Lausitzer Füchse

Lausitzer Füchse: Radikal-Umbruch nach Rekordsaison

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Die Lausitzer Füchse haben alle vier Kontingentstellen neu besetzt. Der Anspruch in Weißwasser: die direkte Playoff-Qualifikation

So viel Spannung lag schon lange nicht mehr über dem Saisonstart der Lausitzer Füchse aus Weißwasser. Das letztjährige Erfolgsteam wurde vor allem auf den Kontingentpositionen radikal umgebaut. Corey Neilson - zuletzt als "Trainer des Jahres" ausgezeichnet - holte gleich mehrere Spieler aus der britischen Liga nach Weißwasser.

Zugänge/Abgänge:"Wir haben einen starken Kader beisammen und noch mehr investiert als zuletzt", erklärt Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach. "Die Mannschaft ist ausgeglichener besetzt; eine spannende Mischung aus erfahrenen Spielern und jugendlicher Dynamik." Es gab mehr als ein Dutzend Abgänge - und natürlich auch Zugänge. Alle vier Kontingentstellen wurden neu besetzt. Von den Sturm-Neuzugängen Darcy Murphy (Belfast Giants), Mike Hammond (Manchester Storm) und Robert Farmer (Nottingham Panthers) erhoffen sich die Füchse noch mehr Durchschlagskraft und eine Verbesserung im Powerplay. Mac Carruth (Fehérvár AV19) bildet gemeinsam mit Förderlizenzspieler Maximilian Franzreb von den Eisbären Berlin das Torwart-Duo. In der Verteidigung setzten die Füchse ausschließlich auf Spieler mit deutschem Pass. Angeführt wird die Defensive von Joel Keussen und Neuzugang Ondrej Pozivil von Meister Ravensburg.

Stärken/Schwächen:In der Saisonvorbereitung deutete die Mannschaft in einigen Spielen ihr offensives Potenzial an. Spektakulär war vor allem der 5:4-Auftaktsieg nach Penaltyschießen gegen Kooperationspartner Eisbären Berlin. Der letzte Erfolg gegen den ehemaligen Erzrivalen aus der DDR-Oberliga lag immerhin fast 24 Jahre zurück. Damals spielte die von Jiri Kochta trainierte ESG Sachsen Weißwasser, die als Spielgemeinschaft mit Chemnitz an den Start ging, noch in der 1. Liga gegen die Eisbären Berlin. Zur großen Stärke könnte die Offensive avancieren. Vor allem die neuen Kontingentstürmer haben bei ihren alten Verein zuletzt fleißig gepunktet. Auch das Torwart-Duo Carruth/Franzreb verspricht gehobenes Zweitliga-Niveau. Entscheidend dürfte sein, wie sicher die Abwehr nach dem Abschied von Topverteidiger Chris Owens (Bietigheim) auftritt.

Trainer/Umfeld:Die starke Premieren-Saison von Corey Neilson in Deutschland hat beim 43-jährigen Coach den Hunger auf noch mehr Erfolge geweckt. Neilson will auch in der neuen Saison die Kontrahenten mit schnellem Hockey beeindrucken. Er ist überzeugt, dass in Weißwasser ein erneutes Rekordjahr möglich ist: "Wir haben eine klare Identität und wissen, wie wir spielen wollen. Alles ist möglich mit dieser Mannschaft."

Fazit/Prognose:Die Aufgabe des runderneuerten Teams lautet schlicht und einfach: die Rekordsaison 2018/19 mit 92 Punkten nach der Hauptrunde und dem souveränen Viertelfinal-Einzug toppen! Das Gesamtbudget für die kommende Spielzeit liegt erneut bei rund 2,8 Millionen Euro. Der Spieleretat wird allerdings von 800 000 auf 900 000 Euro angehoben. Aus Sicht von Geschäftsführer Dirk Rohrbach leitet sich aus dieser Erhöhung zwingend das Saisonziel ab. Das Thema Abstiegskampf und Playdowns soll in Weißwasser genau wie in der vergangenen Saison kein Thema sein. "Mit diesem Kader muss unser Anspruch mindestens Rang sechs sein", erklärt Rohrbach. Alles andere wäre angesichts der geballten Offensivstärke eine Enttäuschung. Mit dem Budget für das Team sind also auch die Ansprüche in Weißwasser gestiegen.

Frank Noack

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