Bilder aus dem Frühjahr kehren zurück: Ab Montag sind alle Sportanlagen - so wie hier der Platz in Fauerbach - für Trainings- und Spielbetrieb gesperrt. Die Amateure aus der Wetterau müssen erneut mit einer Zwangspause zurechtkommen.
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Bilder aus dem Frühjahr kehren zurück: Ab Montag sind alle Sportanlagen - so wie hier der Platz in Fauerbach - für Trainings- und Spielbetrieb gesperrt. Die Amateure aus der Wetterau müssen erneut mit einer Zwangspause zurechtkommen.

Coronavirus-Pandemie

Lockdown im Wetterauer Sport: Nur die Profis des EC Bad Nauheim dürfen spielen

  • Philipp Keßler
    vonPhilipp Keßler
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Erleichterung bei den Profis des EC Bad Nauheim, Ernüchterung bei den Amateursportlern: Der zweite Lockdown wegen der Coronavirus-Pandemie trifft den Sport abermals mit voller Wucht - wenn auch diesmal etwas differenzierter.

Da kann die Lobby noch so stark und die Bedeutung noch so groß sein: Auch der Sport ist vor der Coronavirus-Pandemie weiterhin nicht gefeit. Die am Mittwoch in einer Konferenz zwischen Bundesregierung und den Länderchefs vereinbarten Einschränkungen aufgrund den zuletzt stark ansteigenden Infektionszahlen treffen auch den Sport hart - Profis wie Amateure.

DEL2 bestätigt Saisonstart: EC Bad Nauheim kann am 6. November loslegen

Bereits am Nachmittag kam die Meldung, dass der Profisport hierzulande nun - die Verordnung gilt ab 2. November bis Ende des Monats und soll nach zwei Wochen auf den Prüfstand - komplett ohne Zuschauer starten muss. Dies trifft auch Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim, der aufgrund der hohen Inzidenzzahlen im Wetteraukreis bereits sowohl am vergangenen Wochenende wie auch für die für Donnerstag und Samstag angesetzten Testspiele im Colonel-Knight-Stadion ohne Fans geplant hatte. "Dass wir ohne Zuschauer starten müssen, war ja abzusehen. Gut ist erst einmal, dass die Botschaft da ist, dass es überhaupt losgehen kann", sagte EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein. Die Deutsche Eishockey-Liga 2 bestätigte am Mittwochabend in einer Pressemitteilung, an dem für 6. November geplanten Saisonstart festhalten zu wollen. "Wir sehen den Start als wichtig im Sinne der Sportart an", sagte DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch.

Deutlich düsterer sieht die Prognose in den heimischen Amateurligen aus, wo Trainings- und Spielbetrieb untersagt werden. Besonders der Fußball, der dank Hygienekonzepte und zuletzt auch Spielen mit weniger oder gänzlich ohne Zuschauer weitergemacht hatte, wird wieder eingestellt - in Bezug auf Spiel- und Trainingsbetrieb. Kreisfußballwart Thorsten Bastian (Rockenberg) reagierte mit der Ankündigung, bereits ab Donnerstag sämtliche Spiele auf Kreisebene absetzen zu wollen. "Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem man sagen muss, dass Gesundheit vor Fußball geht. Der Infektionsschutz steht über dem Sport", sagte er. "Ich habe bereits mit einigen Vereinsvertretern gesprochen und die haben das auch verstanden." Immerhin: Der Schaden hält sich im Fußballkreis Friedberg aufgrund der Tatsache, dass ohnehin Partien nur bis Mitte November angesetzt waren, in Grenzen. Etwaige Nachholspiele könnten - bei entsprechend positivem Pandemieverlauf bis dahin - vor dem Restart Anfang März gelegt werden, lautet Bastians Einschätzung.

Von der Absage im Kreis Friedberg nicht betroffen sind die hessischen Verbandsspielklassen sowie die Regionalligen, die rein theoretisch am Wochenende noch spielen könnten. Zu Ersteren wird der Vorstand des Hessischen Fußballverbandes am Donnerstagabend in einer Videokonferenz eine Entscheidung treffen. Angesichts der aktuellen Lage ging Bastian aber davon aus, dass auch dort der Spielbetrieb bereits unterbrochen wird - auch wenn die Verbandsspielklassen aufgrund des Saisonabbruchs im Sommer durch vermehrten Aufstieg ungewöhnlich volle Spielpläne haben, die aufgrund von einigen corona-bedingten Ausfällen seit dem Saisonstart Anfang September sowieso schon durcheinandergewirbelt worden sind. "Trotz allem sehe ich persönlich keinen Sinn darin, die Menschen am Sonntag noch einmal quer durch unser Bundesland und auf den Platz zu schicken", erklärte Bastian, der auch Beauftragter für die Region Frankfurt sowie Klassenleiter der beiden Frankfurter Gruppenligen ist.

In vielen anderen Sportarten war bereits vor dem Beschluss der Politik entsprechend reagiert worden. Der Hessische Handballverband hatte am 22. Oktober den Spielbetrieb bis einschließlich 8. November eingestellt, nachdem es bereits am ersten Spieltag der neuen Saison zu zahlreichen Ausfällen gekommen war. Gleiches gilt für den Hessischen Volleyballverband, der bereits zwei Tage zuvor den Spielbetrieb für mehr als vier Wochen unterbrochen hatte. Auch der Hessische Badmintonverband hatte am Wochenende mit einer Unterbrechung aller Spielklassen auf Landesebene bis einschließlich 15. Januar nächsten Jahres nachgezogen. Andere Sportarten wie etwa Tischtennis hatten es den Vereinen offen gelassen, ob sie angesichts der Infektionsgefahr zu einem angesetzten Spiel antreten wollen und Absetzungen straf- und kostenfrei sowie ohne Zustimmung des Gegners möglich gemacht. Auch sie werden nun wohl oder übel nachziehen müssen und die Saison bis mindestens Ende November unterbrechen - und bis dahin auf weitere Signale aus der Politik warten, ob und unter welchen Umständen eine Saison fortgesetzt werden kann.

Besonders bitter für alle Sportler allgemein: Auch Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Allein der Individualsport, also etwa allein joggen gehen, ist weiter erlaubt.

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