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Kurioser Platzverweis gegen Volp beim Derby-1:1

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Nach dem letztlich gerechten 1:1 (0:0)-Unentschieden zwischen dem SV Nieder-Weisel und dem SV Nieder-Wöllstadt im Derby der Fußball-Gruppenliga bestimmten zwei Szenen die Analysen der Beteiligten. Es waren dabei nicht etwa die beiden Tore, wobei insbesondere der Treffer von Patrick Berschick äußerst sehenswert war.

Zum einen erregte die Rote Karte gegen Nieder-Weisels Sebastian Volp in der 72. Minute die Gemüter, zum anderen war es die Attacke von Hendrik Maas gegen gleich zwei Nieder-Wöllstädter. Beide Trainer waren sich jedenfalls einig: Keine Rote Karte für Volp und Elfmeter für Nieder-Wöllstadt wären die richtigen Entscheidungen gewesen – meinten Peter Morbe und Andreas Pelka nach dem Schlusspfiff.

Aufseiten der Gäste ärgerte man sich nicht nur wegen des nicht gegebenen Elfmeters in genannter Situation (Maas bringt Pelka und Vural zu Fall) und einer weiteren strittigen Szene gegen Pelka im Strafraum über das Remis. »Das waren zwei verlorene Punkte. Es war deutlich mehr drin«, bilanzierte Andreas Pelka, der mit seinem Team nach fünf Niederlagen in Folge wenigstens zu einem Teilerfolg kam. Sein Gegenüber Peter Morbe war dagegen zufrieden. »Wir haben viele Ausfälle, ich musste erneut umstellen und mit Junioren den Kader auffüllen. Da ist das Ergebnis auch wegen des Spielverlaufs absolut okay.«

Die kurioseste Situation der Partie ereignete sich in der 72. Minute, als Schiedsrichter Bengelsdorff zu seinem Assistenten zitiert wurde. Nach langer Beratung zückte Bengelsdorff die Rote Karte gegen den völlig verdutzten Sebastian Volp. Dieser hatte sich zuvor abseits des Balles ein handelsübliches Geschiebe und Geschubse mit Tim Pelka geliefert.

Während Andreas Pelka auf die gleiche Anfangsformation wie vor Wochenfrist beim 2:4 gegen Griesheim setzte, musste Morbe in der Viererkette Winter und Schwarz ersetzen. Kreativspieler Volp und Julian Scholz bildeten die neue und in dieser Form ungewohnte Innenverteidigung, in die später der eingewechselte Youngster Frederic Nockemann rutschte.

Nach der ersten Halbzeit hätte es auch 3:3 stehen können, beide Teams vergaben in einer Partie mit vielen Lücken im Mittelfeld und Abwehr zahlreiche gute Möglichkeiten. Für Nieder-Weisel zielte zunächst Antmansky zweimal völlig freistehend zu ungenau (7./9.), ehe Will Volps Freistoß parierte (15.). Nach einem Zarifoglu-Solo schoss zudem Kette am Nieder-Wöllstädter Tor vorbei (32.). Auf der anderen Seite war Tim Pelka oft am Drücker. Doch nach einem Will-Abschlag zögerte er zu lange (12.

), später verkürzte Maas den Winkel gekonnt und klärte zur Ecke (26.), und kurz vor der Pause schoss er das Leder völlig freistehend über das Tor (45.). Maas parierte zudem noch gegen Bucher (19./nach feiner Tosunoglu-Ablage).

In der zweiten Halbzeit nahm das Tempo etwas ab, die Tore fielen binnen 70 Sekunden. Zunächst verwertete Patrick Berschick einen Volp-Freistoß per Direktabnahme aus vollem Lauf zum 1:0 aus 15 Metern (57.). Kurz nach Wiederanpfiff wurde ein Wagner-Freistoß immer länger, Burak Dincer köpfte aus kurzer Distanz zum 1:1 ein (58.). Sportlich gesehen gab es nur einen weiteren Höhepunkt: Can setzte einen Freistoß für die »Roten« an den Pfosten (74.).

SV Nieder-Weisel: Maas – Christopher Wanzke, Volp, Scholz, Ruppel – Antmansky (65. Werner), Zarifoglu, Biehl, Lukas Wanzke – Kette (73. Noclemann), Berschick (90. Tchoumbou-Nkiepo).

SV Nieder-Wöllstadt: Will – Wagner, Herdt (78. Hochgesand), Groth, Bucher – Deppner, Can, Tosunoglu, Dincer – Vural, Pelka.

Tore: 1:0 (57.) Berschick, 1:1 (58.) Dincer. – Schiedsrichter: Bengelsdorff (Marburg). Michael Wiener

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