Matti Tiilikainen
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Eishockey

Löwen Frankfurt: Trainer Matti Tiilikainen geht - Nachfolger gesucht

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Matti Tiilikainen, Trainer der Löwen Frankfurt, wird nach der Saison Headcoach bei seinem Heimatverein Hämeenlinna in Finnland.

(mka). Am späteren Dienstagabend gab es in den Katakomben der Eissporthalle am Ratsweg Gesprächsbedarf. Ohnehin versammeln sich Spieler und Trainer der Frankfurter Löwen nach dem Ende der Partien stets noch einmal in ihrer Kabine. Diesmal ging es nicht nur um eine erste Aufarbeitung des vorangegangenen 3:2-Erfolges gegen die Dresdner Eislöwen. Vor allem ging es um eine wichtige Zukunftsfrage, da gab es von Matti Tiilikainen eine Personalmitteilung in eigener Sache: Der Frankfurter Headcoach wird die Löwen nach dieser Saison verlassen und nach Finnland zurückkehren, zu seinem Heimatverein HPK aus Hämeenlinna.

"Meine Familie und ich sind sehr glücklich in Frankfurt und froh darüber, Teil der Löwen-Familie zu sein. Es gab auch eine große Chance, hier zu bleiben. Aber so ein Angebot kann man kaum ablehnen", sagte Tiilikainen und führte aus: "Früher, als ich dort gespielt habe, war es ein Traum, dort zu spielen. Später als Coach im Nachwuchs war es dann ein Traum, Coach der ersten Mannschaft zu sein. Da hat sich schon ein Traum erfüllt."

Frankfurt traf dieser Entschluss Tiilikainens nicht unerwartet. "Wir hatten immer offene und faire Gespräche", sagt Sportdirektor Franz Fritzmeier, zurzeit mit dem geschäftsführenden Löwen-Gesellschafter Stefan Krämer auf Nordamerika-Reise. Die Entscheidung sei bis zum Schluss sehr knapp gewesen, und er habe immer gehofft, sie würde für Frankfurt ausfallen. Die Verlockung, bei einem europäischen Verein von Rang und Namen die Verantwortung zu übernehmen, noch dazu in seiner Geburtsstadt und bei dem Club, bei dem er fast sein ganzes bisheriges Eishockey-Leben verbrachte, war für Tiilikainen dann aber doch zu groß. Am Dienstag drangen erste Gerüchte aus finnischen Medien, am Abend erklärte sich der Trainer dann der Mannschaft, am Mittwoch folgte die offizielle Bestätigung der Löwen. "Ich bin schon jetzt unglaublich dankbar für die Chance, die mir die Löwen eröffnet haben", erklärte Tiilikainen dabei.

Nachfolger gesucht

Im Frühsommer 2018 hatte ihn Fritzmeier aus der Nachwuchsabteilung in Hämeenlinna nach Frankfurt geholt, wo er im Trainerteam mit seinen finnischen Landsleuten Marko Raita und Valtteri Salo seither Entwicklungsarbeit für den ab der nächsten Saison wieder möglichen Aufstieg in die erstklassige DEL leistet - mit vielen jungen Spielern, die eine Etage weiter oben irgendwann tragendere Rollen spielen sollen. Nach dem großen Umbruch vor der vergangenen Saison brachte er das runderneuerte Team rasch auf Erfolgskurs: Die Hauptrunde schlossen die Löwen erstmals auf dem ersten Platz ab, und mit etwas mehr Glück und Cleverness hätten sie in den Playoffs auch die Finalserie gegen die Ravensburg Towerstars nicht verlieren müssen. In dieser Runde tun sich Löwen noch schwerer, was auch mit einigen Verletzungsproblemen und dem verstärkten Einbau weiterer, noch altersgemäßen Schwankungen unterworfener Talente zu tun hat. Dem dringend nötigen Sieg gegen Dresden am Dienstag gingen drei Niederlagen voran.

Von ihrem Weg werden sich die Löwen so oder so nicht abbringen lassen, nur gilt es jetzt zu klären, wer dabei hinter der Bande steht. Den Trainermarkt sondiert der Sportdirektor schon länger. Ob die Spur wieder nach Finnland führt? "Könnte sein, muss aber nicht", sagt Fritzmeier. Entscheidend ist für ihn: "Wir brauchen einen Trainer, der in unserer Konzept passt, egal, wo er herkommt."

Wer auch immer auf Tiilikainen folgt: Helfen könnte es, dass es Marko Raita, ebenfalls in Hämeenlinna geboren, nicht zurück in die 70 000-Einwohnerstadt am Vanajasee im Süden Finnlands zieht. Raita, in Frankfurt gleichberechtigter zweiter Coach statt Assistent, hat ein neues Arbeitspapier schon unterschrieben, mit Torwart-Coach Valtteri Salo gibt es gute Gespräche über eine Verlängerung seines Vertrags. Beide könnten auch den Nachfolger Tiilikainens unterstützen - während dieser in der Heimat seinen Traum zu leben beginnt.

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