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Kujala über Joel Keussen: »Jung, hungrig und robust«

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(mw) Ex-Teufel Niklas Pietsch wird ein bisschen nachgeholfen haben, und auch Geschäftsstellenleiter Matthias Roos als Ex-Duisburger dürfte seinen Anteil gehabt haben. Kürzlich hat Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim den Transfer von Joel Keussen in die Kurstadt öffentlich gemacht, nachdem diese Zeitung schon vor mehreren Wochen exklusiv die bevorstehende Verpflichtung vermeldet hatte.

Dass es bis zum Wechsel noch bis in den Mai dauerte, dürfte an Keussens langer Saison mit den Fischtown Pinguins gelegen haben, denn mit denen stand der Verteidiger im Finale um die Meisterschaft der DEL2. Doch genau wie für den ebenso in dieser Woche verpflichteten Diego Hofland (Oberliga-Finalist mit Duisburg) hatte die Serie kein gutes Ende, denn die Norddeutschen verloren gegen Bietigheim nach sechs Spielen.

Keussen ist nach Dustin Cameron, Andreas Pauli und Hofland der vierte Zugang und nach Maik Blankart, Daniel Ketter und Alexander Baum der vierte fixe Verteidiger im aktuellen Kader.

Die Zukunft für den zuletzt von Hamburg per Förderlizenz in Bremerhaven spielenden Keussen heißt Bad Nauheim. »Ich kenne das Stadion, es ist ein kleiner Hexenkessel. Es war immer unangenehm, hier mit der Auswärtsmannschaft zu spielen«, sagt der 23-Jährige, der sicherlich die Vorzüge der Kurstadt auch von Niklas Pietsch (gleicher Jahrgang) empfohlen bekommen hat. Das RT-Eigengewächs ist sehr gut mit Keussen befreundet, beide spielten zuletzt gemeinsam in Duisburg und zuvor auch in Essen, Krefeld, Herne und der U20-Nationalmannschaft. »Wir kennen uns schon lange«, sagt der Rechtsschütze, der mit den Teufeln freilich in die Playoffs möchte.

Hinter Keussen liegt eine lange Leidenszeit. Im Frühjahr des vergangenen Jahres hatte er mit einem Rippenbruch, einer ausgekugelten Schulter, gerissenen Bändern und Entzündungen zu kämpfen. Für den Oberligisten EV Duisburg absolvierte er im März das letzte Spiel. Sein sportlicher Weg sollte ihn eigentlich nach Hamburg zu den Freezers in die Beletage des Eishockeys führen, doch zu einem Einsatz dort kam der robuste Verteidiger nicht.

»Ich wollte einfach wieder fit werden, habe mir aber keinen Stress gemacht. Kurz vor Ende der Hauptrunde konnte ich dann wieder spielen«, sagt Keussen im WZ-Gespräch. Fast ein Jahr blieb er also ohne Einsatz. Sieben Spiele in der regulären Saison und 16 in den Playoffs für Hamburgs Kooperationspartner Bremerhaven absolvierte er für die Fischtown Pinguins. »Jedes dieser Spiele war Bonus für mich. Jetzt habe ich nochmal den Sommer über Zeit, richtig fit zu werden und ab August für Bad Nauheim anzugreifen«, sagt der Familienvater, der in den kommenden Wochen viel Zeit in seiner Heimat Krefeld verbringen wird.

Dort, beim Krefelder EV, spielte Keussen in der Schüler-Bundesliga und später in der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL). Nach einem kurzen Abstecher zum DNL-Rivalen Düsseldorf debütierte er in der Saison 2008/09 für die Pinguine aus Krefeld in der DEL. Weitere Stationen waren in der Oberliga Herne, Essen und zuletzt Duisburg, zwischenzeitlich gab er ein kurzes Gastspiel beim EC Salzburg II. In der Saison 2011/12 war er Stammspieler bei den Dresdner Eis-löwen in der damaligen Zweiten Liga.

Von Keussen erhofft sich EC-Trainer Petri Kujala auch Akzente in der Offensive. »Ich kenne ihn schon lange. Er hat zuletzt Pech gehabt mit Verletzungen, aber er hat seine Qualitäten. Joel ist auch als Stürmer einsetzbar. Er gehört zu den jungen, hungrigen und körperlich starken Spielern, die wir brauchen«, sagt Kujala über den 1,90 Meter großen und 90 Kilogramm schweren Verteidiger, der mit Maik Blankart in Duisburg zusammengespielt hat.

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