist.

Spürt man in einem Traditionsverein größeren Erfolgsdruck?

Meyerhöfer: Druck hatten wir auch, als es darum ging, einen Relegationsplatz zu erreichen. Ich bin der Meinung, Motivation und Lockerheit müssen im Vordergrund stehen, nicht der Druck.

Wie lautet Ihr persönliches Saisonfazit, unabhängig vom Ausgang der Relegationsspiele?

Meyerhöfer: Mit der Hinrunde war ich nicht ganz zufrieden. Natürlich hofft man, immer spielen zu können. Umso erfreulicher ist es, dass ich mit in der zweiten Saisonhälfte so behaupten konnte.

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Geburtsdatum 18. November 1995

Geburtsort Bad Homburg

Alter 19 Jahre

Größe 1,78 Meter

Position Rechter Verteidiger

Fuß rechts

Verein 1. FC Saarbrücken

Vertrag bis 30. Juni 2017

Bisherige Vereine: FSG Burg-Gräfenrode, Eintracht Frankfurt.

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