Lange am Sieg geschnuppert

  • Ralf Waldschmidt
    vonRalf Waldschmidt
    schließen

(ra). Die Bundesliga-Partie war gutklassig, temporeich, leidenschaftlich - dennoch hat eine wiederholt starke HSG Wetzlar am Sonntagnachmittag die Nachholpartie bei Frisch Auf Göppingen mit 30:33 (19:16) verloren. Hinter dem nüchternen Ergebnis verbarg sich ein Auftritt, bei dem die Grün-Weißen bis zum 28:28 in der 50. Minute den höher eingeschätzten Göppingern das Leben richtig schwer machten, mit einer überragenden Trefferquote zwischenzeitlich sogar mit fünf Toren (18:13, Björnsen, 27.) führten und erst beim 28:29 (52.) erstmals überhaupt in Rückstand gerieten.

Mit ein, zwei taktischen Abwehrfinessen, großer Kampfkraft und gelungenen Kleingruppen-Aktionen hielt das Team von Trainer Kai Wandschneider bis zum 30:30 (54., Cavor) den Ausgang noch offen, musste mit fünf torlosen Minuten in der Endphase den Göppingern dann aber doch den Sieg überlassen.

"Man muss nicht immer viele Bälle, sondern manchmal nur den richtigen Wurf halten", suchte Göppingens Torhüter Daniel Rebmann vor dem Sky-Mikrofon sein Stück Wahrheit für den Sieg der Schwaben über die Mittelhessen. Im ersten Abschnitt hatte der 26-Jährige keinen einzigen Wurf pariert, nach dem Wechsel dafür öfter die Hand an den Ball bekommen und in der 59. Minute bei eigener 32:30-Führung mit einem gegen Wetzlars Maximilian Holst gehaltenen Siebenmeter eben den Weg zum Erfolg frei gemacht.

Wetzlar haderte zum einen mit sich selbst, da sie im zweiten Abschnitt nur noch auf klägliche elf erfolgreiche Abschlüsse kamen. Zum anderen aber auch mit dem Schirigespann, dessen Entscheidungen für sie vor allem in der Crunchtime schwer nachvollziehbar waren. Wetzlars Trainer bekräftigte zwar, sich "zuerst an die eigene Nase zu fassen", verwies aber auch auf "andere Dinge, die eine Rolle gespielt" hätten und die er als "grenzwertig" bezeichnete.

"Göppingen hat 60 Minuten voll auf Tempo gespielt", analysierte Wandschneider die ansehnliche Partie, welches Wetzlar 55 Minuten voll mitgegangen war. Entscheidend für Wandschneider: "Wir können nicht auf dem Niveau von Göppingen wechseln. Am Ende hat die Kraft gefehlt."

Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld (n.e.), Srsen, Mirkulovski, Cavor (7), Mellegard (5), Forsell Schefvert (4), Björnsen (3), Fredriksen (3), Lindskog (3), Holst (2/2), Rubin (2), Henningsson (1), Gempp, Weissgerber.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Standke (Göttingen)/Heine (Wendeburg). - Strafminuten: 8:8.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare