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Maik Vetter

»Mein Körper gibt noch einiges her«

  • VonRedaktion
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(cd). Rund zwei Drittel seiner Zeit als Aktiver hat Maik Vetter beim Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach verbracht. Und es wird mindestens noch eine Saison hinzukommen. Nach der erneuten Vertragsverlängerung spricht der Rosbacher im Interview über die Höhepunkte der vergangenen sieben Jahre, andere Angebote, den Vergleich mit Thomas Müller sowie das Derby am Samstag (14 Uhr) bei seinem Ex-Verein FSV Frankfurt.

Bevor Sie 2014 zum OFC kamen, hatten sie in vier Jahren dreimal den Verein gewechselt. Hätten Sie seinerzeit gedacht, dass Sie so lange in Offenbach bleiben würden?

Ich hatte damals gesagt, dass ich kein Sprungbrett suche, sondern länger bleiben will. Ich bin froh, dass es so gekommen ist. Es gab Möglichkeiten, den Klub zu wechseln. Aber hier weiß ich, was ich habe: das Umfeld, das Stadion, die Bedingungen und die Fans. Irgendwann wurde mir zudem klar, dass es voraussichtlich nicht ganz bis in die Bundes- liga reichen würde (lacht).

War die Erkenntnis, dass es nicht für ganz oben reicht, der Grund dafür, dass Sie beim OFC-Partner Sparda-Bank-Hessen eine kaufmännische Ausbildung absolviert haben?

Es lag vor allem an der Insolvenz des OFC. Ich bin sehr dankbar, dass das geklappt hat. Es hat Spaß gemacht. Ich würde nach meiner Zeit als Aktiver natürlich gerne weiter im Fußball bleiben, die Plätze sind aber rar. Falls es nicht klappt, könnte ich mir einen Bank-Job vorstellen.

Wenn Sie auf Ihre bisherige Zeit beim OFC zurückblicken: Wie fällt da das Zwischenfazit aus?

Das erste Jahr war extrem emotional mit den vielen Siegen, aber dem verpassten Aufstieg. Die Saison mit dem Punkteabzug war ebenfalls prägend. Beim OFC habe ich viele Menschen kennengelernt und mit diesen fast nur positive Erfahrungen gemacht. Es sind Freundschaften fürs Leben entstanden. Wenn ich sage, der OFC ist wie ein Zuhause, klingt das eventuell komisch, aber es ist wirklich so.

Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. Bei den Fans sind Sie beliebt.

Das freut mich natürlich. Es gibt einem das Gefühl, an der richtigen Stelle zu sein. Ich kann aber nur für mich sprechen. Es macht mir Riesenspaß. Hoffentlich geht’s noch ein paar Jahre weiter. Man denkt natürlich auch an die Zeit nach der Karriere, aber ich bin 29, nicht 36. Mein Körper gibt noch einiges her.

Was waren für Sie bisher die Highlights beim OFC?

Auf jeden Fall die Pokalspiele, aber eigentlich alle Spiele unter Flutlicht - wenn es umkämpft war. Das sind Erlebnisse, die einen nicht schlafen lassen, weil man aufgeregt ist wie ein kleines Kind.

2017/18 bekamen Sie aufgrund Ihrer unorthodoxen Spielweise als Aushilfsstürmer den Spitznamen Thomas Müller verpasst. Hat der noch Bestand?

Außer Serkan Firat ist keiner mehr da, der das weiß. Aber ich erwähne ab und zu, dass ich mal zehn Tore gemacht habe (lacht).

Am Samstag geht’s gegen Ihren Ex-Klub FSV Frankfurt. Was verbindet Sie noch mit diesem Verein?

Nichts. Das waren zwei schöne, intensive Jahre. Aber das ist schon zehn Jahre her. Kontakt habe ich nur zu Ex-Offenbachern, die dort spielen.

Hat diese Begegnung einen Derbycharakter?

Für mich schon. Dadurch, dass Mannheim und Saarbrücken aufgestiegen sind, gibt es ja wenige Spiele mit besonderem Charakter. In der Vergangenheit war bei dem Derby immer was los. Die Fans sind zu Fuß über die Brücke. Das waren schon Highlights. FOTO: IMAGO

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