Eishockey

Löwen Frankfurt: Torhüter Klein ganz groß

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Ohne den starken Torhüter Patrick Klein wäre das erste Heimspiel der Löwen Frankfurt gegen Heilbronn nicht gut ausgegangen. Der Trainer macht eine klare Ansage. Jetzt kommt es zum Derby. 

(mka). Bis zur letzten Sirene hatte Patrick Klein alle Hände voll zu tun, und danach ging es genauso weiter. Von den Fans zum Spieler des Spiels gekürt, schlitterte der neue Torhüter der Frankfurter Löwen am frühen Sonntagabend für eine Ehrenrunde durch die Eissporthalle, so wie es am Ratsweg Tradition ist und er es sich gleich zu seiner Heimpremiere verdient hatte. Genauso wie den Solotanz danach, zu dem die Anhänger zur Feier des Tages ihren Torhüter auffordern, was in der dicken Uniform eines Eishockey-Goalies immer lustig aussieht und deshalb ja gemacht wird. Auch daran kam Klein nicht vorbei: Die Stadionregie spielte "La Bamba" über die Lautsprecher, er warf Beine, Arme und Schläger nach links und rechts, wie es sich gehört, unter dem Jubel der treuen Löwen-Freunde in der Kurve.

"Das kann man vielleicht noch etwas optimieren", fand er selbst hinterher mit einem Grinsen. "Aber ich bin ja neu hier und muss die Abläufe hier erst richtig kennenlernen." Und vielleicht, schob er nach, sei es auch "wichtiger, die Pucks zu halten, als hinterher den Clown zu spielen". Die gute Stimmung beim ersten Pflichttermin der neuen DEL-2-Saison in eigener Halle war so oder so vor allem Patrick Klein zu verdanken. "Er hat uns gerettet", würdigte Headcoach Matti Tiilikainen nach dem wechselhaften 5:3 gegen die Heilbronner Falken die Leistung seiner neuen Nummer eins. Der 25-Jährige hatte zum Einstand einen doppelten Crashkurs erhalten: Erst mit erstaunlichen Herausforderungen während der Partie, dann mit den Löwen-Gewohnheiten bei der Party danach.

Gerade im letzten Drittel war mehrfach Schlimmeres zu verhindern, sonst wäre diese Begegnung ganz gekippt. Immer wieder sausten Heilbronner Stürmer frei auf ihn zu, immer bekam Klein noch einen Stock, Handschuh, Schläger oder den gut gepolsterten Körper dazwischen.

Wie man sich als Torwart fühlt in solchen Notsituationen? "Gut, wenn man gehalten hat", parierte Patrick Klein. "Ich habe versucht, das Team im Spiel zu halten." Was ihm auch bestens gelang. "Er war da, als wir ihn gebraucht haben", lobte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier. Nötig wäre das nicht unbedingt gewesen. Gegen Heilbronn aber bekam der letzte Löwe noch einmal gezeigt, dass es in dieser umkämpften Liga keine Selbstläufer gibt. Nach einer 3:0-Führung glichen die unbequemen Gäste noch im Mitteldrittel aus - und waren eigentlich näher am Sieg, da stand ihnen nur Klein im Weg.

Weil andere weniger Gegenwehr zeigten, war Tiilikainen schwer angefressen. "Man muss sich schon fragen, ob man für die Nummer und den Namen auf der Rückseite des Trikots spielt oder für das Löwen-Logo auf der Vorderseite", formulierte der Coach seine Kritik an dem einen oder anderen Ego-Trip. Nach einem starken Anfangsdrittel gingen der Zusammenhalt und die Ordnung verloren unter der Lust des einen oder anderen, auf eigene Faust auf Torejagd zu gehen. Was dann fast ganz nach hinten losgegangen wäre, ohne Patrick Klein.

Von den Neuzugängen konnte er am meisten auf sich aufmerksam machen, von den prominenteren Sturm-Verstärkungen Roope Ranta, Stephen MacAulay und Martin Buchwieser etwa darf da noch mehr kommen. Trotzdem reichte es für einen Sieg, nicht unwichtig nach der unglücklichen 2:3-Niederlage zum Saisonstart zwei Tage zuvor bei den Hessenrivalen von den Kassel Huskies. Da waren die Löwen eigentlich lange die bessere Mannschaft gewesen. Beide Spiele hätten auch anders herum ausgehen können, sei es drum: Noch sind die Ergebnisse nicht so entscheidend, am Anfang einer langen Hauptrunde. Wichtig für Klein war es, das Vertrauen erhalten zu haben, beide Partien durchspielen zu dürfen. Fünf Jahre hatte der gebürtige Duisburger beim neuen Frankfurter DEL-Kooperationspartner in Krefeld unter Vertrag gestanden, war auch einmal in die Zweite Liga nach Kassel ausgeliehen, so richtig in erster Reihe hatte er nie gestanden. Das soll sich nun, mit immer noch jungen 25 Jahren, ändern.

Den Löwen ist es vor allem wichtig, ein verlässliches Torwart-Duo zu haben, damit notfalls immer einer bereitsteht. Der aus Freiburg gekommene Jimmy Hertel indes musste sich erst einmal mit dem Bankplatz begnügen. Nichts ist da in Stein gemeißelt, das zeigen auch Erfahrungen der Vergangenheit. Vor einem Jahr war Felix Bick als Nummer eins in die Saison gegangen, der vom damaligen Kooperationspartner aus Köln abgestellte Förderlizenz-Keeper Bastian Kucis aber machte ihm den Rang streitig. Bick wurde erst wieder glücklich, als er nach nur ein paar Frankfurter Monaten zurückkehrte zu den Nachbarn vom EC Bad Nauheim.

Wohin ihn in diesem Sommer Kucis folgte, kurioserweise, weil Köln jetzt mit der Kurstadt in der Wetterau kooperiert. An diesem Freitag (19.30 Uhr) treffen sich in Bad Nauheim alte und neue Löwen-Goalies, zum nächsten Hessen-Treffen früh in der Saison - und der nächsten Bewährungschance für Patrick Klein.

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