Mit Kurzzeitgedächtnis

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(tim). Die Erklärung war so simpel wie logisch. "Du musst ein Kurzzeitgedächtnis haben", sagte Quantez Robertson. "Du musst werfen, auch wenn du vorher nicht getroffen hast." Wie schon in den ersten vier Spielen war die Wurfquote des Kapitäns der Frankfurt Skyliners auch am Samstagabend gegen die Hamburg Towers miserabel. Keinen seiner vier Dreierversuche konnte der 34-Jährige im Korb unterbringen. Und dann bekam ausgerechnet Robertson beim Stand von 79:78 gegen die Hamburg Towers 18 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung den Ball in der linken Ecke von Lamont Jones (25 Punkte) zugepasst. Der 1,88-Meter-Mann zögerte keine Sekunde, stieg hoch, drückte ab, der Ball fiel rein und die 4520 Zuschauer in der Ballsporthalle tobten. Kurz darauf war der erste Saisonsieg (83:78) eingetütet.

"Quantez Robertson macht, was Quantez Robertson macht", sagte Akeem Vargas (14 Punkte) mit einem breiten Lächeln im Gesicht. "Als der Pass kam, war ich sicher, dass er trifft." Auch Trainer Sebastian Gleim sagte anerkennend: "Den wichtigen macht er. Hoffentlich platzt jetzt irgendwie der Knoten in seinem Köpfchen."

Das Frankfurter Urgestein kämpft seit Saisonbeginn mit seiner Form. Obwohl der US-Amerikaner so fit wie nie aus der Sommerpause kam, agierte er weit unter seinen Möglichkeiten. Er verlor zu oft den Ball, vier Mal im Schnitt pro Partie, und traf nur drei von 18 Dreierversuchen. "Wir haben nach dem Berlin-Spiel lange miteinander geredet, weil er mit sich gehadert hat", berichtete Vargas, der mit Robertson Extraschichten nach dem Training einlegt. Beim 53:87 in der Hauptstadt waren die Skyliners chancenlos. "Heute macht er 14 Punkte. Er hat zwar keine gute Wurfquote, aber vieles richtig gemacht am Ende", fand Vargas.

Robertson selbst gab zu, dass er zuletzt zu überstürzt agiert hat. "Ich musste runterkommen und das tun, was ich am besten kann", erklärte das Energiebündel. Und dass Robertson enge Partien entscheiden kann, hat er in der Vergangenheit oft bewiesen.

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