Franz-David Fritzmeier ist derzeit viel am Handy, um den Kader von Zweitligist Löwen Frankfurt für die neue Spielzeit zusammenstellen - trotz Coronavirus-Krise. FOTO: HÜBNER
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Franz-David Fritzmeier ist derzeit viel am Handy, um den Kader von Zweitligist Löwen Frankfurt für die neue Spielzeit zusammenstellen - trotz Coronavirus-Krise. FOTO: HÜBNER

Löwen treiben Planungen für Erstliga-Comeback voran

  • vonred Redaktion
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(mka). Auch Franz-David Fritzmeier kommt nicht oft vor die Tür, natürlich, wie die allermeisten in diesen Corona-Tagen. An seiner Arbeit hat das aber gar nicht so furchtbar viel verändert. Auch in außergewöhnlichen Zeiten geht der Betrieb für der Sportdirektor der Frankfurter Löwen eigentlich ziemlich normal weiter - auch nach dem jähen Ende der Saison in der Deutschen Eishockey-Liga 2: "Mein Job ist es vor allem, Verhandlungen zu führen und Verträge zu machen", erklärt Fritzmeier, und das geht auch aus dem Home office, wo er nonstop im Einsatz ist, am Telefon, in Video-konferenzen oder per E-Mail.

Viele Vertragsfragen sind ohnehin schon länger vorbereitet, und am Mittwoch gab es dazu eine offizielle Vollzugsmeldung zur Verpflichtung von Alexej Dmitriev (Iserlohn Roosters) für die neue Saison - eine Spielzeit, an deren Ende sich endlich wieder die Tür in die DEL öffnet und die Löwen als Meister der zweiten Klasse hindurch schreiten wollen.

Die Angriffsreihen sind damit schon fast geschlossen, auch genug Anführer gefunden. Mit Eduard Lewandowski und Martin Buchwieser sind ebenso wie mit Verteidiger Max Faber die Verträge bereits verlängert worden, mit Kapitän Adam Mitchell ist man sich so gut wie einig - und mit anderen höchstens noch das eine oder andere Detail zu klären. "Der Kader ist zu 80 Prozent beisammen. Wir werden viele Spieler aus der vergangenen Saison halten", sagt Fritzmeier. Die meisten Verhandlungen seien schon geführt. In den kommenden Tagen und Wochen dürften regelmäßig weitere Vertragsverlängerungen bekanntgegeben werden.

Dass Max Eisenmenger, Jimmy Hertel, Dominik Meisinger und Lukas Koziol nicht dazu gehören werden, ist indes seit Mittwoch auch klar: Sie verlassen die Löwen, aus unterschiedlichen Gründen. Eisenmenger entwickelte sich so gut, dass er vor Angeboten aus der DEL nicht zu retten war. Bei Torwart Hertel und den Angreifern Meisinger und Koziol hängt die Trennung auch damit zusammen, dass in den Profiligen die Zahl der Spieler über 24 Jahre schrittweise reduziert wird - zur Förderung des deutschen Nachwuchses.

Derlei wird in Frankfurt vorbildlich geleistet - als Aufbauarbeit für die DEL. Dass "Entwicklung und Erfolge wieder einher" gegangen seien, stimmt Fritzmeier besonders zufrieden. Denn zu seinen Aufgaben im Homeoffice gehört auch die Aufarbeitung der alten Saison. "Die Liga war so schwer und ausgeglichen wie erwartet, unsere jungen Spieler hatten noch mehr Eiszeit", fasst er zusammen. Das Tief zwischendrin sei vielleicht etwas größer gewesen als gedacht. "Aber Mannschaft und Trainer haben sehr gut zusammengehalten und das super gehandelt", lobt der Sportdirektor: "Insgesamt hat man gesehen, dass die letzten zwei Jahre ein klarer Plan da war und dass daran kontinuierlich gearbeitet wurde."

In den ersten beiden Stufen des Dreijahresplans für den Aufstieg wurden die Löwen Erster der Hauptrunde. Insgesamt ist auch vieles so gekommen, wie man es am Ratsweg prophezeit hatte. Nur nicht, dass diese Saison wegen der Auswirkungen des Coronavirus nach der Hauptrunde abgebrochen werden würde. "Wir hätten eine gute Chance gehabt, den Titel zu holen", ist sich Fritzmeier sicher, nicht ohne anzufügen: "Die Trauer um die verpassten Playoffs ist schnell der Einsicht gewichen, dass es viel Wichtigeres gibt."

Die Meisterschaft soll nun nächstes Jahr nachgeholt werden - wenn auch der Aufstieg damit verbunden ist. Oder öffnet sich vielleicht doch jetzt schon eine Tür nach oben, weil die Corona-Krise manchen Erstligisten in seiner Existenz bedroht? Gerade die Krefeld Pinguine, der Frankfurter Kooperationspartner, sind wieder ins Wanken geraten. An derlei Spekulationen will sich Franz-David Fritzmeier nicht beteiligen: "Ich wünsche allen, dass sie wirtschaftlich überleben und gesund bleiben."

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