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Das Lokalsportjahr 2016

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(mn/mw) Der EC Bad Nauheim erreicht das Playoff-Viertelfinale der zweiten deutschen Eishockey-Liga, auf dem Burgfeld führt Torjäger Salih Yasaroglu den VfB Friedberg zum Aufstieg in die FußballGruppenliga, und in Dorheim spricht man in der Tischtennis-Abteilung von einem »perfekten Jahr«. Die lokalsportlich-prägenden Nachrichten aus zwölf Monaten haben wir zusammengefasst.

Zweitliga-Playoffs: Zwölf Jahre lang haben die Roten Teufel warten müssen. Zum ersten Mal nach 2004 hat sich der EC Bad Nauheim für die Playoff-Spiele der zweiten deutschen Eishockey-Liga qualifiziert; in der dritten Saison nach dem Wiederaufstieg. Und dies als Tabellensechster gar auf dem direkten Weg. Eine Serie von zehn Siegen aus elf Spielen zum Jahreswechsel hatte die Mannschaft von Petri Kujala in die vordere Tabellenhälfte gespült. Mehr als 3700 Zuschauer lockte das Heimspiel gegen Ravensburg in das Colonel-Knight-Stadion. Nach fünf Spielen war dann bereits in der ersten Runde Schluss. Die Viertelfinal-Teilnahme hat die Erwartungen für die Saison 16/17 (zu) hoch geschraubt. In der ersten Saisonhälfte waren die Roten Teufel immer auf einem (Pre-)Playoff-Rang zu finden, haben die beiden prestigeträchtigen Derbys gegen Frankfurt gewonnen. Doch: Trotz zahlreicher Heimsiege sind die Fans nur selten zufrieden nach Hause gegangen.

Alles abgeräumt: Deutscher Meister, MVP und Siegtorschütze im Finale und Spieler des Jahres in der Deutschen Nachwuchs-Liga. Julian Napravnik hat alles gewonnen, was es mit den Jungadler Mannheim zu gewinnen gab. Nur mit der U20-Nationalmannschaft hat der Ilbenstädter den Aufstieg in den Kreis der weltbesten Eishockey-Nationen erneut verpasst. Im Herbst hat der 19-Jährige ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der Stürmer spielt für die Des Moines Buccaneers in der United States Hockey-League (USHL), der besten Junioren-Spielklasse der Vereinigten Staaten. Napravnik ist einer von nur vier Deutschen in der Liga. Teamintern zählt er zu den besten Scorern.

(Ex-)Profis in Bad Vilbel: Der TC Bad Vilbel überstrahlt die Tennis-Szene in der Wetterau. Vier Mannschaften des 700-Mitglieder-Klubs haben in der Regionalliga gespielt, mit 15 weiteren Teams waren die Brunnenstädter in der Gruppenliga oder höher vertreten. Das Aushängeschild: die Damen. Der Hessenmeister von 2015 erreichte auf Anhieb Rang drei in der dritthöchsten Spielklasse. Die Bulgarin Julia Terziyska und und die Slowakin Chantal Skamlova blieben im Einzel jeweils ungeschlagen.

Die Mannschaft um Paul Haarhuis – er war einst die Nummer eins der Doppel-Weltrangliste – hat sich derweil auch in der Altersklasse Herren 50 für die höchste Spielklasse qualifiziert und möchte – nach den Titeln in der AK 40 – auch hier die deutsche Meisterschaft feiern.

Endstation Viertelfinale: Die Rhein-Main Patriots hatten sich als Tabellenzweiter der zweiten Skaterhockey-Bundesliga Süd für das Playoff-Viertelfinale qualifiziert. Die Verantwortung bei den Niddatalern war dabei allerdings auf zu wenige Schultern verteilt. Tim May (30), Dennis (17) und Sven Schlicht (16), allesamt im Eishockey zu Hause, erzielten 64 der 92 Vorrunden-Treffer. In den Playoffs unterlag Assenheim nach einer 5:12-Heimniederlage dann in Velbert mit 4:22.

Friedberger Sensationsjahr: Wenn die anderen nicht wollen, dann – kommt der VfB Friedberg! Der Türkische SV Bad Nauheim marschiert zu Jahresbeginn in der Fußball-Kreisoberliga einsam vorneweg, auf Platz zwei wechseln die Vereine ständig. Die Favoriten straucheln, und am Ende der Saison steht der VfB Friedberg auf Rang zwei. Dieser berechtigt zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation zur Gruppenliga, die die Mannschaft von Jürgen Ohl erfolgreich bestreitet und seit August nun auch diese Klasse auf

mischt. Aktuell stehen die Kreisstädter um Salih Yasaroglu (Torjäger des Jahres im Wetterauer Torjäger-Cup 15/16) auf Position vier.

Auf und Ab der Fußball-Profis: Marc-Oliver Kempf aus Dorn-Assenheim ist zurück in der Fußball-Bundesliga. Mit dem SC Freiburg gewann der Verteidiger die Zweitliga-Meisterschaft, unter Christian Streich war der 21-Jährige gesetzt. Kurz vor Saisonstart zog sich Kempf aber einen Meniskusriss zu und schuftet seitdem in der Reha für sein Comeback. Anfang Januar soll er mit dem SCF ins Trainingslager reisen.

Timothy Chandler aus Altenstadt-Oberau, der zweite Wetterauer in der Bundesliga, hat sich unter Niko Kovac zum Stammspieler bei Eintracht Frankfurt entwickelt. Der 26-Jährige bestritt 15 Vorrunden-Spiele und hat seinen Vertrag bis Juni 2020 verlängert.

