Tischtennis

Kritik, Konzepte, Kooperationen

  • VonMichael Stahnke
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Veraltete Hallenregelungen, Schul-AG’s und erhöhte Gebühren. Der Tischtennis-Kreistag in Ortenberg bot reichlich Diskussionsstoff.

Diethelm Göbeler (Bad Nauheim/Steinfurth) hat als Kreiswart die Arbeit im Tischtenniskreis Wetterau entscheidend verändert. Dies bestätigen am Freitag beim Kreistag in Ortenberg zwei Funktionäre des Hessischen Tischtennis-Verbandes. Alexander Elsas (20 Jahre Kreiswart im Main-Taunus-Kreis) sagte: »Ich habe seit 1985 Kreistage erlebt, doch so konstruktiv und engagiert diskutiert wurde fast nie.« Ins gleiche Horn blies Markus Reiter, der ja auch schon 20 Jahre Kreisjugendwart im Kreis Wetterau war, bereits zu Beginn der Sitzung: »In anderen Kreisen diskutiert man stundenlang über die Einführung von Vierer-Mannschaften ohne die Probleme anzugehen, während ich hier im Kreisheft gelesen habe, was man alles angehen möchte. Die bisherigen Ergebnisse sind bereits griffig. Ich habe auch viele bekannte Gesichter wieder getroffen, was für Kontinuität spricht, aber der Kreisvorstand ist auch sehr aktiv in Richtung Zukunft.«

Bei aller Euphorie ist allen Beteiligten klar, dass es auch tatsächlich viel zu tun gibt, was Göbeler unterstrich. Neu sei beispielsweise ein Leistungstraining für Erwachsene, hessenweit eine Seltenheit. Einen großes Problem seien die veralteten Hallenschließungsregelungen aus dem Jahr 1993. Auf die Problematik wies auch Wolfgang Bott (Assenheim) hin, der sagte, dass die Hallen von allen Steuerzahlern finanziert seien und somit nicht nur den Schulen zur Verfügung stehen könnten.

Nach der Ehrung der Meister und der Feststellung, dass mit dem TSV Butzbach nach Jahren tatsächlich wieder einmal ein Verein keinen Vertreter zum Kreistag entsandt hatte (dafür waren andere Vereine oft mit mehreren Personen anwesend), referierte Alexander Elsas zur Datenschutzverordnung DSGVO. Er gab zunächst einen kleinen historischen Diskurs mit dem Hinweis, dass der Datenschutz in Hessen im Jahr 1970 zum ersten Mal als Thema aufgetaucht ist. Somit hätte es dieses Thema schon lange gegeben, doch entscheidend sei nun, dass es Strafen für Vergehen gebe. Allerdings wären die Kontrollbehörden unterbesetzt, und es gebe es auch noch keine Erfahrungen und Gerichtsentscheide. Es gebe nun aber ein Recht auf Auskunft und Löschung der Daten, so dass jeder Verein die Zustimmung aller Mitglieder über die Verwendung der Daten einholen sollte. Insgesamt wurde klar, dass hier noch viel Arbeit auf die Vereine zukommt.

Gebühren erhöht

Jens Becker, der Verantwortliche für die Klasseneinteilung, berichtete dann vom Verbandstag. Neuer Präsident des HTTV wurde Andreas Hain. Deutlich gemacht wurde, dass jeder Spieler und jeder kleine Verein wichtig sei. Denn genau diese kleinen Vereine sollen auch das Nachwuchskonzept des HTTV finanzieren, denn die Gebühren für die gemeldeten Mannschaften wurden erhöht (die Grundabgabe von 75 auf 100 Euro und die Abgabe für jede gemeldete Mannschaft um weitere 25 Euro pro Team). Markus Reiter wies darauf hin, dass das Geld benötigt würde, um die Schul-AGs fortführen zu können. Inhaltlich gab es noch Kritik, da Christine Gohla (Rodheim) darauf hinwies, dass der HTTV die AGs nur für zehn Wochen durchführe, die Schulen aber Planungen für mindestens ein halbes Jahr oder auch ein ganzes Jahr wollten. Reiter entgegnete, dass der HTTV nur für eine Initiative und nicht für eine dauerhafte Durchführung sorge. Der HTTV könnte den Vereinen nicht alle Arbeit abnehmen, obwohl es schwierig sein könnte, Personen zu finden, die am Nachmittag tätig werden könnten. Teil des Konzepts sei es auch, dass man sich nur an Grundschulen wende. Dieses Thema wird weiter auf der Tagesordnung bleiben, zumal in der abgelaufenen Saison mit dem SV Fun-Ball Dortelweil nur ein einziger Verein aus dem Wetteraukreis Gebrauch machte von dem Angebot.

Der nicht anwesende Kreisjugendwart Holger Thösen (Gedern) wandte sich in seinem Bericht zum Kreistag in scharfer Form gegen den HTTV, der sich zu wenig um die Nachwuchsarbeit an der Basis kümmere. Der HTTV erlaube keine Kooperationen der Vereine bei der Meldung der Mannschaften, was nicht länger so bleiben könne. So gab es auch einen deutlichen Rückgang der gemeldeten Nachwuchsmannschaften im Kreis.

Am Ende gab Jens Becker noch die Klasseneinteilung bekannt. In den Kreisklassen werden jetzt immer die ersten beiden Teams aufsteigen und nicht wie bisher nur der Meister. Die Relegationsspiele werden dann vom Tabellendritten gegen den Tabellenvorletzten der höheren Klasse bestritten. Somit wird es nur noch sechs echte Relegationsspiele geben, die am 4. Mai 2019 um 16 Uhr in Steinfurth ausgetragen werden sollen. Sogenannte Anwartschaftsspiele (bisher vorsorgliche Aufstiegsspiele) soll es somit nicht mehr geben. Becker präsentierte sein Konzept so überzeugend, dass dieses einstimmig angenommen wurde.

Der kommende Kreistag wurde an den TSV Stockheim vergeben. Für die Bezirkseinzelmeisterschaften der Damen und Herren fand sich kein Ausrichter. Die Bezirksmannschaftsmeisterschaften sollen dauerhaft vom Main-Kinzig-Kreis ausgerichtet werden, da dieser auch fast alle teilnehmenden Mannschaften stellt. Außerdem soll dies auch die einzige Veranstaltung für Senioren-Mannschaften überhaupt bleiben, da alle anderen auf Kreisebene, Verbandsebene und Bundesebene abgeschafft werden.

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