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Lavallee: »Das war eine andere Zeit«

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Shakehands: Kevin Lavallee trifft am Sonntag in Bad Nauheim auf und neben dem Eis auf viele Freunde.
Shakehands: Kevin Lavallee trifft am Sonntag in Bad Nauheim auf und neben dem Eis auf viele Freunde. © Andreas Chuc

Kevin Lavallee und (der EC) Bad Nauheim – irgendwie gehören der Eishockey-Profi sowie die Stadt und der Verein in der Wetterau zusammen.

Bei den Roten Teufeln hat sich der gebürtige Kanadier sportlich in Deutschland einen Namen machen können, privat hat er hier sein Glück gefunden. 172 Partien (davon 118 in der Oberliga) bestritt Lavallee während dreieinhalb Spielzeiten für die Hessen, im Stadtteil Rödgen lebt er mit seiner Frau Jana und Sohn Vincent während der eishockeyfreien Zeit. Am Sonntag (18.30 Uhr) kommt der 30-Jährige mit den Lausitzer Füchsen als Gegner ins Colonel-Knight-Stadion.

WZ-Sportredakteur Michael Nickolaus hat vor dem Wiedersehen mit Kevin Lavallee gesprochen.

Kevin Lavallee, Sie zählen mit vier Treffern zu den erfolgreichsten Torjägern der Lausitzer Füchse. Ihre Mannschaft belegt aktuell Rang elf. Wie sieht Ihr Zwischenfazit nach gut einem Viertel der Saison aus?

Kevin Lavallee : Man sieht es Woche für Woche: In dieser Liga ist alles möglich. Ich denke da beispielsweise an den Sieg von Freiburg gegen Bietigheim. Wer hätte das gedacht? Jeder kann jeden schlagen. Es sind die Kleinigkeiten, die die engen Spiele entscheiden und die uns zuletzt Punkte gekostet haben. Die Saison ist aber noch jung. Da kann noch viel passieren. Wichtig ist, dass das Klima und der Zusammenhalt in der Kabine stimmen. Und da haben wir gute Jungs.

Dreimal schon wurden Sie in Bad Nauheim als Neuzugang begrüßt. Ist – zumal Sie im Sommer in Bad Nauheim leben –eine erneute Rückkehr denkbar?

Lavallee (lacht): Keiner weiß, was die Zukunft bringt. Und natürlich wäre es schön, irgendwann wieder für Bad Nauheim zu spielen. Aber das ist gerade sehr weit weg. Aktuell beschäftige ich mich nicht damit. Das letzte Jahr bei den Roten Teufeln habe ich noch im Kopf. Und das weckt keine guten Erinnerungen.

In Bad Nauheim werden Sie als Einheimischer gesehen, in Weißwasser als Auswärtiger. Genießen Sie dort eine andere Wertschätzung, mehr Respekt?

Lavallee: In Bad Nauheim hatte es vor zwei Jahren einfach nicht gepasst. Das waren auch nicht die Roten Teufel, wie ich sie kenne; aus den Jahren mit Fred Carroll als Trainer oder Lanny Gare als Mitspieler – das war eben eine andere Zeit. Vielleicht hatte das auch mit dem Aufstieg von der Oberliga in die DEL 2 zu tun. Wie es heute ist, kann ich nicht sagen. Auf dem Eis haben die Roten Teufel jedenfalls eine gute Mannschaft. Hier in Weißwasser fühle ich mich wohl. In der Kabine sehen wir uns nicht als Konkurrenten, sondern als Mitspieler an, wollen gemeinsam etwas erreichen.

Denken Sie als Spieler des Gästeteams in Bad Nauheim nicht manchmal, dass sie das falschen Trikot übergestreift hätten?

Lavallee: In der Vergangenheit hatte ich diese Gefühl, ja. Wenn man an der Kabine der Roten Teufel vorbeiläuft oder kurz überlegt, auf welche Strafbankseite man gehen muss. Inzwischen ist das aber längst nicht mehr so ausgeprägt. Und eines ist nach wie vor gleich, wenn ich auf dem Eis stehe: Auf der Tribüne sitzen meine Freunde noch immer auf dem gleichen Platz.

Sie spielen im dritten Jahr in Weißwasser. Sind Sie dort inzwischen auch heimisch geworden?

Lavallee: Ja. Meine Frau Jana ist in der zweiten Saison mit dabei. Wir haben hier Freunde gefunden und fühlen uns mit unserem Sohn Vincent sehr wohl.

Am 9. Januar bestreiten die Lausitzer Füchse das Winter-Game in Dresden, im Fußballstadion. Kribbelt es schon?

Lavallee: Die Möglichkeit ein Outdoor-Classics zu spielen, bietet sich oft nur einmal im Leben. Klar, da freut man sich schon jetzt drauf. Ich bin sehr gespannt, was uns dort erwartet und bin überzeugt, dass dies eine tolle Möglichkeit ist, Werbung für Eishockey und für unsere Liga zu betreiben.

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