Spiel des Lebens: Manuel Volp, hier Kopfballsieger gegen Erik Schweitzer, erzielt neun Treffer beim 13:0-Erfolg des SV Nieder-Weisel gegen den FV Bad Vilbel II.	FOTO: JAUX
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Spiel des Lebens: Manuel Volp, hier Kopfballsieger gegen Erik Schweitzer, erzielt neun Treffer beim 13:0-Erfolg des SV Nieder-Weisel gegen den FV Bad Vilbel II. FOTO: JAUX

Fussball-Kreisoberliga

Kreisoberliga: Neun-Tore-Kunststück sticht heraus

  • vonThomas Brannekämper
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Manuel Volp vom SV Nieder-Weisel hat in der Kreisoberliga-Saison 2020/21 für das Highlight gesorgt. In der Tabellenspitze reagieren die Wöllstädter Klubs zusammen mit einem Überraschungsteam.

Manch ein Verein der Fußball-Kreisoberliga Friedberg hat schon zehn Spiele absolviert, manch ein anderer Klub hat erst sieben Partien bestritten. Zwar gab es Termin-Verschiebungen, da Mannschaften auf Grund der Corona-Pandemie in Quarantäne mussten, doch ist der Ball im Großen und Ganzen recht rund gerollt. Ende Oktober folgte der erwartete Abpfiff. Wer hat bis dato positiv überrascht? Wer hingt den eigenen Ansprüchen hinterher? Was machen die Aufsteiger? Und was bleibt besonders in Erinnerung? Eine Bilanz nach zwei Monaten Sportplatz-Normalität.

Was bleibt hängen aus dem bisherigen Saison-Verlauf? Neun Tore in einem Spiel - das passiert selbst in Amateurklassen recht selten. Manuel Volp vom SV Nieder-Weisel ist dieses Kunststück gelungen. Gegen die Reserve des Hessenligisten FV Bad Vilbel hatte der Stürmer seine Kickstiefel besonders gut geschnürt - neun Volltreffer hatte er am Ende zum 13:0-Kantersieg, gleichbedeutend mit dem höchsten Resultat der bisherigen Runde, beigesteuert. Doch auch andere Knipser haben gezeigt, zu wissen, wo das Tor steht. Robin Dobios (SV Nieder-Wöllstadt) führt mit Manuel Volp die Torjägerliste mit zehn Treffern an. Mike Michalak (TSV Dorn-Assenheim) konnte gegen den FC Rendel fünf Volltreffer beim 8:2-Sieg bejubeln, darunter einen lupenreinen Hattrick innerhalb von fünf Minuten. Dies beschert ihm mit insgesamt neun erzielten Treffern zusammen mit Nico Loppe (TSG Ober-Wöllstadt) Platz drei in der Torjägerliste.

Wie schlagen sich die Liga-Neulinge? Als bester Aufsteiger stehen die Nullachter aus Bad Nauheim da. Nach anfänglichen Problemen in der neuen Klasse scheint sich die Blagojevic-Truppe zu akklimatisieren. Acht Punkte aus den letzten fünf Spielen zeigen einen Trend auf. Zusammengefasst ergeben elf Punkte den achtbaren achten Platz im gesicherten Mittelfeld. Für den FC Rendel als zweitem Aufsteiger ist die KOL-Teilnahme weiter eine tolle Sache. »Zwar haben wir zu Anfang Lehrgeld bezahlt und teils hohe Niederlagen kassiert, aber die Mannschaft hat immer Moral gezeigt. Wir sind absolut im Soll«, fasst Rendels Trainer Alex Jörg die ersten Auftritte des FC Rendel zusammen. Weniger zufrieden ist man in Dortelweil. Der SCD II rangiert als dritter Aufsteiger auf Tabellenrang 13 und benötigt dringend Punkte, um aus dem Tabellenkeller hinauszukommen. Kein Team der KOL Friedberg markierte weniger Treffer als SC Dortelweil II (neun Tore in acht Spielen). Lediglich fünf Punkte tragen zur Momentaufnahme bei der Gruppenliga-Reserve bei.

