An der Taktiktafel: Olli Salo, der neue Trainer der Löwen Frankfurt. FOTO: HÜBNER
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An der Taktiktafel: Olli Salo, der neue Trainer der Löwen Frankfurt. FOTO: HÜBNER

Eishockey / Löwen Frankfurt

Löwen-Trainer Salo"Es ist ein langer Weg"

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Olli Salo, Trainer der Eishockey-Zweitligisten Löwen Frankfurt, spricht im Interview über Verzögerungen und spezielle Umstände.

Eigentlich hätte die Eiszeit in der Deutsche Eishockey-Liga 2 längst begonnen, durch die Corona-Pandemie aber ist auch im Eishockey alles anders. Nun, da zumindest die Vorbereitungen auf eine Saison voller Ungewissheiten in Gang kommen, hat der neue Frankfurter Trainer Olli Salo mit unserem Redakteur Markus Katzenbach über die Lage bei den Löwen gesprochen.

Durch die Corona-Pandemie hat sich alles verzögert. War das nur nervig, oder hatte es auch Vorteile?

Der ursprüngliche Plan war, dass ich am 1. Mai hierher komme. Das wurde dann Anfang August. Bis dahin habe ich nur mit Franz (Fritzmeier, Löwen-Sportdirektor, Anmerkung der Redaktion) und den anderen Trainern telefonieren können. Ich wollte natürlich so schnell wie möglich in Frankfurt sein, alle kennenlernen und so früh wie möglich mit der ganzen Mannschaft trainieren. Aber es ist, wie es im Moment eben ist mit dem Coronavirus. Es war auch gut, gerade mit den jungen Spielern auf dem Eis individuell trainieren zu können. Da sollte man nicht nur das Negative sehen. Wir haben schon viel gearbeitet. Jetzt kommen alle zusammen, und wir haben noch genug Zeit bis zur Saison.

Sie hatten schon vorher gute Kontakte nach Frankfurt. Was hat Ihnen Ihr Bruder Valtteri, seit zwei Jahren hier Torwarttrainer, über Frankfurt und die Löwen erzählt?

Nur positive Sachen. Ich hatte vorher mit Franz geredet, wie der Weg, das Konzept in Frankfurt ist. Valtteri hat mir alles bestätigt, das hat mir geholfen. Marko (Raita, Assistenztrainer) kenne ich schon lange, Matti (Tiilikainen, Salos Vorgänger als Headcoach) war mein Co-Trainer bei der U 20 in Hämenlinna. Und mit Franz habe ich immer wieder viel gesprochen. Es ist einfacher, wenn man sich gegenseitig kennt.

Waren Sie schon einmal bei Valtteri in Frankfurt?

Zwei Mal, aber nicht nur wegen ihm. Das erste Mal vor neun Jahren, mit meiner Frau, ein längeres Wochenende. Das war unsere erste gemeinsame Reise und hatte gar nichts mit Eishockey zu tun. Vor einem Jahr habe ich Valtteri einmal besucht, in der Länderspielpause während dem Deutschland-Cup. Da habe ich auch Franz getroffen, und es ging schon darum, ob ich vielleicht zu den Löwen kommen könnte.

Verändert es die Arbeit, wenn der Torwarttrainer der eigene Bruder ist?

Nein, für mich ist Valtteri in dem Fall ein Kollege. Wobei wir mal sehen müssen, wie die Zusammenarbeit über die Saison läuft (lacht). Bis jetzt ist immer alles gut gegangen zwischen uns. Ich weiß, dass wir über Eishockey gleich denken. Er kennt mich sehr gut, und er wird mir auch nichts übel nehmen, wenn ich mal was sage. Und ich werde ihm bei den Torleuten nicht groß reinreden.

Haben Sie sich von Matti Tiilikainen Ratschläge geholt? Zur Löwen-Lage oder zumindest zu Restaurants?

(lacht) Über die Stadt haben sich eher meine Frau und Mattis Frau unterhalten. Matti und ich haben ein bisschen über Eishockey geredet, aber nicht so viel über die Löwen. Ich wollte mir ein eigenes Bild machen. Natürlich weiß aber auch jeder Trainer, bevor er in die Kabine kommt, wer welcher Spieler ist. Und natürlich habe ich mit Franz den bestehenden Kader und mögliche Neuzugänge durchgesprochen. Damit haben wir im Februar begonnen. und das machen wir weiterhin: Einen ausländischen Verteidiger brauchen wir noch.

Wie lernt man so ein ganzes neues Team kennen? Haben Sie in der Zwangspause zu Hause in Finnland viele Videos geschaut?

Ehrlich gesagt nicht so viele. Ich habe aber über den Sommer mit jedem Spieler telefoniert. Ich habe auch meine Meinung, wie wir spielen sollten. An diesem Taktikbereich werden wir jetzt gemeinsam arbeiten.Es ist gut, dass viele Spieler schon zusammen gespielt haben. Es ist aber auch gut, wenn neue Ideen dazukommen, und eine neue Person. Hoffe ich jedenfalls (lacht). Und ich weiß ja auch, wie Matti denkt und arbeitet. Da gibt es viele Gemeinsamkeiten.

Was ist Ihre Vorstellung von gutem Eishockey?

Ich will aktives Eishockey. Dass alle fünf Spieler auf dem Eis Druck machen. Dass wir mit der Scheibe spielen und sie nicht einfach wegschießen, sondern immer den Pass suchen und zusammenspielen. Mir ist es sehr wichtig, dass die Mannschaft zusammenarbeitet. Das kommt vor der Taktik und allem anderem: Wie gut kämpft jeder Spieler für jeden anderen? Das ist die Nummer-eins-Sache: Dass wir wirklich eine Mannschaft sind. Davon abgesehen spiele ich gerne offensiver. Aber im Eishockey musst du alle Aufgaben erledigen. Wenn du defensiv gut spielst, eine gute Balance hast, hast du bessere Chancen, offensiv gut zu spielen. Wir wollen das Spiel unter Kontrolle, in unserer Hand haben und nicht warten, was der Gegner macht. Und natürlich ist das Wichtigste im Sport: Gewinnen. Das ist für mich auch sehr wichtig, da gibt es nur verschiedene Wege.

Die meisten Spieler haben Sie nun auch auf dem Eis sehen können. Wie schätzen Sie die Mannschaft ein?

Sehr positiv. Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen überrascht, wie gut die Jungs schon gearbeitet haben. Wir haben richtig Gas gegeben. Wir haben noch nicht fünf gegen fünf gespielt, auch nicht im Training, das wird noch mal interessant. Mit den ersten Wochen bin ich aber sehr zufrieden.

Die Saison ist auch rein sportlich speziell, als Meister könnten die Löwen Frankfurt endlich in die erste Liga zurückkehren. Hat man am Anfang der Vorbereitung schon das Ziel Aufstieg im Kopf?

Irgendwo im Hinterkopf ist das sicher. Aber wir sollten noch nicht zu viel daran denken, sonst vergessen wir alle anderen Sachen. Es ist unser Ziel, aber wir müssen dafür viel arbeiten. Das kommt nicht automatisch. Alle Trainer, alle Spieler wissen, dass es möglich ist, in die DEL zu kommen. Es ist aber ein langer Weg, mit vielen Etappen, über fast acht Monate. Jetzt konzentrieren wir uns auf den ersten Monat.

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