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Marian Gerth knackt Schallmauer über 100 m Freistil

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© Uwe Hermann

(hn) Gleich auf drei »Hochzeiten« tanzten die Aktiven der Schwimmabteilung des TV Wetzlar 1847 am ersten Adventswochenende. Zehn Mädels gingen am Samstag in Hanau an den Start, ein Duo war mit der Hessenauswahl erfolgreich und vier Mannschaften mit 17 Aktiven hatten sich für das Hessische Staffelfinale am Sonntag in Frankfurt qualifiziert. Dabei lagen Freud und Leid teilweise dicht beieinander.

Zum 26. Lindau-Meeting hatte der WSV Delphin Großauheim eingeladen. 13 Vereine hatten 142 Sportler entsandt, darunter waren zehn junge Damen aus Wetzlar. Und die waren mit 36 neuen Bestzeiten und 41 Medaillen ausgesprochen erfolgreich. Jette Siegmund (Jg. 05 – Hüttenberg) unterbot bei ihrem Sieg über 100 m Schmetterling in 1:30,02 die Norm und kann nun bei den »Hessischen« im Mehrkampf Schmetterling antreten. Auch Emma Nikles (Jg. 06 – Gießen) nutze die letzte Gelegenheit und sicherte sich über 400 m Freistil in 6:27,91 Minuten (1. Platz) ihre Teilnahme an den Landesmeisterschaften. Dagegen verpasste Helene Weber (Jg. 04 – Atzbach) die Normzeiten teilweise nur hauchdünn. Sie steigerte sich über 100 m Rücken auf 1:24,31 Minuten und verbesserte sich bei ihrem zweiten Platz um fast vier Sekunden. »Helene hat aber gut trainiert, wir nehmen sie für die Staffelentscheidungen mit nach Wiesbaden, dann ist die Trainingsgruppe komplett am Start«, war Coach Uwe Hermann dennoch sehr zufrieden mit der Entwicklung seiner Aktiven.

Noch nicht startberechtigt für diese Meisterschaften sind Liana Köhlinger (Jg. 07 – Dorlar), Hannah Baretschneider (Gießen) und Sophie-Marie Berker aus Hüttenberg (beide Jg. 08), die in Hanau mit zahlreichen Medaillenerfolgen und Bestzeiten auf sich aufmerksam machten. Berker schlug dabei in jedem ihrer sechs Rennen als Erste an. Einen Doppelsieg gab es zusammen mit Baretschneider über 50 m Freistil, die in 47,55 Sekunden nur knapp hinter Berker (46,01) anschlug. Noch schneller unterwegs war Köhlinger, die nur 41,03 Sekunden (1. Platz) für die zwei Bahnen Kraul benötigte.

Ebenfalls am Samstag wurde die Siegermannschaft des 64. Süddeutschen Jugendländervergleichswettkampf ermittelt. In der Hessenauswahl, die gegen Bayern, Baden-Württemberg, Saarland, Thüringen, Sachsen und Rheinland-Pfalz antrat, waren mit Marian Gerth (Jg. 2004 – Hüttenberg) und Kira Seiler (Jg. 2005 – Gießen) auch zwei Aktive des TV Wetzlar dabei und hatten maßgeblichen Anteil am zweiten Platz der Hessen. Kira Seiler stellte über 100 m Brust in 1:22,44 Minuten eine neue Bestzeit auf und errang damit Platz vier. Zudem kam sie in der siegreichen 12x50-m-Lagenstaffel zum Einsatz. Marian Gerth wurde am Ende der Veranstaltung für die beste Leistung aller Sportler des Jahrgangs 2004 ausgezeichnet.

Der Zwölfjährige blieb in 58,64 Sekunden erstmals unter der Schallmauer von 60 Sekunden über 100 m Freistil. Weitere Siege im Einzel errang Gerth über 100 m Rücken (1. / 1:04,85) und 100 m Schmetterling (1. / 1:04,30). »Auf beiden Strecken ist Marian nur jeweils eine Sekunde vom deutschen Altersklassenrekord entfernt, die greifen wir nun bei den Hessenmeisterschaften an«, war Trainer Robin Rausche sehr zufrieden mit der Vorstellung seines Schützlings.

Nur eine Staffel in der Wertung

Für das Hessenfinale der deutschen Meisterschaften der Staffeln der Junioren (DMSJ) in Frankfurt hatten sich im Vorfeld vier Teams der Domstädter qualifiziert. Ins Ziel kam dann jedoch nur eine Mannschaft. Die Jugend D männlich (Jg. 05/06) musste schon vor Beginn der Wettkämpfe abgemeldet werden, weil einer der Jungs erkrankte und nicht schwimmen konnte. In der Jugend A (Jg. 99/00) gingen Sam Becker (Biebertal), Nils Peppler (Wieseck), Pascal Richter und Moritz Hardt an den Start. Hardt war ebenfalls von einer Krankheit geschwächt und musste nach zwei Staffelrennen total erschöpft passen. »Da waren es nur noch zwei«, bilanzierte Trainer Robin Rausche zu diesem Zeitpunkt mit Galgenhumor.

Dieser war nach der Hälfte der Wettkämpfe dann purer Resignation gewichen. In der Jugend C (Jg. 03/04) hatten sich die Domstädter als schnellste nach dem Vorkampf für das Hessenfinale qualifiziert. »Die schnellsten acht Mannschaften aus ganz Deutschland treten im Bundesfinale gegeneinander an, da wollen wir hin«, lautete im Vorfeld die Marschroute des Trainers. Direkt nach der ersten Staffel – 4x 100 m Freistil – war klar, dass der Sieg nur über den TVW ging. Florian Rathsack, der Gießener Georg Buddensiek, Lucas Urban (alle Jg. 2003) und der Hüttenberger Marian Gerth (Jg. 2004) waren nach sehr guten 3:58,53 Minuten mit mehr als zehn Sekunden Vorsprung vor dem SC Wiesbaden als Erste im Ziel – Hessenmeister. Mit dem gleichen Abstand gewann das Quartett auch die Entscheidung über 4x 100 m Brust in 4:42,93 Minuten. Das Bundesfinale erschien als logische Konsequenz aus dem dominanten Auftritt der vier. Dann kam aber die Rückenstaffel, und wegen eines Wendefehlers von Marian Gerth wurde die siegreiche Mannschaft disqualifiziert. Alles kein Problem – es gibt ja ein Nachschwimmen.

Doch auch in diesem hatte Gerth seine Nerven nicht im Griff und wurde erneut wegen des Wendefehlers disqualifiziert – somit war die Mannschaft aus der Wertung! »Schade, das war es dann«, so die kurze Reaktion von Trainer Robin Rausche.

Die verbliebene E-Jugend-Staffel (Jg. 07/08) mit Jannis Zinn (Lahnau), Luka Dörner (Hüttenberg), Tim Wochmin (alle Jg. 07) sowie Clemens Stark und dem Heuchelheimer Jonas Schichowski (beide Jg. 08) schaffte es über alle Strecken ins Ziel und belegte Gesamtrang fünf. Den größten Erfolg feierten die jungen Herren in der 4x50-m-Brust-Staffel als Dritte. Über die Medaillen freute sich das Quintett natürlich riesig. (hn)

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