Die Lage der Liga n Schmidts Umstellungen bringen die Wende

(pv) Die Volleyball-Männer der SG Rodheim haben das zweite Fünfsatz-Match der Saison für sich entschieden und das Spitzenspiel gegen Eintracht Wiesbaden mit 3:2 (22, -10, -15, 18, 12) gewonnen.

Nach fast zwei Stunden war die Entscheidung in der Eisenkrain-Halle zugunsten der Piraten gefallen, die damit einen großen Schritt Richtung Meisterschaft gemacht haben.

Die Mannschaft aus der Landeshauptstadt reiste aufgrund von verletzungs- und krankheitsbedingten Ausfällen mit einer absoluten Rumpfmannschaft nach Rodheim und hatte die Meisterschaft bereits vorher fast abgeschrieben, wie dem Vorbericht auf der Internetseite des Vereins zu entnehmen war.

Doch auch die Wetterauer um Trainer Carsten Schmidt mussten eine Änderung im geschrumpften und nach der Winterpause noch nicht optimal vorbereiteten Kader verarbeiten. Da der griechische Libero und Motivationskünstler Angelos Kalergis nicht wie ursprünglich geplant kurzfristig zum Spiel einfliegen konnte, wurde diese wichtige Annahme und Abwehrposition erstmalig durch den etatmäßigen Mittelblocker Robert Leuner besetzt. Dieser ist aufgrund seiner erst sechs Wochen alten Fußverletzung noch nicht wieder voll als Angreifer einsetzbar.

Durch die fehlende Abstimmung in der Annahme mit dem neuen Rodheimer Libero, immerhin bereits dem vierten der laufenden Saison, liefen die Piraten schon im ersten Satz einem Rückstand von 1:5 hinterher. Eine eindrucksvolle Aufschlagserie des Wetterauer Diagonalspielers Robert Stodtmeister, unter anderem mit drei Assen, sorgte kurzfristig für die 6:5-Führung. Obwohl in der Folge zumeist die Eintracht einen kleinen Vorsprung halten konnte, sicherte sich am Ende das Rodheimer Team um Steller und Kapitän Johannes Gruppe den Satz mit 25:22. Auch im zweiten Durchgang mussten die Rodheimer Gastgeber schnell einen 3:8-Rückstand hinnehmen. Im weiteren Verlauf reihten sich auf Rodheimer Seite Fehler an Fehler, so dass nach dem 7:16-Zwischenstand der Satz am Ende mit 10:25 deutlich und verdient an die immer stärker aufspielenden Wiesbadener ging.

Das gewonnene Selbstvertrauen nutzte die Eintracht, um den dritten Satz ebenfalls klar mit 25:15 für sich zu entscheiden. Trotz einigen gelungenen Abwehraktionen von Robert Leuner in der Liberoposition und im Angriff aufblitzenden Können von Sascha Gornik fehlte dem Rodheimer Spiel insgesamt die gewohnte Sicherheit im Aufbau und Abschluss.

Da aufgrund der instabilen Annahme die Rodheimer Mittelangreifer nur selten eingesetzt werden konnten, griff der Rodheimer Trainer Carsten Schmidt zu Beginn des vierten Satzes zu einem ganz besonderen Kunstgriff: Um die Annahme entscheidend zu stärken, wurde statt mit zwei nur mit einem Mittelblocker gespielt. Die zweite Mittelposition wurde mit dem Außenangreifer Timo Streitenberger besetzt, so dass insgesamt drei feste Annahmespieler auf dem Feld standen. Die unfreiwillig geschonten Mittelblocker Alexander Schuld und Stefan Kann sahen nun einen kämpferisch starken vierten Satz, in dem ein ums andere Mal die Rodheimer Außenangreifer die Akzente setzten. Der sehenswerten Satzausgleich mit dem Punkt zum 25:18 gelang Zuspieler Johannes Gruppe, der ein Stellspiel antäuschte und dann den Ball einhändig rückwärts über den Kopf legte - ein Wiesbadener kam nicht mehr ran.

Mit der gleichen Aufstellung gingen die Piraten nun in den entscheidenden Tie-Break. Wiederum erwischten die Gäste aus der Landeshauptstadt den besseren Start. Mit 2:4 und 6:8 aus Rodheimer Sicht stand das Spiel trotz Unterstützung durch das Publikum wieder auf der Kippe. Eine knappe Aus-Entscheidung durch das Schiedsgericht zum 13:12 brachte das Eintracht-Team in Rage und die Piraten auf die Siegerstraße. Für den unglücklichen Abschluss zum 15:12 sorgte der frisch eingewechselte Wiesbadener Sven Becker. Sein Angriffsschlag endete im Rodheimer Block, und bei der folgenden Landung auf dem Fuß seines Mitspielers verletzte er sich am Sprunggelenk.

"Wir haben eine tolle Stimmung in der Halle sowie ein spannendes Spitzenspiel auf nicht höchstem spielerischen Niveau, aber mit überraschenden taktischen Auswechslungen und für Wiesbaden, aufgrund der Verletzung, einen tragischem Ausgang erlebt", meinte der "verschmähte" Mittelblocker Stefan Kann.

SG Rodheim: Sascha Gornik, Johannes Gruppe, Stefan Kann, Robert Leuner, Alex Schuld, Ulrik Sürken, Robert Stodtmeister, Timo Streitenberger, Johannes Voeske.

Mit dem knappen 3:2-Sieg gegen Wiesbaden haben die Rodheimer die Tabellenführung ausgebaut und nun vier Punkte Vorsprung - eine kleine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft. Der Rang-Dritte Waldgirmes gewann trotz dreier knapper Sätze (18, -23, 24, 27) gegen Bommersheim mit 3:1 und ist nun gerüstet für das Verfolgerduell in Wiesbaden am kommenden Wochenende. (mw)

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