"Lucky-Punch" bleibt aus

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(ub). Fußball-Mannschaften, die im Abstiegskampf stecken, haben keine Wahl: Sie müssen dringend Punkte holen. Eben deshalb gab’s auf dem Gronauer Kunstrasenplatz beim Wetterauer Gruppenliga-Derby zwischen der gastgebenden Elf des SV Gronau um Trainer Florian Schwing und dem von Andreas Baufeldt gecoachten Tabellennachbarn FC Olympia Fauerbach auch keinen Schönheitspreis zu gewinnen, obwohl die Partie durchaus Rasse und Klasse hatte. Ein Sieger konnte jedoch nicht ermittelt werden, denn der Wetterauer Keller-Knüller endete mit einem 2:2 (2:1)-Remis, das den dargebotenen Leistungen beider Mannschaften aber durchaus entsprach.

Beim Bilanzieren dessen, was ihre Cracks in 90 kurzweiligen Minuten drauf hatten, überwog nach Ansicht beider Übungsleiter das Positive. "Das Niveau war gut. Beide Teams habenen gewiss nicht wie Abstiegskandidaten gespielt", sagte Schwing, während Baufeldt bezüglich seiner Leute lediglich die Phase zwischen der 20. und 35. Minute bemängelte: "Da haben wir hinten zu sorglos agiert und sind prompt in Rückstand geraten." Die Fauerbacher Gäste erwischten den besseren Start und lagen ab der fünften Minute in Führung, als Cristian Bodea einen langen Ball aus der eigenen Abwehr von David Clement aus halblinker Position ins lange Eck zirkelte. Lange währte die Freude der Baufeldt-Elf freilich nicht, denn Fabio Pinto da Silva egalisierte für die Bad Vilbeler Vorstädter nur fünf Minuten später nach Nico Gaschs punktgenauer Rechtsflanke. Helle Aufregung dann nach 16 Minuten: Gronaus Michael Ochere hatte FCO-Außenverteidiger Alexander Sarkisjan im Strafraum über die Klinge springen lassen, doch die Pfeife von Referee Eren blieb stumm. "Ein klarer Elfmeter. Den muss er geben", meinte Baufeldt.

Glück also für die Platzherren, die fortan in ihren Offensivbemühungen zielstrebiger wirkten und ihre stärkste Phase einläuteten. Flachschüsse von Pinto da Silva (24.) und Erhan Okuducu (31.) wurden vom Pfosten ausgebremst, doch nach 35 Minuten klappte alles wie gewünscht: Pinto da Silva flankte von links, Tiger Schäfer stieg im Zentrum am höchsten und verwandelte per Kopf zum 2:1-Zwischenstand. Jetzt waren wieder die Fauerbacher gefordert, und um ein Haar wäre ihnen noch vor der Pause das 2:2 geglückt. Dass es nicht dazu kam, lag an Bodea, der das Leder aus fünf Metern über Fabian Zscheichs Kasten drosch.

Halbzeit zwei bot zwar nicht mehr das hohe Tempo der ersten 45 Minuten - Langeweile kam dennoch nicht auf. Und ab der 48. Minute, nach Ignat Chekamazovs Goal zum 2:2-Ausgleich, war alles wieder offen. Optischen Fauerbacher Vorteilen begegnete Gronau zunehmend mit Konterattacken, die in zwei Fällen - Yannik Schildger (69.), Pinto da Silva (84.) - auch fast zum Erfolg geführt hätten. Weil auf der Gegenseite Niklas Beier (53.) sowie Beier und Aniket Kumar im Doppelpack (80.) präzise Hereingaben von Bodea und Baufeldt um wenige Zentimeter verpassten, blieb’s beim Unentschieden.

SV Gronau: Zscheich - Flachsel, Pierau, Okuducu, Zola - Schäfer, Cakiqi, Ochere, Pintol (26. Schildger/89. Trepohl) - Gasch (80. Hanf), Pinto da Silva.

FCO Fauerbach: Jens Michalak - Muntean, Clement, Botschek, Sarkisjan - Walther, Tarik Tosunoglu (36. Beier), Kumar, Chekmazov - Wischtak (46. Baufeldt/81. Glaßl), Bodea.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Eren (Schlangenbad). - Zuschauer: 80. - Tore: 0:1 (5.) Bodea, 1:1 (10.) Pinto da Silva, 2:1 (35.) Schäfer, 2:2 (48.) Chekmazov. - Gelb-Rote Karte: Schäfer (89./Spielverzögerung).

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