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Kreisoberliga Büdingen: Kreissportgericht verhandelt nach Spielabbruch

  • VonFrank Schneider
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Hat der FSV Dauernheim eine Fortsetzung des Spiels verweigert? Oder hat der Schiedsrichter seine Möglichkeiten nicht ausgeschöpft. Das Kreissportgericht hat nach dem Spiel FSV Dauernheim - TV Kefenrod ein Urteil gefällt.

Das am 29. August beim Stand von 1:2 in der Nachspielzeit abgebrochene Spiel der Fußball-Kreisoberliga Büdingen zwischen dem FSV Dauernheim und dem TV Kefenrod wird mit drei Punkten und 3:0 Toren für den TV Kefenrod gewertet. Zu dieser Entscheidung kam das Büdinger Kreisportgericht unter dem Vorsitz von Manfred Schmidt (Rinderbügen) und den Beisitzern Manfred Bohl (Fauerbach) und Jens Gajewski (Ranstadt). Für das Verursachen des Spielabbruchs muss der FSV Dauernheim zudem 100 Euro Geldbuße zahlen, dazu die Verhandlungskosten tragen. Die Sportgerichtsverhandlung hatte im Saal der Bleichenbacher Gaststätte »Zur Traube« stattgefunden.

Die entscheidende Frage: Wer hatte den Spielabbruch zu verantworten? Der FSV Dauernheim, der nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung offensichtlich nicht weiterspielen wollte, oder aber doch der Schiedsrichter, weil er womöglich nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um das Spiel fortzusetzen. Auslöser des ganzen Tohuwabohus auf dem Dauernheimer Sportplatz war eine Szene in der Nachspielzeit.

Beim Stand von 1:2 und während der Schlussoffensive der Gastgeber war der Torhüter der Gäste mit einem eigenen Verteidiger zusammengeprallt. Der getroffene Kefenröder Feldspieler verlor kurzzeitig sein Bewusstsein und blieb im Strafraum liegen, während dem FSV der 2:2-Ausgleichstreffer gelang. Der Schiedsrichter gab den Treffer zunächst, nahm ihm aber wenig später wieder zurück und entschied auf Schiedsrichter-Ball vor dem Kefenröder Tor. Zu diesem kam es aber nicht, da sich nur Kefenröder Akteure auf dem Feld befanden.

Die Elf des FSV Dauernheim, das ergab die Zeugenbefragung hatte sich an der Seitenlinie um die eigene Trainerbank versammelt und schien aus Frust über das zurückgenommene Tor nicht mehr an einer Spielfortsetzung interessiert. So zumindest die Wahrnehmung von Schiedsrichter Rafet Yalman aus Frankfurt.

Der Unparteiische sagte in Bleichenbach aus, mehrere Versuche unternommen zu haben, eine Spielfortsetzung zu erwirken, doch seien die Spieler des FSV nicht mehr spielbereit gewesen. Eine Aussage, die letztendlich auch durch die Eindrücke von Kefenröder Seite bestätigten wurden.

»Die Dauernheimer Seite wäre besser beraten gewesen, trotz Unmut über die Schiedsrichterentscheidung das Spiel rechtmäßig zu Ende zu führen. Wäre es dann beim Spielstand von 1:2 geblieben, hätte für den Verein sportrechtlich die Möglichkeit bestanden, Einspruch gegen die Spielwertung wegen eines spielentscheidenden Regelverstoßes, einzulegen«, erklärte Manfred Schmidt. Und weiter: »Nachdem der verletzte Spieler versorgt wurde, waren mindestens fünf Minuten vergangen, bis das Spiel wieder hätte fortgesetzt werden können. Ausreichend Zeit für die Mannschaft und Verantwortlichen des FSV Dauernheim, ihre unrechtmäßige Auffassung zu überdenken.« Ob die Rücknahme des Tores ein Regelverstoß war oder nicht, spielt jetzt keine Rolle mehr. Das Spiel wurde abgebrochen.

Ein verursachter Spielabbruch wird laut Strafordnung mit Spielverbot bis zu sechs Monaten oder Punktabzug (drei bis 24 Punkte) und mit Geldstrafe zwischen 50 und bis zu 1500 Euro geahndet. In leichten Fällen kann zusätzlich zur Spielverlusterklärung auf Geldstrafe allein nicht unter 100 Euro erkannt werden. »Aufgrund der besonderen Ausgangssituation konnte das Kreissportgericht noch auf einen leichten Fall erkennen und sieht in der Verhängung der Mindeststrafe in Höhe von 100 Euro eine schuldangemessene Ahndung des sportrechtlichen Fehlverhaltens. Damit soll aber keinesfalls das Herbeiführen eines Spielabbruches bagatellisiert werden«, führt Schmidt weiter aus.

Das Urteil, das den Vereinen inzwischen schriftlich zugestellt worden ist, ist jedoch noch nichts rechtkräftig, da der FSV Dauernheim die Möglichkeit hat, vor dem Verbandssportgericht in Berufung zu gehen.

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