EV Landshut

EV Landshut: Alte Liebe neu entflammt

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Der EV Landshut ist gewiss kein klassischer Aufsteiger. Der zweifache Meister wird um Platz zehn (und mehr) mitspielen.

So etwas nennt man eine Win-Win-Situation. Der Aufstieg in die DEL 2 und die damit verbundene Rückkehr auf die bundesweite Eishockey-Bühne hat nicht nur die Fans des EV Landshut begeistert und eine ganze Stadt in ihrer Liebe zum sportlichen Aushängeschild neu entflammt - auch für die Liga bedeutet es einen nicht zu unterschätzenden Attraktivitätsschub, dass der Deutsche Meister von 1970 und 1983 nach vier tristen Oberliga-Spielzeiten wieder zweitklassig an den Start geht.

Zugänge/Abgänge: Zunächst fällt auf, dass der Kader auf den Kontingentpositionen runderneuert wurde. Alle drei Ausländer, die in der letzten Saison am Gutenbergweg aktiv waren, haben den Klub verlassen: Miloslav Horava mit zunächst unbekanntem Ziel, Julien Pelletier Richtung Hannover Scorpions (Oberliga Nord) und Kultfigur Tomas Plihal gen tschechische Heimat (HC Kobra Prag/3. Liga). Neu gekommen sind dafür mit den Ravensburger Meister-Stürmern Robbie Czarnik und Mathieu Pompei zwei spektakuläre Namen, außerdem der litauische Stürmer Tadas Kumeliauskas aus Memmingen (Oberliga) sowie der kanadische Verteidiger Josh McFadden aus Sheffield (EIHL).

Von den Neuen mit deutschem Pass ist Torhüter Jaroslav Hübl aus Bremerhaven (DEL) der prominenteste, zudem bediente sich der EVL auch bei der Liga-Konkurrenz und nahm den Bad Nauheimer Kapitän Max Brandl sowie den Kaufbeurer Verteidiger Phillip Messing unter Vertrag. Bei den Abgängen sind vor allem noch die beiden vielversprechenden Talente Luca Zitterbart (München/DEL) und Luis Schinko (Frankfurt) zu erwähnen.

Stärken/Schwächen:Grundsätzlich ist ein Aufsteiger relativ schwer einzuordnen. Man kann aber getrost davon ausgehen, dass der Paradesturm mit den Neuzugängen Czarnik und Pompei sowie Aufstiegsheld Marc Schmidpeter neben viel Geschwindigkeit auch Treffsicherheit mitbringt. Generell scheint die Offensive einen guten Mix zwischen unterschiedlichen Spielertypen und auch Altersklassen abzubilden. Routiniers wie Max Forster und Max Hofbauer (beide 29 Jahre alt) sind ebenso Angriffspfeiler wie die hochveranlagten Marco Baßler (20) und Alexander Ehl (19), die teilweise auch in der DEL für Straubing und Düsseldorf zum Einsatz kommen sollen. Die vier Letztgenannten sind übrigens waschechte Landshuter.

Die Abwehr wirkt auf dem Papier für einen Neuling solide und erfahren. Inwieweit sie dem Tempo der besten gegnerischen Stürmer gewachsen ist und darüber hinaus den eigenen Spielaufbau mit der gewünschten Qualität ankurbeln kann, wird man sehen. Im Tor geht der "alte Hase" Hübl (36) als Nummer eins in die Saison.

Trainer/Umfeld:Trainer Axel Kammerer und Geschäftsführer Ralf Hantschke waren die Architekten des Aufstiegs, dementsprechend groß ist ihr Popularitäts- und Vertrauensvorschuss für die DEL 2-Saison, in der es auch mal den einen oder anderen sportlichen Rückschlag geben kann. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich seit der knapp vermiedenen Insolvenz Ende 2016 sukzessive verbessert, die im Mai begonnene Stadionsanierung für 22 Millionen Euro schafft auch infrastrukturell neue Möglichkeiten.

Fazit/Prognose: Mit dem Abstieg wird der EVL nichts zu tun haben. Platz zehn nach der Hauptrunde ist bei dieser Kaderqualität und angesichts der von Manager Hantschke formulierten Ankündigung, bei Bedarf noch einmal personell nachlegen zu können, ein realistisches Ziel. Michael Stolzenberg

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