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Manuel Hofmann: "Junge Leute schießen auch Tore"

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Selten noch auf dem Platz im Einsatz, sondern immer öfter an der Seitenlinie: Hoch-Weisels Spielertrainer Manuel Hofmann.	(Foto: Jaux)
Selten noch auf dem Platz im Einsatz, sondern immer öfter an der Seitenlinie: Hoch-Weisels Spielertrainer Manuel Hofmann. (Foto: Jaux) © Timo Jaux

Manuel Hofmann hat in Hoch-Weisel alles erlebt. Bis auf ein Intermezzo in Bad Vilbel hat der 32-Jährige seine fußballerische Laufbahn in seinem Heimatort verbracht. Vor dem Relegationsstart spricht Hofmann über seine Rolle als Trainer, warum er stolz auf die Jugendarbeit in Hoch-Weisel ist und wie der Tag, an dem sein Verein 5:5 gegen den VfB Friedberg spielte, sein Leben veränderte.

Vorstandsarbeit, früher Jugendtrainer, heute Spielertrainer gemeinsam mit Robert Lang, dazu – wenn er spielt – Leistungsträger auf dem Platz. In Hoch-Weisel ist Manuel Hofmann eine Institution; wird vom kleinen Verein aus dem Butzbacher Stadtteil gesprochen, fällt fast zwangsläufig sein Name. Alle Höhen und Tiefen der vergangenen 13 Spielzeiten hat Hofmann mitgemacht, seit er 2003 aus beruflichen Gründen vom FV Bad Vilbel zurückkehrte. Dort hatte er bei den A-Junioren und später auch in der Oberliga-Mannschaft gespielt, ehe es ihn wieder in die Heimat zurückzog. Zweimal hoch und dreimal runter ging es seither für den SV Hoch-Weisel; die Aufstiege 2007 und 2012 glückten jeweils über die Relegation. Beide Male konnte Hofmann verletzungsbedingt nicht spielen, und auch dieses Mal wird ihn wohl eine Zerrung außer Gefecht setzen. Für Hofmann ist dies jedoch kein Beinbruch, wie er im WZ-Interview erklärt.

Manuel Hofmann, die beiden Konkurrenten aus Schwalheim und Kloppenheim sehen den SV Hoch-Weisel in der Favoritenrolle. Wie beurteilen Sie die Situation?

Manuel Hofmann: Wir haben keine leichten Gegner und sehen uns nicht als Favorit. Der SV Schwalheim hat mit 35 Punkten aus 30 Spielen eine gute A-Liga-Saison gespielt. Wir müssen uns erst an das Tempo gewöhnen, Schwalheim wurde jede Woche gefordert. Das ist der Unterschied zu uns und Kloppenheim. Wir mussten bei einigen Kantersiegen nicht an die Grenze gehen. Es wird darauf ankommen, wer mit dem speziellen Druck in diesen Spielen besser klarkommt.

Wie sieht es personell aus?

Hofmann: Ich werde wahrscheinlich nicht spielen, Robert Lang und Eddy Filbert sind auch nicht da. Robert hat den Urlaub schon lange gebucht, ehe überhaupt irgendjemand in den Sinn kam, dass unsere Relegation vorgezogen werden könnte.

Drei Leistungsträger fehlen demnach, unter anderem mit Ihnen und Robert Lang die zwei Gesichter des SV.

Hofmann: Ich habe in dieser Saison ohnehin nicht oft gespielt. Ich lasse gerne den jungen Leuten den Vortritt und konzentriere mich auf meine Tätigkeit als Trainer. Unsere jungen Leute können auch Tore schießen. Für den Gegner ist es vielleicht psychologisch ein Vorteil, wenn sie die Namen Hofmann und Lang nicht auf dem Spielbericht lesen. Dafür sind wir schwerer auszurechnen. Maik Strasheim, mit 32 Jahren heute ältester Feldspieler, wird die Mannschaft führen. Er hat die Erfahrung.

Wie sieht es mit jungen Leuten in Hoch-Weisel aus, ist der Nachwuchs vorhanden?

Hofmann: Definitiv ja. Bei einem Spiel habe ich mal in beiden Mannschaften 24 Spieler gezählt, die aus der eigenen Jugend kommen. Ich habe selbst zehn Jahre Jugendmannschaften trainiert; heute sind sechs, sieben Kicker im Erstmannschaftskader, die ich seit der F-Jugend kenne. Das macht mich und uns ein wenig stolz, als kleiner Dorfverein die Senioren-Teams mit überwiegend eigenen Leuten bestücken zu können.

Wie ist der Erfolg von beiden Hoch-Weiseler Teams zu erklären?

Hofmann: Sicherlich in erster Linie mit unserer Jugendarbeit, wie gerade erwähnt. Direkt nach der Winterpause haben wir mit der Ersten gegen Beienheim II und Nieder-Weisel II verloren, das waren die Knackpunkte. Über die ganze Saison gesehen ist Bad Nauheim verdient Meister geworden. Für die Zweite kam die C-Liga-Meisterschaft sicherlich überraschend. Wir wollten eine gute Saison spielen. In der Hinrunde lief es ohne Verletzte einfach wie geschmiert. Dann wollten wir im neuen Jahr nur dort oben bleiben.

Welche Auswirkungen hätte ein doppelter Aufstieg im Hinblick auf die Zweite, die dann nicht mehr viele Auswärtspartien parallel absolvieren würde?

Hofmann: Es wird nicht einfach, klar. Wir sind ein kleiner Dorfverein, und die personellen Ressourcen auf und neben dem Feld sind begrenzt. Dennoch würden wir den Aufstieg annehmen und es versuchen.

Am Samstag kommt es vielleicht in Hoch-Weisel zum entscheidenden Spiel um den Aufstieg. An ein Spiel erinnert man sich besonders. Das war ein Kreisoberliga-5:5 gegen den VfB Friedberg, als Ihre Mannschaft in der 82. Minute das 1:5 kassierte und gegen das Team von Peter Morbe noch den Ausgleich schaffte.

Hofmann: Danach gab es vielleicht die beste Kabinenparty, die ich hier in Hoch-Weisel erlebt habe. An diesem Tag, es war im Oktober 2007, habe ich meine heutige Frau kennengelernt. Heute haben wir zwei Kinder.

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