Die Lage wird immer bedrohlicher

(ace). Die Luft im Tabellenkeller der Fußball-Hessenliga wird für den FV Bad Vilbel immer dünner. Die 0:3 (0:1)-Niederlage beim Regionalliga-Absteiger Eintracht Stadtallendorf am Samstagnachmittag war bereits die zehnte Partie in Folge ohne dreifachen Punktgewinn. "Stadtallendorf war uns fußballerisch nicht total überlegen, aber in den entscheidenden Situationen konsequenter und klarer. Das spricht für ihre Qualität", lautete das Fazit von FV-Trainer Amir Mustafic.

Die Gastgeber agierten im Herrenwaldstadion von Beginn an druckvoll und kamen gleich zu einer Großchance, die Felix Nolte vergab. Er setzte einen Kopfball knapp am Tor vorbei. Aber auch die Vilbeler waren - von Mustafic taktisch etwas anders eingestellt - gut im Spiel. So tauchte neben den Affo-Brüdern Farid und Moubarak, die auf der linken respektive rechten Außenbahn stürmten, Kapitän Thorben Knauer im Sturmzentrum auf. Er sollte bei gegnerischem Ballbesitz stets früh attackieren.

Dieser aggressive Plan Mustafics ging einige Zeit auf, denn das Aufbauspiel der Stadtallendorfer wurde so schon in der Verteidigungsreihe gestört. Über Konter versuchten die Bunnenstädter dann zum Erfolg zu kommen. Beinahe hätte das auch geklappt, als Eintracht-Torhüter Dusan Olujic bei einem weiten Ball aus seinem Kasten kam und Farid Affo gerade so noch stoppen konnte.

Das Chancenplus lag in der Folge beim Tabellenzweiten: Bei einem Freistoß von Amar Zildzovic musste FV-Torhüter Sadra Sememy sein ganzes Können aufbieten, um den Ball zu entschärfen. Ein weiterer Schuss des defensiven Mittelfeldspielers ging über den Kasten. Vilbel blieb weiter bei Gegenstößen gefährlich und verpasste nach 27 Minuten die Führung: Moubarak Affo passte rechts raus zu Ahmet Dogan, dessen Flanke Ernad Dananovic erreichte, der an Olujic scheiterte. "Etwas Mut habe ich bei meiner Mannschaft vermisst", sagte der Vilbeler Coach.

Das 1:0 markierten dann die nicht nur offensiv enorm effizienten Mittelhessen, die mal wieder im Stile einer Spitzenmannschaft agierten. Jascha Döringers Hereingabe von der rechten Seite verlängerte Laurin Vogt auf Nolte, der am langen Pfosten einschob (38.). Zu Beginn des zweiten Durchgangs stellte Mustafic noch einmal taktisch um, nach dem 2:0 von Vogt, der nach einer Freistoßflanke aus dem Halbfeld einschoss (51.), wechselten die Vilbeler auch personell. Dananovic und Moubarak Affo gingen raus, Misaki Saso und Alexandr Railean kamen, wobei der Rumäne in den Sturm ging und hinten nur noch mit Dreierkette verteidigt wurde. Doch Besserung im Vilbeler Offensivspiel war auch danach nicht zu erkennen.

Farid Affos Drehschuss, den Olujic glänzend parierte (79.), war die beste Möglichkeit der Gäste. Stattdessen waren es die kaltschnäuzigen Gastgeber, die nach 80 Minuten auf 3:0 stellten. Auf Vorarbeit des eingewechselten Brasilianers Appel Prestes da Silva markierte Vogt mit seinem zweiten Treffer den Endstand. Es war Sememy in der Nachspielzeit zu verdanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. "Eine sehr reife Leistung, obwohl wir nicht berauschend gespielt haben. Wir haben das nötigste getan, um das Spiel souverän nach Hause zu bringen", freute sich Stadtallendorfs Coach Dragan Sicaja. Mustafic war sich darüber im Klaren, dass es in der Tabelle immer enger wird: "Wir brauchen schon länger Punkte, aber es ist noch genügend Zeit. Wir müssen aber schauen, dass wir auch mal mit einem dreckigen Sieg Selbstvertrauen gewinnen."

Eintracht Stadtallendorf: Olujic - Gaudermann, Pape, Vidakovics, Jovic - Arifi, Zildzovic - Vogt (82. Schütze), Döringer, Heuser (63. Krasniq) - Nolte.

FV Bad Vilbel: Sememy - Dogan, Alik, Huwa, Brauburger - Babic (75. Atzberger), Dananovic (54. Saso), Biehrer - Moubarak Affo (54. Railean), Knauer, Farid Affo.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Loschke (Vellmar). - Zuschauer: 521. - Tore: 1:0 (38.) Nolte, 2:0 (51.) Vogt, 3:0 (80.) Vogt.

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