Lebenszeichen der 46ers

  • Wolfgang Gärtner
    vonWolfgang Gärtner
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(gae). Keine Spur von Resignation bei den heftig kritisierten Gießen 46ers nach der Mittwoch-Pleite in Würzburg. Die Aufbauarbeit von Trainer Rolf Scholz trug Früchte: In der Osthalle präsentierte sich am späten Samstagabend eine kämpfende Einheit, die den unbändigen Willen hatte, gegen Bayreuth den benötigten 97:92-Heimsieg in der Basketball-Bundesliga einzufahren.

Nach Halbzeit eins führten die 46ers mit 46:40. Im dritten Viertel lagen die Gießener gar zeitweise mit zehn Punkten vorne, letztlich gingen sie mit dem 71:68 ins das finale Viertel. In einer spannenden Schlussphase behielt die Scholz-Truppe die Nerven und brachte den so wichtigen Sieg nach Hause. Auffällig im homogenen Gießener Team waren Center John Bryant mit 17 Punkten und 13 Rebounds. Ebenso ein Double-Double produzierte Brandon Bowman (21 Zähler/zehn Abpraller).

46ers-Cheftrainer Scholz war natürlich überglücklich, aber auch gezeichnet von den vergangenen Tagen und dem harten Fight gegen die Oberfranken. Vor der bedeutsamen Partie hatte er gesagt, dass er fest davon überzeugt ist, dass sein Team noch die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einfährt. Und: »Wir sind weit davon entfernt, uns aufzugeben.«

Kritik von Fans

Seine Mannschaft ließ den markigen Worten Taten folgen und zeigte ein ganz anderes Gesicht als noch drei Tage zuvor bei der blutleeren Vorstellung in Würzburg. »Emotion und Energie und Teamgeist vom Warm up bis zum Ende«, wie es 46ers-Geschäftsführer Stephan Dehler formulierte. Scholz fügte an: »Die Art und Weise, wie wir in das Spiel gegangen sind, war eine ganz andere als die in Würzburg. Intensität, Körpersprache, Wille und der Teamgeist waren für den Erfolg gegen Bayreuth ausschlaggebend.« Die Kritik und die Appelle der letzten Tage hatten sich die Spieler zu Herzen genommen.

Bereits vor der Partie gegen Bayreuth hatte sich am Freitag eine Fangruppierung mit einem »Offenen Brief« an die Gesellschafter der 46ers gewandt. Darin hatten sie massive Kritik an Verantwortlichen und Mannschaft geübt. Trainer Scholz nahm sie dabei aus.

Die Geschäftsführung um Dehler und Koch, der zudem noch das Amt des Sportdirektors bekleidet, reagierte und bot der Fangruppierung noch am Freitagabend einen Dialog an. »Das alles wurde im Mannschaftskreis thematisiert. Ein wichtiger Punkt war, dass wir uns ausgetauscht haben, wie wir auftreten«, sagte Scholz.

Ungeachtet der Unruhe im Umfeld geht es für die 46ers bereits Mittwoch (20.30 Uhr) in Weißenfels sportlich weiter.

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