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Dem Meister die Grenzen aufgezeigt

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(mn/sth) Von den Mitspielern gab’s einen anerkennenden Klaps auf den Helm, Gäste-Torwart Benjamin Finkenrath überreichte den Puck, und von RT-Geschäftsführer Andreas Ortwein folgte eine herzliche Umarmung. Markus Keller, Schlussmann der Roten Teufel, blieb im siebten Spiel der Eishockey-Oberliga West erstmals in dieser Saison ohne Gegentreffer. Der EC Bad Nauheim gewann am Sonntag vor 1468 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion das erste Wiedersehen mit dem ESC Moskitos Essen seit der legendären Zweitliga-Final-Serie von 1999 deutlich mit 7:0 (4:0, 0:0, 3:0).

Wie schon am Freitag in Herne spielten sich die Hessen ungeachtet aller Wertungen am Grünen Tisch auch gegen den amtierenden Regionalliga-Meister gleich zu Beginn in einen regelrechten Rausch und lagen bereits nach sechs Minuten mit drei Treffern richtungsweisend in Führung.

»Bad Nauheim war deutlich besser. Meiner Mannschaft sind heute die Grenzen aufgezeigt worden«, bilanzierte ESC-Trainer Jari Pasanen, der auch die Verletzungen von Frank Petrozza und Max Lingemann nicht als Ausrede gelten lassen wollte. »Die Jungs haben ganz einfach Spaß. Im Training, im Spiel, auf dem Eis, neben dem Eis«, nannte derweil Fred Carroll, der Coach der Roten Teufel, das Erfolgsrezept, mit dem die Hessen das Feld nun von hinten aufrollen.

Mit eben jener Freude und Begeisterung - und natürlich mit den frühen Torerfolgen - verstanden es die Hausherren schnell, das Publikum zu unterhalten. Nach 116 Sekunden war’s mit Jan-Niklas Pietsch ausgerechnet ein teuflisches Eigengewächs im Moskitos-Kader, das per Eigentor die RT-Führung erzielte. In diese Verunsicherung der Gäste erhöhten Tobias Schwab und Lany Gare bis zur sechsten Minute auf 3:0. Wie schon in Herne überzeugten die Wetterauer mit konstant hohem Tempo, feiner Abstimmung und Gefühl für das Spiel des Gegners, der - unter Druck gesetzt - sich selten kontrolliert zu befreien verstand.

»Wenn die Jungs immer in Bewegung sind, hat es jeder Gegner schwer«, hatte Carroll bereits nach dem Freitag-Spiel des Rezept für die nunmehr zwölf Punkte aus vier Spielen genannt. Selbst eine frühe Auszeit brachte keine Ruhe in die Aktionen der Gäste, die einzig in Überzahl Torgefahr zu verbreiten verstanden. Doch selbst in jenen Phasen, vor allem im zweiten Abschnitt, nahmen die Feldspieler ihrem Keeper, der präsent war, wann immer er gefordert wurde, einen prägnanten Teil der Arbeit ab, ließen kaum Schüsse zu und hielten den Puck stets vom eigenen Gehäuse fern.

Der dritte Abschnitt entwickelte sich mehr oder weniger zum Schaulaufen und bezüglich des Shutouts zum Kampf gegen die Zeit, den Markus Keller gewinnen konnte.

Wermutstropfen: Alexander Baum fuhr nach der Partie ins Krankenhaus, um eine Jochbeinverletzung genauer untersuchen zu lassen, während Oliver Bernhardt Mitte des Spiels mit einem Pferdekuss aus der Partie genommen worden war.

EC Bad Nauheim: Keller - Mangold, Baum, Bernhardt, Gruber, Franz, Kohl, Pöpel - Schwab, Gare, Barta, Filobok, Piwowarcyk, Weibler, Althenn, Baldys, Cardona, Bauscher.

ESC Moskitos Essen: Finkenrath - Richter, Kastner, Keussen, Weilert, Acker, Pietsch - Orr, Barg, Hauptig, Geisberger, Koziol, Stähle, Klein, Lupzig, Licau.

Tore: 1:0 (2.) Kohl, 2:0 (3) Schwab (Gare, Baum), 3:0 (6.) Gare, 4:0 (11.) Schwab (Gare, Baum), 5:0 (41.) Althenn, 6:0 (43.) Althenn (Franz), 7:0 (58.) Piwowarczyk (Gare - 5-4). - Strafminuten: Bad Nauheim 18, Essen 6 plus zehn Miuten gegen Acker. - Zuschauer: 1468.

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