Franz Fritzmeier (r.) stand am Sonntag als Trainer an der Bande. Links: Ex-Teufel Jan Barta, der Development Coach der Löwen Frankfurt. FOTO: KESSLER
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Franz Fritzmeier (r.) stand am Sonntag als Trainer an der Bande. Links: Ex-Teufel Jan Barta, der Development Coach der Löwen Frankfurt. FOTO: KESSLER

Eishockey

Löwen Frankfurt: Sportdirektor Fritzmeier übernimmt Trainerjob von Salo

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Die Löwen Frankfurt haben aus dem historischen Debakel in Kassel (0:7 am Freitag) Konsequenzen gezogen. Am Sonntag gegen Bayreuth stand Sportdirektor Franz Fritzmeier als Trainer an der Bande.

Am Ende wurde der Neuanfang noch zu einem Nervenspiel. Mit 5:3 gewannen die Löwen Frankfurt schließlich gegen einen Rumpfkader der Bayreuth Tigers "Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen", urteilte darauf Franz Fritzmeier, der Sportdirektor, der tags zuvor auch den Posten als Headcoach übernommen hatte, und fand: "Nach zwei Tagen mit vielen Gesprächen und Analysen haben wir eine gute Reaktion gezeigt und schon einige Dinge umgesetzt. Das war ein erster Schritt"

Vorausgegangen war diesen Worten zum Sonntagabend ein aufwühlendes Löwen-Wochenende. Angefangen mit einem historischen Offenbarungseid, der für Olli Salo wiederum das Ende bedeuten sollte. Mit dem 0:7 vom Freitag, ausgerechnet bei den Kassel Huskies, war ein Tiefpunkt der jüngeren Frankfurter Eishockey-Geschichte erreicht und klar, dass es so nicht würde weitergehen können.

"Ich hatte vor dem Spiel auf ein Sieg und ein Signal gehofft, aber das ging dann in die ganz andere Richtung", sagte Fritzmeier. Die Entscheidung, sich von Headcoach Salo zu trennen, sei danach "unumgänglich" gewesen.

So tief in die Problemzone waren die Löwen seit Beginn des Dreijahresplans im Sommer 2018 nie geschlittert - und das im entscheidenden Jahr, in dem der Aufstieg in die erstklassige DEL endlich wieder möglich ist. Unter dem in die Heimat zum finnischen Spitzenclub Hämeenlinnan abgeworbenen Matti Tiilikainen war die Mannschaft trotz großer Umbrüche, etlicher junger Spieler und viel nötiger Entwicklungsarbeit zwei Mal die beste der Punktspiele gewesen und im März so Favorit auf den Titel, ehe die Playoffs der vergangenen Saison wegen Corona abgesagt wurden. Eine arge Durststrecke gab es auch vor einem Jahr schon einmal, doch kriegten die Löwen seinerzeit die Kurve. Eine ähnliche Trendwende trauten die Verantwortlichen Salo nicht zu.

Nun übernimmt erst einmal Fritzmeier, wie schon einmal im März 2018, auch damals nach sieben Gegentoren in Kassel, als er ein Viertelfinale gegen die Huskies noch zum Guten wendete. Auch in der DEL arbeitete der 40-Jährige schon für ein Jahr hinter der Bande, bei den Krefelder Pinguinen. Sein doppelter Einsatz in Frankfurt hängt unter anderem mit der finanziellen Situation angesichts der Einnahmeausfällen in Corona-Zeiten zusammen, befristet ist er nicht. "Man muss ja auch die gesamte Situation sehen", gibt Fritzmeier angesichts der vielen Ungewissheiten zu bedenken: "Wir haben immer noch Corona. Da ist die Frage: Wie geht es weiter im Eishockey?"

Wie es bei den Löwen weitergeht, ist eine andere Frage, kurz- und langfristig. Man müsse auch die Zukunft sehen, so Fritzmeier, die ja immer noch erstklassig sein soll, mit einem Headcoach für die DEL. "Vielleicht haben wir ja in sechs Wochen den richtigen Trainer dafür", meint Fritzmeier, Jetzt brauche man wiederum auch keinen neuen Trainer, der alles plötzlich ganz neu macht.

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