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Der Mann im Schatten von Shootingstar Jake Hirst

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Von: Redaktion

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Der Bad Nauheimer Jake Hirst wird bei den Offenbacher Kickers als Torjäger regelmäßig gefeiert. An den meisten Toren beteiligt ist jedoch ein anderer als der ehemalige Kreisoberliga-Kicker: Serkan Firat. Beim Flügelspieler läuft es derzeit richtig rund, auch weil er einige Dinge geändert hat.

Der Bad Nauheimer Jake Hirst wird bei den Offenbacher Kickers als Torjäger regelmäßig gefeiert. An den meisten Toren beteiligt ist jedoch ein anderer als der ehemalige Kreisoberliga-Kicker: Serkan Firat. Beim Flügelspieler läuft es derzeit richtig rund, auch weil er einige Dinge geändert hat.

Es ist ein bisschen wie beim Abba-Klassiker »The winner takes it all«: Im Fußball erhalten die Torjäger nach gewonnen Spielen den meisten Applaus. Bei Kickers Offenbach ist das der Mann mit dem eigenen Song (»Jake Hirst’s on fire«), von dem es bereits eine professionelle Variante aus dem Tonstudio gibt. Das ist einerseits verständlich, weil die Kickers ohne Hirsts beeindruckende Quote von sieben Toren aus sieben Spielen deutlich weniger Punkte hätten. Es gibt aber einen Spieler beim OFC, dessen Bilanz sogar noch etwas besser ist: Serkan Firat. Der 24-Jährige bringt es bei zehn Einsätzen auf elf Torbeteiligungen. Sechs Treffer erzielte der Flügelspieler selbst, fünf bereitete er vor, davon vier von Hirst.

Dass Firat bei den Fans derzeit etwas unter dem Radar agiert, während Hirst gefeiert wird, stört ihn nicht. »Es freut mich für Jake. Er ist ein guter, bodenständiger Junge, dessen Tore der Mannschaft helfen«, sagt Firat. »Offensivspieler werden natürlich an Toren gemessen. Aber mir ist wichtiger, dass ich in meine Leistungen Konstanz bekomme. Vergangene Saison hatte ich auch immer mal Spiele, in denen es nicht so gut lief. Das will ich abstellen. Und es funktioniert auch immer besser.«

Sead Mehic ist mit Firats Entwicklung zufrieden. »Serkan ist effektiver geworden, verrichtet zudem mehr Defensivarbeit«, sagt der OFC-Sportdirektor. Firat bestätigt das: »Man muss als Offensivspieler auch nach hinten arbeiten. Dessen bin ich mir bewusst. Ich muss die Kette schließen und weite Wege gehen. Insbesondere in Topspielen muss man das aushalten.« Er musste sich aber erst daran gewöhnen, dass der neue Trainer Daniel Steuernagel mehr wert auf Positionstreue legt und intensiver gegen den Ball arbeiten lässt. Am dritten Spieltag saß die absolute Stammkraft der zurückliegenden zwei Spielzeiten sogar zunächst nur auf der Bank. »Inzwischen ist jedem bewusst, was zu tun ist. Die Mannschaft harmoniert immer besser«, sagt der flinke Flügelspieler. »Und auf der Bank sitzt natürlich keiner gerne. Ich habe versucht, das Beste daraus zu machen, als ich eingewechselt wurde. Das Schlimmste ist, Enttäuschung mit auf den Platz zu bringen. Man muss sich immer professionell verhalten.«

Das gilt auch außerhalb des Platzes. Der Mann mit der Nummer elf legt viel Wert auf ausgewogene Ernährung, hat zudem etwas abgenommen. »Der Kopf spielt eine große Rolle. Ich fühle mich nun spritziger, bin topfit. Das tut mir gut.« Das sieht man. Seine Bilanz aus 2017/18 (sieben Tore, elf Vorlagen) wird er in der jetzigen Form verbessern, eventuell auch den Topwert 2016/17 (neun Tore, 15 Vorlagen). Christian Düncher

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