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Mehr Potenzial

  • vonred Redaktion
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Zu: EC Bad Nauheim

Der EC war in der Saison schon einmal auf Platz drei. Jetzt drohen die Pre-Playoffs. Der Trainer (Christof Kreutzer; Anm. d. Red.) gibt das Erreichen der Playoffs über die Pre-Playoffs als Minimalziel aus. Wenn man jetzt die Playoffs erreicht, kann man nur noch von "viel Glück" sprechen.

Es kommen langsam Zweifel daran auf, so wie das Team die letzten sechs Wochen aufgetreten ist. Es war auch in der Saison so, dass die Mannschaft wesentlich mehr Potenzial hatte, als das, was der sechste Platz aussagt. Theoretisch ist zwar ein besserer Platz noch möglich, aber der Trainer hat es nicht verstanden, gegen direkte Konkurrenten und Verfolger sowie Teams aus dem unteren Tabellendrittel zu punkten.

Stattdessen wurden solche Gegner vom Trainer stark geredet, und das Team war oft nicht in der Lage, Spiele in der regulären Spielzeit zu gewinnen. Stattdessen gab es eine emotionale Berg- und Talfahrt der Gefühle mit Entscheidungen in der Verlängerung und dem Penaltyschießen, wobei wertvolle Punkte verloren gingen. Andere Teams waren aber in der Lage, die Nerven zu behalten und stehen jetzt vor dem EC Bad Nauheim. Wieso schafft es der Trainer nicht, das Team ebenso entsprechend einzustellen, dass ein Sieg mehrmals innerhalb der 60 Minuten eingefahren wird?

Wie schon in der vergangenen Saison steht der EC erneut in der Gefahr, Vorteile für eine bessere Ausgangsposition zu verspielen. Stattdessen wird jetzt noch mehr gezittert. Und wie schnell man aus den Playoffs fliegen kann, war gegen Ravensburg letzte Saison zu sehen. Da vergeht einem die Lust, und die Stimmung geht in den Keller.

Der Trainer redete teilweise knappe Niederlagen oder sehr knappe Siege noch schön. Niederlage bleibt Niederlage, egal wie knapp. Auch knappe Siege nach Verlängerung oder Penaltyschießen ergeben keine drei Punkte. Daraus erfolgen im Resultat Nachteile und eine schlechtere Ausgangsposition.

In der DEL könnte sich ein Trainer eine solche Achterbahnfahrt nicht lange leisten. Vielmehr sollte er in der Lage sein, Konzentration, Motivation und Nervenstärke in das Team zu bringen, statt Gegner stark zu reden. Und er sollte in der Lage sein, das vorhandene, wesentlich bessere Potenzial des Teams herauszuholen, das im EC Bad Nauheim steckt.

Dann passieren solche unnötigen und ärgerlichen Niederlagen wie gegen Crimmitschau, Ravensburg und Bad Tölz nicht. Und man ist nicht auf Schützenhilfe wie die glücklicherweise aus Dresden in Ravensburg angewiesen. Und das Platz sechs jetzt noch steht, ist nicht alleine Verdienst des EC Bad Nauheim, sondern Glück, dass andere Konkurrenten nicht öfter gepunktet haben. Wenn man an die Endphase der letzten Saison denkt und dann das schnelle Ausscheiden in den Playoffs, dann sind klare Parallelen zu erkennen.

Ich bin sicher, der EC Bad Nauheim kann das besser. Nicht nur gegen Kassel und Frankfurt, auch wenn das die Fans natürlich besonders freut und da das Team seine Hausaufgaben meistens erledigt.

Stefan Körber, Friedberg

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