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»So macht Fußball Spa?

  • Uwe Born
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Der Monat Oktober hatte viel zu bieten: Erfolge für die höherklassigen Teams aus der Wetterau, beeindruckende Serien in der Kreisoberliga - und einen bemerkenswerten Bericht eines Schiedsrichters.

Was verbindet die Fußballvereine FV Bad Vilbel, TSV Bad Nauheim, SC Dortelweil. SV Gronau und VfB Friedberg, Stürmer Dominique Ware und Schiedsrichter Thomas Stief? Ganz einfach: Sie alle haben im dritten Saisonmonat Erstaunliches geleistet. Die in der Hessenliga, Gruppenliga und Kreisoberliga spielenden Klubs blieben im Oktober ungeschlagen, während sich der beim VfB Friedberg fürs Toreschießen verantwortliche Dominique Ware im Rahmen des »Wetterauer Torjäger-Cups« den Monatssieg sicherte. Auch die Aktivitäten von Referee Thomas Stief (Seligenstadt) als fußballspezifisches Oktober-Highlight der Region aufzuführen, hat eine ganz spezielle Ursache: Er verfasste nach dem Kreisoberliga-Duell zwischen Türk Gücü Friedberg II und dem TSV Ostheim einen Spielbericht, wie man ihn gewiss nicht alle Tage zu lesen bekommt.

FV Bad Vilbel: Sprung auf Hessenliga-Rang zehn

Überregionale Erfolgsserien: Beim Hessenligisten FV Bad Vilbel lief im Oktober nahezu alles nach Wunsch. Zwar musste sich das Team von Coach Amir Mustafic gegen die Spvgg. Neu-Isenburg mit einem 1:1-Remis begnügen, siegte jedoch in Flieden (2:1), gegen Ederbergland (5:0) sowie am letzten Wochenende beim Mitaufsteiger FC Eddersheim (2:1). Verdienter Lohn war der Sprung aus der Abstiegszone ins Tabellenmittelfeld auf Position zehn.

Eine Etage tiefer, in der Gruppenliga Frankfurt-West, befindet sich der SC Dortelweil (Rang 13/17 Punkte) zumindest auf einem guten Weg dorthin. Verantwortlich dafür sind die Erfolge über Nieder-Erlenbach (5:0) und die DJK Bad Homburg (2:0), aber auch die Unentschieden gegen Merzhausen (1:1), den Lokalrivalen TSV Bad Nauheim (1:1) und gegen Oberstedten (2:2). Derweil rangiert der Gruppenliga-Aufsteiger Türkischer SV Bad Nauheim nicht zuletzt deshalb in der Spitzengruppe (Rang drei), weil die Tosunoglu-Elf nach bereits guten Resultaten im August und September noch eine Schippe drauflegte. Die Oktober-Bilanz der Badestädter: Zwei Teilerfolge gegen Dortelweil (1:1) und Spitzenreiter Oberrad (1:1) sowie makellose Auftritte in Hausen (5:1), gegen Seckbach (2:1) und bei der DJK Bad Homburg (3:1).

Goldener Oktober beim VfB Friedberg

Kreisoberliga-Abräumer: Besser als der Rangdritte SV Gronau, der unter der Regie von Trainer Florian Schwing aus den Partien gegen Bad Vilbel II (5:0), Staden (2:2), Nieder-Weisel (2:0), Groß-Karben (5:2) und Ober-Rosbach (3:3) imposante elf von 15 möglichen Zählern holte, präsentierte sich nur der aktuelle Tabellenachte VfB Friedberg: Fünf Oktober-Spiele bescherten dem Ex-Gruppenligisten nach einem total missratenen Saisonstart fünf Siege in Folge über Staden (6:1), Nieder-Weisel (4:1), Groß-Karben (5:0), Ober-Rosbach (2:0) und Dortelweil II (1:0) – besser geht’s nicht.

