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Härtetest: Der Bruchköbeler Dirk Leonhardt hat sich unter anderem mit einem 24-Stunden-Radfahren auf seinen neuerlichen Weltrekordversuch vorbereitet.

Rad

Leonhardt auf Weltrekord-Jagd

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Dirk Leonhardt will im Sommer 15 Länder mit dem Fahrrad durchqueren. Damit hätte er einen Weltrekord aufgestellt.

Der Bruchköbeler Ausdauerspezialist Dirk Leonhardt hat sich den nächsten Weltrekordversuch vorgenommen: Er geht bereits jetzt schon im Training an die Grenzen, um im Sommer 15 Länder mit dem Fahrrad zu durchqueren.

Nach seinem Weltrekord für den längsten Triathlon im vergangenen Jahr und nur wenige Monate nach dem längsten Nonstop-Treppenlauf, den Dirk Leonhardt im März an der Seite von Judith Gebkea Strich auf der Himmelsleiter in Gelnhausen absolviert hat, hat der Bruchköbeler erneut Großes vor: Der 39-Jährige möchte ab dem 19. Juni den Weltrekord für die meisten Länder, die innerhalb von sieben Tagen mit dem Fahrrad bereist werden, überbieten.

Dafür muss der zweifache Familienvater 15 Länder durchqueren. Der Startschuss fällt im niederländischen Maastricht, von wo aus ihn seine Route durch Belgien, Luxemburg, Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Albanien bis in den Kosovo führen wird.

Die Strecke selbst ist ambitioniert, aber clever gewählt. Leonhardt setzt auf kleinere Länder: »Neben Luxemburg und Liechtenstein sind auch auf dem Balkan viele Länder nicht so groß. Deshalb habe ich die Route gezielt in diesen Bereich Europas gelegt«, erklärt der Ausdauerathlet. So wären »Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Albanien innerhalb von Stunden zu durchfahren. Im Kosovo ist dann der Weltrekord geschafft!«

Für Leonhardt wäre es allerdings nicht nur ein neuer Eintrag in die Geschichtsbücher, sondern auch die Erfüllung eines lang gehegten Traums, da seine Frau Ilsa aus Albanien stammt. »Ich war schon öfter dort, und da haben wir immer gescherzt, dass ich irgendwann mal nach da unten radel.«

Auch eine Alpenüberquerung hatte sich der Beamte im Dienste der Deutschen Bundesbank schon öfters vorgenommen - allerdings sind es die insgesamt 25 000 Höhenmeter vor denen es den begeisterten Triathleten graust: »Davor habe ich extrem Angst. Ich weiß aus Erfahrung, dass, wenn die Beine leer sind, man zwar noch rollen, aber eben nicht mehr bergauf sein eigenes Körpergewicht samt Fahrrad hochdrücken kann. Da mache ich mir Sorgen, dass der Zeitplan aus den Fugen gerät.«

Zumal die Vorbereitung nicht so verlief, wie vorgesehen. Zum einen ist es schwer, Höhenmeter im flachen Main-Kinzig-Kreis zu sammeln. Zum anderen hat Leonhardt im Frühling noch ein Buch über sein erfolgreiches Triathlon-Projekt geschrieben. »Da hat die Zeit gefehlt, viele Kilometer zu radeln.« Um sich dennoch eine gewisse Härte anzueignen, absolvierte der leidensfähige Ultrasportler unter anderem mehr als 300 Gravel-Kilometer in und rund um Frankfurt.

Außerdem peinigte er sich über Pfingsten mit einem 24-Stunden-Radfahren. Im Gewerbepark am Fliegerhorst drehte Leonhardt eisern 278 1,8 Kilometer lange Runden, auch um sich mental auf die kommende Herausforderung vorzubereiten. »Es war brutal anstrengend, vor allem in der Nacht. Man merkt sofort, ob die Motivation da ist oder nicht, je nachdem, ob man alleine ist oder mal Unterstützung vor Ort hat.«

Warum sich der Weltrekordler gerade das Industriegebiet am Fliegerhorst ausgesucht hat, erschließt sich aus den örtlichen Begebenheiten: »Es ist eine klinische Umgebung, so wie beim Laufen auf der Bahn. Es ist ziemlich windgeschützt, hat einen super Asphalt, ist beleuchtet. Und was den Autoverkehr angeht, ist es ziemlich sicher. Das ist beim Radfahren immer eine Gefahr.«

Eine Gefahr, die der »Ultra-Dad« vergangenen Sommer am eigenen Leib hatte schmerzhaft erfahren müssen, auch wenn das Auto geparkt war, in das er während seines Triathlon-Weltrekords geknallt war. Aus der Vergangenheit hat Leonhardt auch gelernt, dass es viele Dinge gibt, die optimiert werden können. So wurde nicht nur die Bike-Ergonomie von einem Profi komplett neu eingestellt, auch die Rekordreise nach Südosteuropa unternimmt Leonhardt bestens aufgestellt - inklusive Wohnmobil und zwei Begleitpersonen.

Und sollte der gebürtige Eisenacher nach 168 Stunden rechtzeitig im Kosovo ankommen, ist er auch seinem erklärten Ziel nähergekommen, neben dem Triathlon-Weltrekord jeweils einen im Laufen, Radfahren und im Wasser aufzustellen.

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