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Lanny Gare: »Ortweins Rücktritt hat eine Rolle gespielt«

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Frank Gentges, Nils Liesegang, Frank Carnevale. Die Hauptrollen im Derby der Eishockey-Oberliga West zwischen den Löwen Frankfurt und dem EC Bad Nauheim waren in dieser Saison klar verteilt.

Am Donnerstag, wenn sich die beiden Mannschaften zum dritten Mal gegenüberstehen, rückt zunächst ein anderer Protagonist in den Mittelpunkt: Lanny Gare. Vier Jahre lang galt der heute 34-Jährige als Kopf der Roten Teufel, erzielte 155 Treffer in 195 Partien, diesmal läuft der Mittelstürmer im Trikot der Löwen Frankfurt auf. WZ-Mitarbeiter Frank Gantert hat vor dem brisanten Wiedersehen mit Lanny Gare gesprochen.

Lanny Gare, die Fans der Roten Teufel Bad Nauheim sind geschockt, weil Sie ausgerechnet nach Frankfurt zu den Löwen gewechselt sind. Wieso ist eine Rückkehr in die Wetterau gescheitert?

Lanny Gare : Ich kann verstehen, dass der eine oder andere Fan enttäuscht ist. Aber ich habe nie gesagt, dass ich nach Bad Nauheim zurückkomme. Frankfurt hat mir im Vergleich zu Bad Nauheim mehr Sicherheiten bieten können für die Zukunft. Dies war ein entscheidender Faktor – gerade für mich als Familienvater. Zudem hat sich Trainer Frank Gentges sehr ehrlich um mich bemüht. Ich habe es in den letzten Jahren immer gehasst, gegen Teams von ihm zu spielen. Er ist sehr ehrgeizig und hat einen Plan, wie man Spiele gewinnt.

Es heißt, dass Sie ein identisches Angebotauch vom EC Bad Nauheim vorliegen hatten.

Gare: Ich hatte eine tolle Zeit in Bad Nauheim. Die ganzen Jahre habe ich alles gegeben. Wir hatten tolle sportliche Erfolge. Aber seit Sommer ist diese Zeit vorbei. Mit mir sind viele Spieler und auch der Trainer gegangen. Ob das Angebot aus Bad Nauheim besser, gleich oder schlechter war, hat keine Rolle gespielt. Frankfurt hat aus meiner Sicht die beste Perspektive, in der kommenden Saison in der Zweiten Bundesliga zu spielen. Die Löwen haben einen sehr tiefen Kader.

Welche Rolle hat die Kündigung von Geschäftsführer Andreas Ortwein gespielt?

Gare: Wenn ich ehrlich bin, hat diese Entscheidung von Andreas Ortwein definitiv eine Rolle gespielt. Es gibt jetzt einige Schwierigkeiten in der Führung. Es ist nicht sicher, wie die Sponsoren auf den Rücktritt von Ortwein reagieren. Es ist vieles ungewiss. Das meinte ich zu Beginn des Gesprächs. Auf diese Ungewissheit wollte ich mich nicht einlassen.

Warum haben Sie in Weißwasser nicht die erwartete Rolle spielen können?

Gare: Zu Beginn lief es ganz gut. Meine Rolle war aber dann die eines defensiven Mittelstürmers. Danach wurde ich unglücklich. Ich war es in den vergangenen Jahren immer gewohnt, viel Eiszeit zu haben, auch im Powerplay. Diese Eiszeit hatte ich in Weißwasser nie. Daher bin ich froh, dass mir Frankfurt viel Vertrauen gibt.

Am Donnerstag spielen Sie für Frankfurt erstmals gegen Bad Nauheim. Mit welchen Gefühlen laufen Sie auf?

Gare: Es ist sicher etwas Besonderes. Die Stimmung im Stadion wird großartig sein. Ich freue mich auf die Kulisse. Letztlich bin ich Profi und werde für Frankfurt alles geben, damit die Punkte an die Löwen gehen.

Welche Reaktion erwarten Sie von den Fans aus Bad Nauheim?

Gare: Schwer zu sagen. Es ist verständlich, dass sie es gern gehabt hätten, dass ich wieder für sie spiele. Ich wünsche mir einen fairen Umgang. Wie gesagt: Ich habe immer alles für den Verein und die Fans gegeben. Auf der anderen Seite: Sollte es negativ sein und ich ausgepfiffen werden, muss ich da durch.

Frankfurt hat eine Mannschaft, die aus vielen starken Einzelspielern besteht. Ist da ein Vergleich zur Vorjahresmannschaft der Roten Teufel angebracht, die in den Playoffs an Bad Tölz gescheitert war?

Gare: Das würde ich so nicht sagen. Wir hatten viel Verletzungspech. Zudem war unsere vierte Reihe im Vergleich zu den anderen Teams schwächer. Aber das ist vorbei. Ich spiele jetzt für Frankfurt, und wir werden versuchen, am Ende ganz oben zu stehen. Aber Kassel und Bad Nauheim sind sehr stark. Jetzt gilt es, die Meisterrunde erfolgreich zu absolvieren, und dann beginnen die Playoffs – die schönste Zeit.

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