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Die 16 Kreisoberliga-Teams unter der Lupe

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© Andreas Chuc

Morgen starten die Kreisoberliga-Fußballer in die Saison. Wir haben vor dem Saisonstart die 16 Mannschaften unter die Lupe genommen und geschaut, wie die personellen Veränderungen und Zielsetzungen einzuschätzen sind.

Ein Aufsteiger und zwei Absteiger werden in dieser Saison in der Kreisoberliga Friedberg gesucht, die jeweils dahinter/davor platzierte Mannschaft relegiert. 16 Bewerber stehen zur Verfügung und starten am morgigen Freitag in die Saison. Da die Gleitklausel wegfällt, herrscht vom ersten Spieltag an Klarheit über die Modalitäten am Tabellenende – und nach einem Jahr ohne Relegation nach oben darf auch der Tabellenzweite wieder vom Aufstieg über den Umweg träumen. Doch wer sind die Kandidaten für die ominösen Plätze?

An der Tabellenspitze könnte es zu einem Vierkampf kommen, ein Topfavorit ist nicht in Sicht. Der SKV Beienheim kommt personell wenig verändert aus der Gruppenliga, ebenso haben die im vergangenen Jahr starken Türk. SV Bad Nauheim und SV Steinfurth auf den Schlüsselpositionen kaum Veränderungen zu vermelden. Das Quartett an Favoriten komplettiert der FC Ober-Rosbach, der aufsteigen möchte – und dafür den Kader qualitativ verstärkt hat.

Als größter Außenseiter geht wohl – auch nach den Ergebnissen beim Niddataler Stadtpokal (Niederlagen gegen Assenheim, Kaichen und Bönstadt) – der VfR Ilbenstadt ins Rennen. Den beiden Aufsteigern aus Heilsberg und Ober-Wöllstadt ist dagegen zuzutrauen, den Abstiegskampf zu umgehen. Ob dies den Vereinen aus der zweiten Tabellenhälfte der vergangenen Saison (Bad Vilbel ausgenommen) gelingt? Die Zielsetzung in Rockenberg, Klein-Karben und Bruchenbrücken ist jedenfalls klar: Klassenerhalt.

SKV Beienheim (Absteiger): Bis zum vorletzten Spieltag der vergangenen Saison hatte der SKV noch die Chance gehabt, die Gruppenliga zu halten. Doch letztlich reichte es trotz einer guten Rückrunde nicht, zu viele Punkte wurden unnötig liegengelassen. Personell gibt es nur wenige – aber dafür hochkarätige Veränderungen. Mit Oliver Aniol kommt ein Topstürmer der vergangenen Kreisoberliga-Jahre nach Beienheim, William Anane hat seine Klasse zuletzt bei Türk Gücü Friedberg in der Verbandsliga gezeigt. Dagegen gehörten Stjepan Jurisic, Ivan Pejic und Janos Schmidt zu den Leistungsträgern, sie haben den Verein verlassen. Dennoch hat die Mannschaft das Potenzial, wieder ganz vorne mitzuspielen.

Türkischer SV Bad Nauheim (2.): Lange hatte der Türkische SV in der vergangenen Saison die Chance auf den Aufstieg, letztlich mussten sie dem VfB Petterweil den Vortritt lassen. Özkan Can hat es jedoch geschafft, sein Team aus der A-Liga direkt in die Spitzengruppe zu führen. Da die Kaderveränderungen überschaubar sind (Top-Abgang ist jedoch Goalgetter Murat Akbulut), wird wieder mit den Kurstädtern weit vorne zu rechnen sein.

