Spätestens am 20. Juli soll der Ball beim FSV Frankfurt um Thomas Brendel, Trainer und Sportlicher Leiter in Personalunion, wieder rollen. Dem Klub steht nach der Corona-Zwangspause nicht nur eine Marathon-Saison in der Regionalliga Südwest ins Haus, sondern auch noch das Finale um den Hessenpokal. FOTO: HÜBNER
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Spätestens am 20. Juli soll der Ball beim FSV Frankfurt um Thomas Brendel, Trainer und Sportlicher Leiter in Personalunion, wieder rollen. Dem Klub steht nach der Corona-Zwangspause nicht nur eine Marathon-Saison in der Regionalliga Südwest ins Haus, sondern auch noch das Finale um den Hessenpokal. FOTO: HÜBNER

Langsam geht es wieder los

  • vonred Redaktion
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(mka). Sein Büro hat Thomas Brendel in einem der Tribünentrakte des Stadions am Bornheimer Hang, auf dem Weg dorthin wird dem Trainer und Sportlichen Leiter des FSV Frankfurt aber stets vor Augen geführt, dass zu seiner Stellenbeschreibung ja noch eine andere Wirkungsstätte gehört - auch wenn diese zuletzt ungenutzt bleiben musste. "Unser Platz liegt da wie eine Eins. Ich sehe das jeden Tag wenn ich daran vorbei laufe", berichtet Brendel und findet: "Es wird Zeit, wieder darauf zu stehen und den Rasen zu riechen."

Ein wenig wird er sich mit der Rückkehr auf das Trainingsfeld noch gedulden müssen, immerhin aber ist ein fester Termin in Aussicht: Am 20. Juli wird der Fußball-Regionalligist die Vorbereitung aufnehmen für eine Mammutsaison in der Südwest-Staffel mit vermutlich 42 Pflichtspielen, die im September beginnen sollte - so es denn die Corona-Lage dann zulässt.

Hessenpokal-Finale vor Saisonstart?

"Wir freuen uns schon darauf, dass es wieder losgeht", sagt Brendel über den Trainingsauftakt. Möglicherweise wird dieser auch noch etwas früher abgehalten. Die Punktspielrunde ist in der vierten Klasse zwar abgebrochen worden. Noch aber steht das Hessenpokalfinale aus der alten Saison aus, der FSV ist bereits im Endspiel, nur der Gegner - FC Gießen oder TSV Steinbach Haiger - noch nicht fest. Das Finale könnte dennoch schon im August ausgetragen werden, dann bräuchte man vielleicht etwas mehr Vorlauf - schließlich steht mit der Qualifikation für den lukrativen DFB-Pokal einiges auf dem Spiel.

Ansonsten ruht der Geschäftsbetrieb am Bornheimer Hang noch weitgehend. Die Mitarbeiter sind bis Ende Juni in Kurzarbeit, die Spieler auch. Für die Verantwortlichen gibt es dennoch viel zu tun. Was die Planungen für die neue Saison angeht, gab es zuletzt von sportlicher Seite einige Vollzugsmeldungen. "Wir liegen gut im Soll und sind weiter als in den letzten zwei, drei Jahren", sagt Brendel. 18 Spieler stehen bereits unter Vertrag. Zwar gab es mit dem 23-jährigen Innenverteidiger Alieu Sawaneh vom Ligakonkurrenten FC Bayern Alzenau erst einen Neuzugang, doch auch das gehört zum Plan. Dafür sind schließlich drei weitere Talente aus dem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) in die erste Mannschaft hochgezogen worden. "Die letzte Saison hat uns bestätigt, dass wir da auf einem guten Weg sind", meint der Trainer. Vor einem Jahr waren es sogar sechs Jugendspieler gewesen, die dann in der Regionalliga auf ordentliche Einsatzzeiten kamen.

Brendel: "Darauf können wir stolz sein. Das zeigt auch, dass im NLZ gute Arbeit geleistet wird." Er weiß indes auch: "Wir brauchen noch zwei, drei Spieler mit Qualität und Erfahrung, in der Breite ist der Kader noch zu jung." Mit zwei Kandidaten dieses Kalibers ist der FSV bereits in intensiven Gesprächen, in dieser Woche könnten Einigungen verkündet werden.

Zwei, drei Gespräche stehen zudem noch mit Spielern aus dem bisherigen Kader an. Die Vorgabe ist klar: Der FSV plant mit drei Torhütern und 23 Feldspielern. Noch sind also ein paar Plätze frei, die letzten werden wohl erst recht spät vergeben - auch wegen des begrenzten Budgets. "Wir müssen wahrscheinlich ein paar Euro einsparen", erklärt Brendel, bei dem einen oder anderen Sponsor schließlich könnte in Corona-Zeiten die Unterstützung des Klubs schwerer werden. Dabei will man, so Brendel, auch "nicht gleich alles verballern", sondern sich gut überlegen, für wen man in diesem speziellen Transfersommer sein Geld ausgibt.

In Sachen Geld realistisch bleiben

"Der Markt ist voll mit Spielern Man muss nur sehen, dass man die richtige Entscheidung trifft", sagt der FSV-Trainer. Er glaubt, dass die Corona-Krise sich auch auf das Wechselverhalten auswirkt. "Ich kriege gerade viele Anrufe von ehemaligen Spielern, die zu schätzen wissen, was sie am FSV hatten", sagt Brendel. "Da bewährt sich unser Grundprinzip, nicht über unseren Verhältnissen zu leben", meint er in Gedanken an die Insolvenz vor drei Jahren: "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es nicht gut ist, mehr Geld auszugeben als man hat."

Anderswo lernt man das gerade, das Geld sitzt jetzt überall nicht mehr so locker. Jeder könne froh sein, meint Brendel, "wenn er einen guten Verein mit einer guten Infrastruktur hat." Damit kann der FSV Frankfurt inzwischen wieder punkten, einen verlockenden Fußballplatz eingeschlossen.

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