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Franz Fritzmeier

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Löwen Frankfurt: Wie Sportdirektor Fritzmeier auf die sportliche Bilanz und die Ausfälle reagiert

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Die Löwen Frankfurt werden von zahlreichen Ausfällen geplagt. Sportdirektor Franz Fritzmeier zieht Bilanz und erklärt, wie er personell reagieren möchte.

Ein gutes Drittel der langen Hauptrunde in der DEL 2 ist gespielt. Die Löwen Frankfurt finden sich im Tabellen-Mittelfeld wieder. Franz-David Fritzmeier sieht Luft nach oben, überraschend kommt dieser Zwischenstand für ihn aber auch nicht. Der 39-Jährige, seit Dezember 2017 Sportdirektor des ambitionierten Eishockey-Zweitligisten, bezieht Stellung zu verschiedenen Themen. Franz-David Fritzmeier über:

die Zwischenbilanz:Wir haben einige Punkte verschenkt und sind noch nicht so ins Rollen gekommen wie erwünscht. Insgesamt sind wir aber nicht unzufrieden. Es ist eigentlich alles so gekommen, wie wir es vorhergesagt haben: Dass wir noch mehr Junge einbauen wollen, dass die Liga enger und besser geworden ist und dass es auch schwierig werden könnte.

die Verletzungssorgen:Das begann schon vor der Saison mit Dan Spang (der Abwehrchef musste nach einer Rückenverletzung seine Karriere beenden, Anm. d. Red.). Da haben wir in diesem Jahr Pech. Es sind auch keine Muskelverletzungen, die vielleicht nicht so lang dauern, sondern immer wieder schwerere Verletzungen, wie bei Thomas Gauch, Mike Fischer und Alex Roach oder jetzt Adam Mitchell. Die Mannschaft hat damit zu kämpfen, die Ausfälle sind nicht so leicht zu kompensieren.

Kritik im Umfeld:Wir haben eine gute Mannschaft und ein klares Konzept, das auf den Aufstieg in die DEL abzielt. Man muss aber auch mal durch Zeiten hindurchgehen, die vielleicht nicht so einfach sind, wie jetzt mit dieser Personalsituation. Die Fans in Frankfurt sind immer topp und unterstützen uns, polemische Kritik hilft uns aber nicht weiter. Da sollten einige vielleicht mal über Anspruch und Wirklichkeit nachdenken. Frankfurt ist nicht der Nabel der Welt. Wir sind noch nur ein Zweitligist mit einem Zweitliga-Budget. Ich würde mir auch mehr Respekt gegenüber den anderen Teams wünschen: Es ist ja nicht so, dass in dieser Liga nur drei Profi-Mannschaften spielen und der Rest Hobby-Eishockey.

Weitere Verstärkungen:Wir haben keinen goldenen Esel hier, Spielerverpflichtungen kosten Geld. Man muss auch sehen, was der Markt hergibt. Und irgendwann kommen die verletzten Spieler ja wieder zurück. Generell gilt: Wir haben inklusive der Torhüter 26 Spieler selbst unter Vertrag, ohne die Förderlizenzspieler, das gab es in Frankfurt in der jüngeren Vergangenheit nicht. Der Kader ist breit aufgestellt. Wegen der Junioren-WM werden wir aber wahrscheinlich zeitnah noch einen Verteidiger verpflichten.

Folgen der U20-WM:Leon Hüttl, Daniel Wirt und Luis Schinko sind ominiert, Magnus Eisenmenger ist auf Abruf. Wir rechnen damit, dass uns zumindest drei Spieler während der Vorbereitungszeit und dem Turnier nicht zur Verfügung stehen, also vom 10. Dezember an für drei, vier Wochen. Das war eingeplant. Durch die Verletzungen hätten wir aber jetzt statt sechs wie vorgesehen nur vier Verteidiger. Deshalb legen wir noch mal nach.

Die Jungen:Am Anfang der Saison waren sie in einer gewissen Komfortzone. Sie haben nicht stabil genug gespielt, waren nicht hungrig genug. Vielleicht haben wir nach den starken Leistungen in der Vorsaison auch etwas überschätzt, wie weit sie schon sind. Es sind junge Menschen, die Zeit brauchen, sich zu entwickeln.

Die Führungskräfte:Wie bei dem ganzen Team ist bei einigen Spielern noch Luft nach oben. Der Ausfall von Adam Mitchell für die nächsten fünf, sechs Wochen trifft uns hart. Als Kapitän ist er nicht nur auf dem Eis, sondern auch in der Kabine extrem wichtig. Die Mannschaft muss noch enger zusammenrücken, der eine oder andere noch einen Schritt nach vorne machen. Wir glauben aber, dass wir gestärkt aus dieser Phase herausgehen werden. Foto: Storch

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