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Wichtiger Baustein: Innenverteidiger Julian Dudda (l.) kehrt gegen den KSV Baunatal aller Voraussicht nach zurück in die Startformation von Türk Gücü Friedberg.

Letzte Chance im Abstiegskampf

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(ub/rst). Der FC Gießen hat in der Fußball-Hessenliga die Meisterschaft und damit den Sprung in die Regionalliga Südwest längst in der Tasche, während am anderen Ende des Gesamtklassements mit dem FC Ederbergland, der Spvgg. Neu-Isenburg und dem Hünfelder SV drei Klubs definitiv abgestiegen sind. So weit. So gut. Doch in zwei weiteren wichtigen Fragen herrscht vor dem finalen Spieltag der Saison 2018/2019 noch kein klares Bild: Gesucht werden der Vizemeister und somit der Teilnehmer an der Aufstiegsrunde (FC Bayern Alzenau oder KSV Hessen Kassel) sowie der vierte Absteiger (Türk Gücü Friedberg oder SV Buchonia Flieden). Diesbezügliche Antworten fallen am Samstagnachmittag auf den Sportplätzen in Flieden, Gießen und Ober-Rosbach.

Fakt ist: In Sachen Vizemeisterschaft muss der Rangdritte Hessen Kassel (62 Punkte) sein Gastspiel in Flieden unbedingt gewinnen und darauf hoffen, dass Bayern Alzenau (65 Zähler) beim Meister FC Gießen leer ausgeht. Kommt’s tatsächlich so, wären Kassel und Alzenau punktgleich - der direkte Vergleich würde zugunsten der Nordhessen sprechen. Doch auch Buchonia Flieden (32 Punkte) ist zum Siegen verdammt. Gelingt das nicht, wäre der Abstieg in die Verbandsliga Nord für die Osthessen beschlossene Sache. Aus der Sicht des Wetterauer Hessenligisten Türk Gücü Friedberg (33) sicher von Vorteil: Im Gegensatz zur Fliedener Truppe, die nicht nur drei Punkte gegen Kassel, sondern auch Baunataler Schützenhilfe benötigt, kann sich die Mannschaft von TG-Coach Gültekin Cagritekin mit einem Heimsieg über den Hessenpokal-Finalisten KSV Baunatal aus eigener Kraft retten. Probleme, mit denen sich der FV Bad Vilbel nicht mehr befassen muss, da es für die auf Position zehn jenseits von Gut und Böse rangierenden Brunnenstädter im finalen Saisonduell beim Absteiger Hünfelder SV um nichts mehr geht.

Türk Gücü Friedberg - KSV Baunatal (Samstag, 15 Uhr in Ober-Rosbach):Für Friedbergs Trainer Gültekin Cagritekin, der die Kreisstädter nach zweieinhalb Jahren verlassen und beim Gruppenligisten Spvgg. 05 Oberrad eine neue sportliche Herausforderung suchen wird, ist das Spiel gegen den Tabellensiebten nicht nur das letzte als Türk Gücü-Übungsleiter, sondern wohl auch die wichtigste Mission. Dass er und sein Team bis zum Rundenende um den Klassenerhalt bangen müssen, kommt freilich nicht von ungefähr. Lediglich drei Siege (Ederbergland, Hünfeld, Waldgirmes) aus zwölf Partien waren nach der Winterpause zu wenig, um sich vorzeitig auf der sicheren Seite einreihen zu können. "Was morgen in Flieden passiert, interessiert mich nicht. Gießen und Kassel, gegen die wir zuletzt keine Chance hatten, waren eine Nummer zu groß. Mit Baunatal verhält es sich anders. Das haben wir schon bei unserem 4:2-Vorrundensieg bewiesen", sagt Cagritekin. Eine Wiederholung des Auswärtserfolges vom 3. November sei aber nur dann möglich, "wenn unsere Spieler noch einmal alle Kräfte mobilisieren und für den Verein ihr letztes Hemd geben". Deshalb hat der TG-Trainer in den Übungseinheiten unter der Woche genau hingeschaut, wer Gas gegeben hat - und wer nicht. Der personellen Auswahl, mit der die Friedberger den Klassenerhalt zu sichern beabsichtigen, sind allerdings einmal mehr Grenzen gesetzt. Gut möglich, dass Julian Dudda, der vor Wochenfrist in Kassel wegen einer Zerrung fehlte, wieder als Innenverteidiger beginnt. Dagegen ist nach Auskunft des sportlichen Leiters Sinan Karanfil an Einsätze von Außenverteidiger Kevin Bassey Effiong, Stürmer Younes Bahssou, Keeper Riste Shpirov und Mittelfeldspieler Ertugrul Erdogan erneut nicht zu denken.

Türk Gücü Friedberg: Kröller (Özer), Takahashi, Biber, Bartel, Aslan, Tesfaldet, Usic, Toskovic, Gürsoy, Miric, Bell Bell, Dudda (?), Kohnke, Mitrovic, Özyürek, Akkus Rodriguez, Penava, Savic.

Hünfelder SV - FV Bad Vilbel (Samstag, 15 Uhr):Für den FV Bad Vilbel wird das abschließende Spiel beim Hünfelder SV so oder so keine ernsthaften Konsequenzen mehr haben. Der Klassenerhalt ist gesichert, das Saisonziel im Jubiläumsjahr damit erreicht. Und schon stellt sich die Frage nach der Zukunft.

Vergangenen Freitag wurden der langjährige Kapitän Nuh Uslu (wechselt zum SV Zeilsheim), Kristijan Pejic (Posavina Frankfurt) und Dennis Geh (SC Dortelweil) verabschiedet. Außerdem geht Stürmer Fatih Uslu mit unbekanntem Ziel und Tim Tilger kehrt zum Verbandsliga-Absteiger Usinger TSG zurück. "Bei dem einen oder anderen ist es sehr schade, aber im Grunde ist es bei den meisten Spielern nachvollziehbar, wenn sie mal was anderes machen", findet Trainer Amir Mustafic. Er kann neben Aljoscha Atzberger und Julian Cichutek vom Absteiger Spvgg. Neu-Isenburg auch schon Abwehrspieler Kai Schäfer von der Hessenliga-A-Jugend von Bayern Alzenau als Neuzugang benennen.

"Wir haben im Trainig versucht, dass wir irgendwie die Mentalität behalten, die man braucht, um in dieser Liga ein Spiel zu gewinnen. Ich bin gespannt, ob die Jungs in der Lage sind, das durchzuziehen", sagt Bad Vilbels Trainer vor der Fahrt nach Hünfeld.

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