SV Steinfurth (3.): In der WZ-Umfrage haben die Rosendörfler die meisten Stimmen eingeheimst. Kein Wunder, denn in allen Mannschaftsteilen verfügt die Elf von André Micelotta über einige der stärksten Spieler der Liga, die zudem aufeinander eingespielt sind. Torhüter Daniel Laboy, den in die Innenverteidigung beorderten Hendrik Schaupp (durch den Abgang von Dominic Herbert), Mittelfeldstratege Maxi Esposito (auch in der Defensive einsetzbar) und Torjäger Marcel Müller – ein Gerüst, das gepaart mit weiteren Leistungsträgern Meisterschaftsansprüchen genügen sollte. Nach Platz vier und drei in den Vorjahren soll die Rückkehr in die Gruppenliga folgen.

SV Staden (4.): Dennis Sürer, Sascha Bingel, Marc Oliver Schütz, Benjamin Müller, Otto Weber, Thomas Wirsing – die Liste der namhaften Abgänge bei den Teutonen ist lang und umfasst alle Mannschaftsteile. Zwar stehen zahlreiche Zugänge zur Verfügung, doch diese werden die Abgänge qualitativ nicht kompensieren können. Nach drei Topplatzierungen wollen die Stadener nur noch »die Großen ärgern«. Immerhin wurde in der Vorbereitung die Florstädter Stadtherrschaft verteidigt.

FC Ober-Rosbach (5.): Mit dem FCO wird zu rechnen sein. Murat Sentürk, Markus Pioach, Bahattin Bayrak, Murat Akbulut und Ivan Pejic heben die Qualität enorm und heizen den Konkurrenzkampf um die Kaderplätze mächtig an, denn von der Stammformation aus dem Vorjahr hat nur Waldemar Patzwald den Eisenkrain verlassen. Spielausschuss-Boss Sinan Karanfil sagt: »Wir wollen aufsteigen.«

FCH Massenheim (6.): Keine Abgänge muss Trainer Stefan Geppert verzeichnen, dagegen kommt mit Nico Schad ein höherklassig erfahrener Spieler. Die Hessen streben erneut eine Top-Sechs-Platzierung an.

FC Nieder-Florstadt (7.): Elfmal in Folge platzierte sich der KOL-Dauerbrenner zwischen Rang sieben und 13. In dieser Saison ist ein Ausreißer nach oben möglich. Die Florschter haben eine eingespielte Mannschaft, mit Christian Adler einen engagierten und emsigen Spielertrainer – und mit Rückkehrer Sascha Bingel einen Mann, der aus allen Lagen Tore schießen kann. Kein Abgang unter den Stammspielern.

SV Nieder-Weisel (8.): Der SV machte wie eh und je keine großen Sprünge auf dem Transfermarkt. Man setzt auf die eigene Jugend und Spieler aus den unterklassigen Butzbacher Vereinen. Die sportliche Konsequenz könnte erneut das KOL-Niemandsland der Tabelle sein – was der stets guten Stimmung beim ehemaligen Gruppenligisten jedoch keinen Abbruch tun sollte. Stützen des Teams sind weiterhin Sebastian Volp, Hendrik Maas und Tobias Schwarz.

VfB Friedberg (9.): Beim Stadtpokal lief’s noch gar nicht rund für die Kreisstädter, die mit Torjäger Oliver Aniol ihren zentralen Mann der vergangenen Jahre verloren haben. Qualitativ hat sich der Kader ansonsten kaum verändert, sodass die Mannschaft von Jürgen Ohl sich wohl im zweiten Drittel der Tabelle wiederfinden wird. Die offizielle Parole dazu lautet, besser abzuschneiden als in der Vorsaison.

FV Bad Vilbel II (10.): Wie gewohnt eine Wundertüte, zumal im Kader große Fluktuation herrschte. Können an einem guten Tag den Spitzenreiter schlagen, an einem schlechten aber auch gegen den Letzten verlieren. Da die erste Mannschaft jedoch besser aufgestellt ist als im Vorjahr und die Zweite mit Jens Paetzold über einen neuen, besonnenen Trainer verfügt, sollte man die Verbandsliga-Reserve nicht unterschätzen. Die Verantwortlichen nehmen den Mund im Vergleich zum Vorjahr nicht so voll und streben Platz acht bis zwölf an. Teamleader könnte Jeremy Cue werden, der mit reichlich Trainererfahrung aus Ilbenstadt gekommen ist und die KOL bestens kennt.

