+
Nadine Schmidt wird beim Ironman in Klagenfurth Elfte ihrer Altersklasse W 30. Die Butzbacherin absolviert unter anderem 180 Kilometer auf dem Fahrrad rund um die malerische Kulisse des Wörthersees.

Ironman und Co.

Leidenschaft für Triathlon: Nadine Schmidt aus Butzbach ist "die Eisenfrau"

  • schließen

Es begann alles beim Triathlon Maibach. Seitdem ist Nadine Schmidt aus Butzbach vom Mix aus Schwimmen, Radfahren und Laufen inifiziert. Sie hat bereits mehrfach einen Ironman absolviert.

Die Butzbacherin Nadine Schmidt (RVW Gambach/Team Erdinger Alkoholfrei) finishte am vergangenen Sonntag den Ironman Kärnten in starken 10:59 Stunden - nur knapp über ihrer eigenen Bestzeit über die Langdistanz. Damit wurde die Athletin, die seit dieser Saison von ihrem Partner Timo Brückhof (ebenfalls RVW Gambach) als Trainer betreut wird, starke Elfte der Altersklasse W 30. Im Interview erzählt sie vom Rennen über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen am Wörthersee, wie sie mit dem schweren Unwetter währenddessen umgegangen ist, und wie sie Training, Job und gute Ernährung unter einen Hut bekommt.

Frau Schmidt, Ihre Ironman-Bestzeit - in Frankfurt 2017 aufgestellt - ist 10:56. Sie sagen aber von den Leistungswerten war Ihr Rennen in Kärnten stärker. Wieso?

Nadine Schmidt:Auch wenn es die Endzeit nicht widerspiegelt, war es mein stärkster Ironman. Das Schwimmen wurde ohne Neoprenanzug ausgetragen, wodurch in der Regel ein paar Minuten mehr auf der Uhr stehen. Auf dem Rad habe ich mich nach meinen Wattwerten gerichtet. Hier konnte ich mich im Vergleich zu Frankfurt um einiges steigern, zudem hatte die Strecke in Frankfurt 2017 nur 177 Kilometer. Der Marathon lief leider nicht wie geplant, war aber dennoch mein schnellster bei einem Ironman.

Viele Teilnehmer beschreiben das Schwimmen im Wörthersee als sehr angenehm. Der See hatte eine Temperatur von 26 Grad. Wie haben Sie die 3,8-Kilometer-Runde empfunden, zumal die letzten1000 Meter im Lendkanal geschwommen wurden, wo weniger Platz war?

Schmidt:Ich empfand das Schwimmen ebenfalls als sehr angenehm. Durch den Rolling Start, bei dem alle fünf Sekunden vier Athleten auf die Strecke geschickt werden, hatte ich viel Platz. Das war wirklich entspannt. Im Lendkanal wurde es etwas enger und ich war zeitweise etwas eingekesselt, wurde auch mal runter gedrückt, aber das bleibt fast bei keinem Wettkampf aus. Die Woche zuvor bin ich am Chiemsee als Staffelschwimmerin gestartet, dort waren die ersten Meter nach dem Massenstart deutlich unangenehmer. Mit meiner Schwimmzeit von 1:11 Stunden war ich absolut zufrieden.

Die Radstrecke mit 1600 Höhenmetern über 180 Kilometer war neu. Wie hat sie Ihnen gefallen?

Schmidt:Die Radstrecke war sehr schön und abwechslungsreich. Der erste Teil war geprägt durch zwei sehr flache und schnelle Passagen, aber auch teilweise verwinkelt und kurvig über oftmals schlechten Straßenbelag. Der zweite Teil fuhr sich für mein Empfinden angenehmer, auch hier gab es zwei Anstiege, unter anderem bei Kilometer 150 der lange Anstieg am Rupertiberg. Insgesamt war die Strecke zwar flüssig zu fahren, aber ich war deutlich zu vorsichtig unterwegs und habe dadurch sicher einige Minuten liegengelassen.

Gab es denn Momente auf dem Rad, in denen Sie Angst hatten?

