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Marathon-Premiere, die Zweite

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Am Sonntag steht der erste Marathon auf Wetterauer Boden an. Ein Jahr nach der Absage ist die Vorfreude auf die Premiere bei Organisatoren und Läufern ungebrochen, das Risiko aber immer noch hoch.

Das Meteorologie-Studium sollte für Christian Habicht und seine Mitstreiter kein Problem mehr sein. Kaum jemand in der Wetterau wird in den vergangenen Tagen und kommenden Stunden so oft die Wetterberichte studieren. Es darf nicht schon wieder passieren.

Rückblick: Die Idee von Christian Habicht, Pressesprecher des ASC Marathon Friedberg, und Jörg Roßberg, zweiter Vorsitzender, war perfekt. Zur 42. Auflage des Laufs um den Winterstein schlugen beide in einer Vorstandssitzung einen Marathon auf Wetterauer Boden vor. Als im März vergangenen Jahres schon alles vorbereitet war, machten Schnee und Eis die Premiere zunichte.

Wetter der größte Feind

Dass die Idee vom Marathon mit der Absage vor einem Jahr aber nicht gestorben war, darüber waren sich schnell alle einig. Zwölf Monate später ist wieder alles vorbereitet, und wieder ist das Winterwetter der größte Feind der Organisatoren. Dabei scheinen die ASC-Verantwortlichen das Duell mit den höheren Mächten in diesem Jahr zu gewinnen. "So einen Sturm wie am vergangenen Wochenende sehen wir natürlich mit Sorge", sagt Habicht.

Bei diesen Bedingungen wäre eine komplette Absage des Volkslaufs wahrscheinlich gewesen, schon im vergangenen Jahr sorgte das Winterwetter beinahe für einen Totalausfall. "Die Strecke ist aber bestens begehbar", erstickt Habicht nach einer Besichtigung die Befürchtungen im Keim, dass umgestürzte Bäume die Laufwege blockieren. Zudem ist für das kommende Wochenende zwar mit kräftigem Wind, aber nicht mit Sturm oder Schnee zu rechnen.

Marathon als Erlebnis

Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass rund 120 Läufer sich um 9.30 Uhr an der Henry-Benrath-Schule auf die 42,195 Kilometer begeben. "Wir freuen uns über die große Resonanz, das ist nach einem abgesagten Lauf nicht selbstverständlich", sagt Habicht. Ursprünglich rechnete man beim ASC mit 50 Läufern, schon im März 2018 hatten sich 116 Läufer für den Marathon angemeldet. "Ein Marathon zieht, für viele ist es auch einfach ein Erlebnis", sagt Habicht.

Zudem seien die Startgebühren vergleichsweise gering, für den Marathon wurden 20 Euro fällig. Wer sich am Sonntagmorgen kurzfristig entschließt, zahlt 23 Euro. "Es ist ein Lauf von Läufern für Läufer", begründet Habicht die moderaten Gebühren. Der finanzielle Aspekt ist beim Lauf um den Winterstein aber nicht zu vernachlässigen. Die Veranstaltungen kostet rund 2500 Euro, im vergangenen Jahr blieb der ASC durch die Absage größtenteils darauf sitzen. "Wir sind aber mit einem blauen Auge davongekommen", sagt Habicht.

Über 500 Läufer erwartet

Insgesamt werden am Sonntag rund 500 Läufer – teils von Vereinen weit über die hessische Landesgrenze hinaus – über die fünf, zehn, 30 und 42 Kilometer auf der Strecke unterwegs sein. "Je nach Wetterlage werden noch einige Kurzentschlossene dazukommen", sagt Habicht. Ab 7.30 Uhr und bis eine halbe Stunde vor dem jeweiligen Start sind Nachmeldungen möglich. Die Strecke, die über den Steinkopf führt, ist anspruchsvoll. Kurz nach der Halbzeit erwartet die Marathon-Läufer direkt nach dem Abzweig ein knackiger Anstieg von 151 Höhenmetern auf 2,2 Kilometern hoch zum Steinkopf. Roßberg betonte schon im Vorjahr: "Es ist nichts für jedermann. Wer die Strecke auf sich nimmt, muss schon ein ambitionierter Läufer sein."

Der zusätzliche Aufwand hält sich für die Organisatoren in Grenzen. Vielmehr ist es die Zahl der freiwilligen Helfer, die nach oben geht. Es gibt eine Verpflegungsstation mehr, zusätzliche Streckenposten und das Zeitlimit wird um zwei Stunden auf 15.30 Uhr nach hinten verlegt. Dadurch verschiebt sich auch der restliche Ablauf mit Streckenabsicherung und Siegerehrung.

Einmalige Sache?

Auch deswegen wird der Marathon auf Wetterauer Boden sehr wahrscheinlich eine einmalige Sache bleiben. Wie überall im Breitensport sei die Suche nach Helfern müßig, sagt Habicht. "Bei 180 Vereinsmitgliedern sind 60 Helfer schon eine Hausnummer. Das kann man aber nicht Jahr für Jahr garantieren", sagt er. Selbes gelte für die Johanniter, die sich um die Verpflegungsstationen kümmern. Eine Hintertür bleibt dennoch offen, je nach dem wie die Teilnehmerzahl und die Rückmeldungen der Helfer im Vorstand bewertet werden.

So weit in die Zukunft wollen Habicht und seine Mitstreiter aber nicht schauen. Der Blick geht erst mal auf den kommenden Sonntag. Und, das lässt sich trotz aller Vorhersagen nicht vermeiden, mit flehendem Blick nach oben zu Petrus.

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