TuS Rockenberg (11.): Jahr eins nach der erfolgreichen Ära von Wolfgang Weimer, der das Team nach dem Aufstieg aus der A-Liga zweimal zum sicheren Klassenerhalt führte. Nur dies wird auch in dieser Saison das Ziel sein, zumal der Kader sehr dünn ist. Mit Dominic Herbert, Bruder des Kapitäns Adrian, ist lediglich ein externer Zugang verpflichtet worden – er fällt aber zunächst wegen einer Knieverletzung länger aus.

KSV Klein-Karben II (12.): Mit Jürgen Stoppany hat ein ehemaliger Jugendtrainer das Zepter bei der KSV-Zweiten übernommen. Junge Spieler an die erste Mannschaft heranführen gehört nun auch zu seinen Hauptaufgaben. Quasi nebenbei soll der Klassenerhalt realisiert werden – keine einfache Aufgabe nach dem Abstieg der Ersten aus der Verbandsliga.

SV Bruchenbrücken (13.): Stefan Schneider hat wie in den Vorjahren eine junge, willige Truppe beisammen – gespickt mit einigen Erfahrenen wie dem Spielertrainer selbst oder Daniel Rieß. Dem Team ist nach zwei Jahren auf Rang 13 der Sprung in die einstelligen Ränge zuzutrauen, zumal mit Sven Harsch und Alexander Thomas torgefährliche Spieler zurück in der Bärenschweiz sind. Till Macker war aus Sicht einiger Beobachter der beste Spieler beim Friedberger Stadtpokal in diesem Jahr.

VfR Ilbenstadt (14.): Gewaltiger Umbruch an der Klostermauer. Jeremy Cue (Ex-Trainer, jetzt Bad Vilbel) und Fatih Altuncicek (nun Trainer bei Türk Gücü Friedberg II) haben jeweils einige Spieler mitgenommen, auch beim SV Ockstadt finden sich gleich mehrere Ex-VfRler im Aufgebot. Die Folge: Neu-Trainer Michael Wagner geht mit fast einem komplett neuen und quantitativ wie qualitativ kräftig ausgedünnten Kader in die Runde. Das Saisonziel ergibt sich damit von selbst: Mindestens zwei Mannschaften hinter sich lassen – deren drei, wenn man auch die Relegation vermeiden möchte.

SSV Heilsberg (Aufsteiger): Mit dem SSV spielt nun auch der fünfte Bad Vilbeler Verein mindestens in der Kreisoberliga. Der souveräne A-Liga-Meister des Vorjahres hat sich kräftig an der FV-Zweiten aus der Nachbarschaft bedient (unter anderem fünfmal Köroglu!) und hat keine Abgänge zu verzeichnen. Damit sind die Heilsberger direkt ein Kandidat für die erste Tabellenhälfte. Doch das Auftaktprogramm hat es in sich: Beienheim, Türkischer SV Bad Nauheim und Steinfurth sind die ersten Gegner.

TSG Ober-Wöllstadt (Aufsteiger): Die TSG hat mit Kai Möller einen Abwehrstabilisator verloren, dafür aber mit Jake Hirst den Aufsteiger des Jahres gewonnen. Der ehemalige A-Junior ballerte in der A-Liga und der anschließenden Relegation für die Spvgg. 08 Bad Nauheim aus allen Rohren, konnte aber den Abstieg seines Teams nicht verhindern und erfreut nun die Ober-Wöllstädter Anhängerschaft. Auch dem zweiten Aufsteiger ist unter der Regie von Aufstiegs-Coach Jens Linde bei einem optimalen Saisonverlauf der Sprung ins Mittelfeld zuzutrauen.

Michael Wiener

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