Marco Meyerhöfer aus Burg-Gräfenrode hatte sich im Trikot des Regionalligisten 1. FC Saarbrücken in die Notizblöcke höherklassiger Klubs gespielt. Eine Knieverletzung erforderte dann aber eine lange Zwangspause. In dieser Saison kommt der 21-Jährige auf nur vier Einsätze.

Anfang April feiert die Offenbach Post Maik Vetter als »Symbol des Aufschwungs«. Unter dem neuen Trainer Oliver Reck läufts sowohl beim Regionalligisten Kickers Offenbach als auch für den Rodheimer Defensivspezialist blendend. »Stark wie nie« sei Vetter im Frühjahr gewesen, zudem erzielte er noch nie zwei Tore in zwei aufeinanderfolgenden Spielen. Dann folgt das Insolvenzverfahren bei den Kickers. Vetters Zukunft ist zunächst ungewiss; doch später ist er der erste Spieler, der einen langfristigen Vertrag unterschreibt, als klar war, dass der Spielbetrieb in der Regionalliga weitergeht. In die Saison 2016/17 starten der Traditionsverein und Vetter gut, ehe der 25-Jährige zunächst vier Spiele ausfällt und sich dann gegen Hoffenheim II Anfang November das Innenband reißt. Das Fußballjahr 2016 ist damit für ihn früher als erhofft beendet.

Yannik Dauth aus Karben ist beim Viertliga-Aufsteiger Teutonia Watzenborn-Steinberg als Nummer eins gesetzt. Der 24-jährige Karbener bestritt sämtliche 24 Saisonspiele für die Mittelhessen, die aktuell auf einem Abstiegsplatz rangieren.

In der West-Gruppe der Regionalliga spielt Julian Dudda. Der Wöllstädter kommt zwölf Einsätze für die Sportfreunde Siegen, den Aufsteiger, der aktuell den drittletzten Tabellenplatz belegt.

Renaissance in Bad Nauheim : Die Spvgg. 08 Bad Nauheim führt die Fußball-Kreisliga A Friedberg an. Als Aufsteiger träumen die Nullachter nun sogar vom Durchmarsch in das Friedberger Oberhaus. Zur Erinnerung: Erst zwei Jahre ist es her, als die Mannschaft nach dem Abstieg in die B-Liga zerfallen war, keine Reserve gestellt und nur mit Soma-Akteuren der Spielbetrieb der Ersten aufrecht erhalten werden konnte.

Tortells Auf und Ab: Auch für Marc Tortell ist es ein Jahr wie in der Achterbahn. In der Halle wird der 19-Jährige Deutscher Hallenmeister der U20 über 3000 Meter, ehe ihn ein Läuferknie ausbremst. Doch überraschend schnell kämpft sich der Mittelstreckler des TV Rendel zurück und läuft bei den Deutschen Jugendmeisterschaften aufs Podium, er wird Dritter über 5000 Meter. Krönender Abschluss ist für Tortell der erste internationale Start bei der Cross-EM im Dezember in Italien. Die Stadt Karben macht ihn unterdessen zum Sportler des Jahres.

Der Niedergang des WSV Oppershofen: Mit nur drei Siegen aus 24 Spielen wird der WSV Oppershofen in der Handball-Bezirksoberliga Letzter. Doch es geht noch weiter runter für den Traditionsverein. Weil eine Spielgemeinschaft mit der HSG Münzenberg/Gambach vorbereitet wird, wechselt ein Teil der Spieler zum Nachbarn; der WSV tritt mit seiner ersten Herrenmannschaft nur noch in der B-Klasse an. Auch für die Frauen läuft es nicht rund. Die vergangene Runde endet mit Platz fünf noch zufriedenstellend, in dieser Runde geht’s jedoch gegen den Abstieg.

Die Wetterau hat zwei Hawaii-Ironmänner: Jörg Jung (47) aus Butzbach und Henrik Apel (36) aus Bad Nauheim kommen bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii gemeinsam ins Ziel. Die Gefühlslage danach ist jedoch unterschiedlich. Während es für Jung nach einem Jahr mit langwierigen Verletzungen ein gutes Ergebnis war, zeigte sich Apel höchst enttäuscht. Dennoch: Beide haben großartige Leistungen gebracht, denn alleine die Qualifikation für Hawaii ist eine sportliche Höchstleistung – und dort nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen das Ziel zu erreichen, erst recht.

Perfektes Dorheimer Jahr: Die Tischtennisspieler des TTC Dorheim hatten in diesem Jahr eine ganze Menge zu feiern. Zum 70-jährigen Vereinsjubiläum gab es nämlich das perfekte Jahr. Alle vier Herren-Mannschaften im Spielbetrieb holen sich die Meisterschaft. Dazu wird die Erste (jetzt Verbandsligist) um Adam und dessen Sohn David Malaika Bezirkspokalsieger, während sich die Dritte gleich auf drei Ebenen – im Kreis, im Bezirk und in Hessen – den Pott holt.

Unter Welt- und Europameistern : Der PBC Karben ist in die Poolbillard-Bundesliga aufgestiegen. Zum Jahres- wechsel belegt die Mannschaft den vorletzten Tabellenplatz. Das Gesicht des Aufsteigers ist Holger Gries aus Karben. Der 53-Jährige ist fünffacher Europameister. Raphael Wahl ist derweil das Aushängeschild. Der 19-Jährige gewann im November die Deutsche Meisterschaft im 8-Ball und im 10-Ball und holte Bronze im 9-Ball.

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