1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Die Meister-Zeiten n »Heile«, Diehl und Ratz ganz vorne

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Philipp Ratz kam schweren Schrittes um die Ecke, kurz vor Kilometer 35. »Wie sieht es aus mit der Mannschaft«, fragte er - wohlwissend, dass er für den Titel in jedem Fall durchlaufen muss.

Ratz hatte in Mainz bei den Deutschen Marathonmeisterschaften seine Mühe - konnte sich jedoch auf seine Mitstreiter verlassen. Wie diese auf ihn. Benedikt Heil und Marco Diehl ergänzten die Mannschaft, die den Titel holte - und feierten dabei auch im Einzel Erfolge.

Während »Heile« auf den vierten Platz im Gesamteinlauf der »Deutschen« vorlief, sicherte sich Marco Diehl den ersten Platz in der M40.

Wie bereits in den Jahren zuvor hatten die Fauerbacher ihre Saisonplanung auf die Deutschen Meisterschaften im Marathon ausgelegt. Trotz Leisten-Operation im Dezember (Benedikt Heil), andauernder Muskelprobleme (Diehl) oder krankheitsbedingter Zwangspause (Ratz) versuchte das Trio alles, um in Mainz in der unter diesen Umständen bestmöglichen Form zu sein. Und damit wieder den Titel mit der Mannschaft ins Visier zu nehmen. 2007, beim fulminanten Einzelerfolg von Philipp Ratz (damals noch Büttner), hatte es bereits mit Diehl und Gerald Baudek geklappt, im vergangenen Jahr fehlten in selbiger Besetzung wie am Sonntag nur 14 Sekunden im Duell mit der LG Stadtwerke München.

Nach zehn Kilometern waren die Fauerbacher nach 34:50 Minuten das erste komplette Team - Ratz und Heil hatten sich in einer Gruppe 20 Sekunden vor Diehl eingereiht. Kurz vor der Hälfte musste Ratz bereits Fahrt rausnehmen. »Da habe ich schon gemerkt, dass es nicht läuft«, sagte der mehrfache Kreisrekordhalter später. Heil blieb an dem Frankfurter David Karl dran, das Duo lag zur Halbzeit auf den Rängen vier und fünf. Ratz folgte in einer Vierergruppe dahinter, wurde aber im Verlaufe des Rennens bis auf Rang 19 im Ziel durchgereicht. Während »Heile« nach der Schleife auf der »Wiesbadener« Rheinseite (Kilometer 22 bis 28) Karl ziehen lassen musste und auf sich alleine gestellt war, setzte der auf Position zehn liegende Marco Diehl zur Aufholjagd an. Zunächst zog der wohnhafte Butzbacher unter anderem an Ratz vorbei, auf der Zielgeraden dann machte er weitere zwei Positionen gut und verbesserte sich damit noch auf Rang sechs - begünstigt auch durch das Aussteigen von dem lange auf Rang zwei liegenden Jens Borrmann, von dessen Einbruch auch Benedikt Heil profitierte und damit sicher auf Rang vier nach Hause lief.

In der Mannschaftswertung reichten die Einzelergebnisse zum sicheren Sieg vor dem LAV Asics Tübingen (7:30:33 zu 7:44:26 Std.), der sich jedoch erst später als so deutlich herausstellte. Denn es herrschte Ungewissheit, ob sich zu den beiden Freiburgern in 2:29 und 2:31 Stunden noch ein Dritter gesellt hatte. Dem war nicht so - die Fauerbacher konnten später an der Ergebnisliste stehend die Feier beginnen.

Für Marco Diehl sprang quasi nebenbei noch der M40-Titel heraus, knapp über zwei Minuten hatte er Jens Hollmann aus Lübeck distanziert. »Ich habe mich nicht von Benedikt irritieren lassen, der schneller angegangen war. Die Renneinteilung war optimal, auch wenn ich später alleine laufen musste«, sagte der Marathon-Mann, der auf den offiziell vermessenen 42,195 Kilometern trotz Wind und Wärme eine neue persönliche Bestzeit aufstellte.

Dieses Ziel erreichte auch Heil, der exakt zehn Sekunden schneller war als bei seinem Hessischen Meistertitel vergangenen Oktober in Frankfurt. »Ich konnte keinen richtigen Halbmarathon in der Vorbereitung laufen. Deswegen wusste ich nicht genau, wo ich stehe. Aber es hat alles super geklappt, auch wenn ich bisschen mein Iliosacralgelenk gespürt habe. Ich habe so lange wie möglich versucht, in einer Gruppe zu laufen«, sagte der 27-Jährige.

Ein Lohn der Mühen waren für Diehl und Heil, bei der Siegerehrung für die ersten Acht der Deutschen Meisterschaften Glückwünsche von Deutschlands Vorzeige-Langstrecklerin Irina Mikitenko erhalten zu haben. Den Titel in der Einzelwertung von 272 Männern sicherte sich Stefan Koch von der LG Braunschweig in 2:20:34 Stunden. Gerald Baudek vom TSV Friedberg-Fauerbach wurde in 3:04:05 Stunden 126. und damit 33. in der M40. Michael Wiener

Die Zwischen- und Endzeiten der drei erfolgreichen Friedberg-Fauerbacher.

4. (4. M20) Benedikt Heil

10 Kilometer: 34:30 Minuten.

Halbmarathon: 1:12:42 Stunden.

35 Kilometer: 2:00:40 Std.

Marathon: 2:26:46 Std.

6. (1. M40) Marco Diehl

10 Kilometer: 34:50 Min.

Halbmarathon: 1:13:41 Std.

35 Kilometer: 2:02:55 Std.

Marathon: 2:28:48 Std.

19. (12. M20) Philipp Ratz

10 Kilometer: 34:30 Min.

Halbmarathon: 1:12:59 Std.

35 Kilometer: 2:04:40 Std.

Marathon: 2:34:59 Std.

Auch interessant

Kommentare