Nach dem Doppeltitel bei den Hessischen Hallenmeisterschaften in Kalbach weiter auf Kurs: der Rendeler Marc Tortell. ARCHIVFOTO: RAS
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Nach dem Doppeltitel bei den Hessischen Hallenmeisterschaften in Kalbach weiter auf Kurs: der Rendeler Marc Tortell. ARCHIVFOTO: RAS

Marc Tortell feilt weiter an seiner Form

  • vonred Redaktion
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(pm). Auch wenn die Leichtathletik-Saison aufgrund der Coronavirus-Pandemie ordentlich durcheinandergewirbelt wurde, so ist der Betrieb für die Spitzenathleten längst wieder angelaufen: Mittendrin ist der Rendeler Marc Tortell vom Athletics-Team Karben, der am vergangenen Wochenende gleich doppelt am Start war - erst über die selten gelaufene Meile beim internationalen Meeting in Luzern in der Schweiz, wo er in den vergangenen Wochen bereits Wettkampfpraxis gesammelt hatte, dann einen Tag später über 3000 Meter in Regensburg. In beiden Wettkämpfen landete er auf den vorderen Plätzen und untermauerte damit seine gute Form mit Blick auf die deutschen Meisterschaften Anfang August in Braunschweig.

Nachdem das internationale Meeting Spitzenleichtathletik Luzern, das eigentlich für kommende Woche vorgesehen war, wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, hatten die Organisatoren kurzfristig umdisponiert. In Zusammenarbeit mit Swiss Athletics entwickelten die Luzerner Veranstalter einen alternativen Wettkampf: das Einladungsmeeting Spitzenleichtathletik Luzern.

Das Teilnehmerfeld auf der Luzerner Allmend konnte sich durchaus sehen lassen. Neben vielen Schweizer Spitzenathleten waren auch Sportler aus dem benachbarten Ausland am Start. Über die Strecke von einer Meile (1609 Meter) - eine nicht olympische Distanz, die außerhalb des Commonwealth-Sports nur selten gelaufen wird, im Stadion Hubelmatt war dem internationalen Teilnehmerfeld von 15 Läufern eine Siegerzeit unter der magischen Vier-Minuten-Marke zuzutrauen war.

Hochkarätiges Feld in Luzern

Der Grund: Neben dem französischen Spitzenmittelstreckler Baptiste Mischler, der über 1500 Meter eine Bestzeit von 3:37 Minuten vorzuweisen hat, waren auch die Schweizer Asse Jonas Raess und Tom Elmer am Start. Raess ist amtierenden Titelträger der Universiade (2019) und mehrfacher Schweizer Meister über 5000 Meter. Er konnte zuletzt beim Indoor-Meeting in Düsseldorf im Februar dieses Jahres mit einer glänzenden Bestzeit über 3000 Meter von 7:45 Minuten seine Ambitionen für eine Olympia-Teilnahme untermauern. Mit Mounir Akbache stand außerdem ein erfahrener Tempomacher aus der Diamond League zur Verfügung. Aus deutscher Sicht waren neben dem Rendeler Marc Trotell auch Marcel Fehr, diesen Winter mit 7:50 Minuten auf 3000 Meter und der international auch schon erfahrene ehemalige deutsche Meister über 800 Meter, Christoph Kessler (Persönliche Bestleistung über 800 Meter: 1:46 Minuten), am Start.

In einem gleichmäßig angelaufenen Rennen hielt sich Tortell von Anfang an in der aus fünf Läufern bestehenden Spitzengruppe auf und ging die 800-Meter-Marke knapp unter zwei Minuten durch. Bis eine Runde vor Schluss lag er noch bei gleichbleibend hohem Tempo auf Platz drei. Doch einer Tempoverschärfung von Mischler konnte er nicht folgen. Trotz einer Durchgangszeit bei 1500 Metern von 3:45 Minuten musste er sich am Ende nach 4:03,10 Minuten mit dem fünften Platz zufriedengeben (Siegerzeit von Jonas Raess: 3:58,38 Minuten). Mit dieser Leistung beendete Tortell seine Wettkampfserie in der Schweiz nach Stationen in Bern und Meilen.

Dritter Platz über 3000 Meter

Doch trotz der hohen Laufbelastung in der Schweiz ging es für Tortell kurz entschlossen nur einen Tag später weiter mit der 3000-Meter-Challenge in Regensburg. "Die finale Entscheidung für den Start dort hatten wir erst auf der Rückfahrt von Luzern getroffen", erzählt Trainerin und Mutter Uta Tortell. "Marc ist in der Lage, in kurzer Zeit sehr gut zu regenerieren. Den Meilen-Lauf hat er deshalb im Nachgang kaum gespürt. Aus dieser entspannten Haltung heraus hat er beschlossen, den Lauf in Regensburg noch mitzunehmen. Und es hat sich gelohnt", sagte die Trainerin hinterher zufrieden.

In Regensburg gingen etwa 150 Läufer in zehn Rennen an den Start. In einem spannenden und hochkarätig besetzten Lauf lief Tortell zunächst zurückhaltend an, konnte aber in der letzten Runde seine Mittelstreckenqualitäten einsetzen. Er spurtete mit der hervorragenden Zeit von 8:00,71 Minuten hinter dem Sieger Simon Boch aus Regensburg (7:56,87 Minuten) und Johannes Motschmann aus Berlin (7:59,87) auf den dritten Platz.

Nach diesem erfolgreichen Saisoneinstieg, schließt Tortell jetzt einen etwa zweiwöchigen Trainingsblock an. Danach plant er noch zwei bis drei Rennen und hofft dann auf einen Start über 1500 Meter bei den deutschen Meisterschaften vom 8. bis 9. August in Braunschweig.

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