Eishockey

Löwen Frankfurt: Rechtzeitig gefangen

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(mka). Bevor der Puck zum ersten Bully der neuen Saison aufs Eis fiel, galt es noch, eine Zeremonie aus der vergangenen Spielzeit nachzuholen. Dass die Frankfurter Löwen im März die Hauptrunde der DEL 2 als beste Mannschaft abgeschlossen hatten, war bislang noch gar nicht gewürdigt worden. Wie auch? Schließlich hatte man danach wegen der ersten Corona-Welle notgedrungen die Play-off-Spiele um die Meisterschaft in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys abgesagt und später den Start in die neue Runde wegen der zweiten Welle erst um einen, schließlich um zwei Monate verschieben müssen.

Und als nun am Freitagabend nach acht ewigen Monaten ohne Eishockey tatsächlich wieder der Spielbetrieb aufgenommen wurde, nutzte Ligachef René Rudorisch die Gelegenheit, Löwen-Gesellschafter Stefan Krämer die ausstehende Trophäe an zu überreichen - ehe es später am Abends noch einen aktuellen Anlass zu guter Löwen-Laune gab.

Das 4:3 (2:0, 1:3, 0:0/1:0) nach Penaltyschießen gegen die alten Hessenrivalen von den Kassel Huskies tat den Löwen gut, nach Wochen und Monaten voller Schwierigkeiten und Ungewissheiten, zum Beginn einer Eiszeit voller Fragezeichen, die ohnehin eine spezielle ist, Corona hin oder: Weil nach langen Jahren der Meister der zweiten Klasse wieder in die erste aufsteigen darf, mit den Schwergewichten Frankfurt und Kassel als ersten Anwärter darauf.

Ob die Saison tatsächlich bis zu einem solchen Ende gespielt werden kann? Franz-David Fritzmeier freute sich erst einmal darüber, dass der Frankfurter Anfang gelungen war. "Es war ein ordentliches Spiel, alles war dabei, bis zum Penaltyschießen", sagte der Sportdirektor und verbuchte: "Ein Sieg zum Einstand, und ein Derbysieg."

Für die Löwen waren die Vorzeichen nicht einfach gewesen, Natürlich vor allem wegen der Corona-Pandemie und ihrer Folgen, aber nicht nur, das zeigte ein Blick auf die Tribüne. Ganz oben, neben dem wegen des vorerst für November verordneten Zuschauerverbots leeren Block, wo sonst die treuesten Fans stehen, saßen Stürmer Stephen MacAulay, Verteidiger Max Faber und Kapitän Adam Mitchell in Clubanzügen und mit Mundschutz, neben ihnen noch Mike Mieszkowski, er wenigstens nur für dieses Wochenende außer Gefecht gesetzt. Seine drei Sitznachbarn aber, allesamt Leistungsträger, werden den Löwen mittel-bis langfristig fehlen, das erinnerte schon wieder an die leidigen Verletzungsgeschichten der vorigenSaison.

Kassel hatte sich ganz kurzfristig dafür mit Dominik Tiffels noch einen weiteren Spieler aus der weiter auf einen Termin zum Saisonstart wartenden DEL ausgeliehen

In Szene setzten sich allerdings erst einmal die neuen Löwen. Kyle Wood allen voran, unlängst erst aus Kanada gelandeter Abwehrhüne und für seine zwei Meter erstaunlich wendig, überzeugend nicht nur wegen seines gezielten Direktschusses in Überzahl zum 2:0 (18. Minute). Auch Martin Buchwieser (5.) und Carter Proftz (22.) trafen, Frankfurt zählte drei Tore Vorsprung - und verspielte sie in nur acht Minuten, nach Kasseler Toren von Ryan Olsen (24.), Nathan Burns ((29.) und Tiffels (32.). "Diese Nachlässigkeiten müssen schnell aufhören", mahnte Fritzmeier, "das hat auch nichts mit Ausfällen zu tun".

Die Löwen indes fingen sich nach schwachem Mitteldrittel wieder, und weil Routinier Eddie Lewandowski schließlich als einziger seinen Penalty verwandelte, wurde es ein glückliches Ende. Fritzmeiers Fazit: "Endlich wieder Eishockey!" Am Sonntag (17 Uhr) beim EV Landshut geht es weiter.

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