Toni Tsiakalos, Coach der Kreisstädter, bildet sich darauf aber nichts ein: »Mir war klar, dass es nach dem personellen Umbruch eine ganze Weile dauern würde, bis wir auf Touren kommen.« Vor allem die Defensive habe mittlerweile an Stabilität gewonnen: »Mit dem von Rot-Weiß Frankfurt gekommenen Torwart Radoslav Rusev, der ab September spielberechtigt war, kam der Umschwung. Zudem vollzog mit Mohammed Khalilia ein talentierter Spieler den Sprung in die erste Mannschaft.« Auf erfahrene Cracks wie Malte Strothmann, Martin Krank, Michael Schäfer, Lyes Maouche oder die schnellen Außen Benjamin Haase und Tanyel Fedler etwa zu verzichten, kommt für den Friedberger Übungsleiter erst gar nicht in Frage: »Gerade diese Spieler sind für das Team extrem wichtig.«

Dominique Ware Torjäger des Monats

Torflut: Ging’s im Oktober ums Toreschießen, konnte sich der VfB Friedberg besonders auf Dominique Ware verlassen. Dem 23-jährigen Deutsch-Amerikaner, der nach den Stationen Usinger TSG, FV Bad Vilbel, SV Assenheim und FSV Dorheim in der zweiten Saison für die Burgfeld-Elf stürmt, waren nicht weniger als zehn Treffer vergönnt, die ihm beim »Wetterauer Torjäger-Cup« 25 Wertungspunkte und damit Platz eins in der dritten von sieben Monatsentscheidungen brachten.

Dominique Wares Trefferquote: Jeweils drei Tore gegen Staden und Groß-Karben, zwei Goals beim Sieg in Nieder-Weisel sowie je eine weitere »Bude« gegen Ober-Rosbach und Dortelweil II. Sein persönliches Saisonziel sind 30 Saisontreffer. »Klubintern läuft diesbezüglich eine Wette, die ich natürlich gewinnen möchte«, verrät der VfB-Torjäger.

Ein außergewöhnlicher Zusatzbericht

Lobeshymne: Für Referee Thomas Stief, Mitglied der Schiedsrichtervereinigung Offenbach und dort stellvertretender Lehrwart, ist die Frage, welcher Spieler vorne in die Vollen trifft, weniger wichtig. Braucht der 34-jährige Unparteiische im Spielbericht keine Platzverweise, Beleidigungen oder andere gravierende Regelverstöße aufzuführen, reicht ihm das völlig. Am vergangenen Freitag pfiff der Seligenstädter auf dem Ober-Rosbacher Sportplatz Eisenkrain die Kreisoberliga-Partie Türk Gücü Friedberg II gegen TSV Ostheim. Das Resultat, 3:2 für die Ostheimer, war für Stief Nebensache. Dagegen hatte ihn die Fairness, mit der beide Teams zur Sache gingen, schwer beeindruckt.

Die Folge: Als Zusatz zum Spielbericht, also dort, wo üblicherweise die Verfehlungen der am Spiel beteiligten Protagonisten aufgeführt werden, waren Zeilen zu lesen, die nicht nur Klassenleiter Armin Kling in Erstaunen versetzten. Thomas Stiefs Zusatzbericht lautete (auszugsweise) wie folgt: »Als Schiedsrichter ist man bei negativen Ereignissen zwangsläufig immer schnell mit einer Meldung bezüglich der betroffenen Vereine. An dieser Stelle möchte ich nun aber kurz die Möglichkeit nutzen, das außerordentlich faire Verhalten beider Mannschaften ausdrücklich zu loben. Obwohl es unter Flutlicht ein schnelles und phasenweise umkämpftes Spiel war, waren beide Vereine sowie die Spieler stets fair und akzeptierten meine Entscheidungen ohne zu meckern. Alle Beteiligten haben sich jederzeit vorbildlich verhalten. Klasse. So macht Fußball Spaß. Ein Dank an beide Vereine, die Spieler und die Verantwortlichen.«

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