Wer hat positiv überrascht? Die Überraschungsmannschaft kommt aus Dorn-Assenheim. Seit Sascha Bingel dort das Traineramt übernommen hat, läuft es rund am Germanenkrug. Waren die »Schloggebacher« zum Abbruch der letzten Saison noch am Tabellenende beheimatet, so grüßen sie aktuell vom anderen Ende der Tabelle. Nach sieben ungeschlagenen Spielen zum Saisonstart setzte es erst im Derby bei der Stadener Teutonia mit 1:3 die erste Saisonniederlage. Diese Ausbeute bedeutet Platz zwei in der Tabelle bei 19 Punkte und dem besten Quotienten des Spitzentrios (2,375).

Wer hat den größten Eindruck hinterlassen? Hier sind die beiden Wöllstädter Vereine zu nennen. Beide Klubs bestimmen das Tabellenbild. Auf dem Platz trafen beide bis dato nur einmal aufeinander - am ersten Spieltag konnten die »Blauen« aus Ober-Wöllstadt das Gemeinde-Derby bei den »Roten« aus Nieder-Wöllstadt deutlich mit 4:0 gewinnen. Danach zeigte die Truppe von Trainer Thorsten Zimmermann keine Schwäche mehr und grüßt nach neun Spielen ohne Niederlage mit 21 Punkten (Punktequotient 2,1) von der Spitze. Zu Recht, wie SV-Spielausschussmitglied Walter Nebel meint: »Mit dem treffsichersten Sturm der Liga wollen wir uns schon oben etablieren. Wer weiß, wo die Reise hingeht? Im Hinblick auf unser 100-jähriges Jubiläum im Jahr 2023 würden wir gerne wieder Gruppenliga-Status genießen.«

Ein gewichtiges Wort um den Platz an der Sonne mitreden will auch die TSG Ober-Wöllstadt. Zwar folgte nach dem Derbysieg eine kurze Schwächephase, aber nach zuletzt fünf »Dreiern« in Serie konnte man sich mit 19 Punkten (Quotient 2,11) bis auf Platz drei vorarbeiten.

Was ist negativ aufgefallen? Neben den Dortelweilern sitzen die Hessen aus Massenheim und die runderneuerte Hessenliga-Reserve von Türk Gücü Friedberg am dicksten in der Tinte in Bezug auf Saisonziele und Klassenerhalt. »Wir gehen gerade durch eine schwierige Zeit. Bisher war es schwer, verletzte Spieler zu ersetzen. Trotz guter Trainingsbeteiligung ist uns bisher der Umschwung noch nicht gelungen«, umreißt Friedberg Pressesprecher Rahman Karadavut den bisherigen Saisonverlauf. Gleichzeitig betont er, dass noch genügend Zeit sei, um die nötigten Punkte zum Klassenerhalt zu holen. Ebenfalls noch zulegen müssen die Kicker vom FC Ober-Rosbach. Als Mitfavorit auf die Meisterschaft gestartet, rangiert die Elf von Jens Pätzold mit acht Punkten im hinteren Bereich der Tabelle. Zu wenig für die eigenen Ambitionen.

Was ist seit der Unterbrechung des Spielbetriebs passiert? Zwar lassen die Corona-Verordnungen nur individuelles Einzeltraining zu, doch sind die Vereine keineswegs untätig. Zum einen werden Verträge mit Trainern verlängert oder aber die Kaderplanung wird vorangetrieben. Thorsten Unger beispielsweise hat in Staden verlängert. Jetzt hat zudem der FC Ober-Rosbach die weitere Zusammenarbeit mit Jens Pätzold bekanntgegeben. Zur Winterpause verlassen haben den FCO Tin Livajic (Croatia Frankfurt) und Serhat Özalp (Türk Gücü Frankfurt). Verstärkung erhält der Kader durch Pasqualino Balenzano (FSG Burg-Gräfenrode). Türk Gücü Friedberg II meldet drei weitere Neuzugänge, aber auch zwei Abgänge. Sayit und Seyit Okumus (KSG Groß Karben) sowie Kubilay Yasaroglu (TSG Ober Wöllstadt) verstärken den Kader, während sich Damian Hackenberg (TSV Ostheim) und Kevin Funk (SV Assenheim) anderweitig orientieren. Der FC Rendel hat ebenfalls Verstärkung bekommen. Mit Philip Skora (SV Gronau) kommt ein Stabilisator für die Defensive ins Pappelstadion. Der Wechsel von Kevin Burzig aus Groß-Karben steht ebenfalls an.

In einem sind alle sich einig. Sobald es wieder möglich sein sollte, freuen sich alle wieder auf die schönste Nebensache der Welt, auf Sport im Verein mit Freunden und den sportlichen Wettkampf.

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