Schmidt:Ich bin eigentlich eine gute Radfahrerin, darin liegt meine Stärke liegt im Triathlon. Hier habe ich mir hinsichtlich der Abfahrten und Kurven allerdings nicht so viel zugetraut. Ich kannte die Strecke nicht und hatte die Hand oft an der Bremse. Insbesondere in den kurvigen Abfahrten, wenn andere Athleten rasant überholten, hatte ich Respekt und habe mich defensiv verhalten.

Insgesamt hatten Sie sich in Kärnten mehr vorgenommen. Wo gab es noch Probleme?

Schmidt:Ich hätte sehr gerne eine schnellere Endzeit erreicht, die Trainingsleistungen insbesondere beim Laufen waren besser denn je. Doch nach meinem Vorbereitungsrennen bei den Hessenmeisterschaften über die Mitteldistanz, wo ich Dritte geworden war, hatte ich Schmerzen in den Fersen. Ab Kilometer 18 haben die sich im Marathon dann so deutlich bemerkbar gemacht, dass ich keinen sauberen Schritt mehr laufen konnte. Ich bin den Rest also mehr oder weniger im Schongang gelaufen. Zudem ärgert mich - wie gesagt - im Nachhinein meine defensive Fahrweise auf dem Rad.

Während des Rennens gab es ein schweres Unwetter mit Sturmböen und Starkregen. Der Zielbereich musste kurzfristig evakuiert werden, Athleten, die noch auf dem Rad unterwegs waren, haben das Rennen sogar für 30 Minuten unterbrochen. Wie ist es Ihnen ergangen?

Schmidt:Als der Himmel schwarz wurde, und das Gewitter mit heftigem Wind aufzog, war ich gerade auf dem Weg in die Wechselzone. Ich hatte Glück, denn erst als ich das Rad abgestellt hatte, ging es so richtig los. Absperrgitter fielen um und Absperrbänder flatterten umher. Ich habe mir Gedanken gemacht, ob ein Rennabbruch bevorstehen könnte, aber dann versucht, ganz normal weiter zu laufen und mich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen.

Wenn Sie den Ironman Frankfurt mit dem Rennen in Klagenfurt vergleichen: Welches Rennen gefällt Ihnen besser?

Schmidt:Das ist schwer zu sagen, Frankfurt ist ein Heimrennen für mich. Es gibt so viele Fans durch Familie, Freunde, Bekannte, Vereins- und sogar Arbeitskollegen. Sie alle machen den Ironman Frankfurt zu etwas ganz Besonderem. In Klagenfurt war die Stimmung aber ebenfalls grandios und die ganze Location rund um den Wörthersee ist natürlich ein Traum. Beide Rennen haben also für mich ihren Reiz.

Wie lässt sich das zeitintensive Training mit Ihrer Arbeit bei der Zollinspektion in Frankfurt vereinbaren?

Schmidt:Das ist nicht immer einfach. Bei 41 Stunden Arbeit in der Woche plus Fahrzeit und unzählige Stunden im Stau auf der A 5 muss man die Trainingszeit, die einem bleibt, effizient nutzen. Ich habe aber eine super Fahrgemeinschaft und nette Kollegen, mit denen Absprachen kein Problem sind.

Wie ernähren Sie sich als ambitionierte Ausdauersportlerin. Verzichten Sie beispielsweise auf Süßigkeiten, Alkohol oder Fleisch?

Schmidt:Ich esse ganz normal, ich verzichte auf nichts. Ich achte aber auf die ausreichende Zufuhr von Kohlenhydraten und Eiweiß während intensiver Trainingsphasen.

Was haben Sie in dieser Saison noch vor?

Schmidt:Hauptsächlich noch zwei Mitteldistanzen mit dem Ironman 70.3 Zell am See und der Challenge Almere, zwischendrin noch zwei olympische Distanzen in Heidelbergman und Werraman und natürlich den Maibach-Triathlon, mit dem vor ein paar Jahren für mich alles begonnen hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare