Dominant in der Fußball-Kreisliga B Friedberg, Gruppe 1: Der FSV Dorheim ist in zwölf Spielen noch ungeschlagen.	FOTO: CHUC
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Dominant in der Fußball-Kreisliga B Friedberg, Gruppe 1: Der FSV Dorheim ist in zwölf Spielen noch ungeschlagen. FOTO: CHUC

Fussball

Kreisligen B: FSV Dorheim noch ungeschlagen

Der FSV Dorheim ist in der Fußball-Kreisliga B noch ungeschlagen. Aber auch der SV Echzell und der Albanische Verein Friedberg sorgen für Furore.

Kurze Quizfrage: Welcher Klub stand am 25. Oktober 2020 in den Fußball-Kreisliga B 1 und B2 Friedberg ganz oben? Das kann schon mal in Vergessenheit geraten. Runddrei Monate sind seit dem letzten Punktspiel vergangenen. Wer war erfolgreich? Wer hatte gepatzt? Wie haben sich die Aufsteiger geschlagen? Und was tut sich bei den Klubs jetzt, da der Ball ruht? Die Zwischenbilanz:

Was bleibt hängen? Hängen bleiben immer besondere Spiele, Skandale, Klatschen aber auch ein Gesamteindruck: Da sind zwei B-Ligen mit jeweils zwei Favoriten. In Gruppe 1 machten bislang der FSV Dorheim und der Türkische SV Bad Nauheim II das Rennen, in Gruppe 2 sind dies der SV Assenheim und die SKG Albanischer Verein Friedberg. Dennoch zeigten sich beide Spielklassen noch vergleichsweise ausgeglichen, hinter der Spitze herrschte meist dichtes Gedränge. Weiter unten traf man auf den einen oder anderen Holperstart.

Und was blieb konkret hängen? Da war eines Abends ordentlich was los im Duell des FC Olympia Fauerbach II gegen die SKG Albanischer Verein Friedberg. Acht Tore, Platzverweise, Flutlichtausfall und ein Abbruch - der ganz normale Kreisliga-Wahnsinn. Da war eine 0:7-Auftaktklatsche für den FC Ajax Rödgen im eigentlich als Topspiel angekündigten Duell mit dem FSV Dorheim - der Anfang eines holprigen Starts des FC Ajax. Ebenfalls mit Überschriften-Potenzial: ein Trainerwechsel bei der TSG Wölfersheim kurz vor Saisonstart. Mario Ulrich musste gehen, mit Andreas Brenner kam sein Vorgänger zurück - und hatte erstmal schwierige Wochen vor sich.

Wie schlagen sich die Liga-Neulinge? Sehr gut. Zumindest auf zwei der vier Neulinge trifft das zu. In Gruppe 1 hatte der SV Echzell da weitergemacht, wo er in der C-Liga aufgehört hatte. Mit kämpferischen Auftritten brachte es der Aufsteiger bis auf Platz fünf. »Die Jungs waren richtig gut unterwegs, der Spaß ist da, wir sind weiterhin ehrgeizig«, sagt Trainer Lars Osadnik rückblickend. In Gruppe 2 gelang der SKG Albanischer Verein Friedberg sogar der kurzzeitige Sprung an die Tabellenspitze. Mit breitem Kader und großem Anhang ließ der noch junge Verein seinen Worten vor der Saison Taten folgen - Aufstieg nicht ausgeschlossen.

Wer hat positiv überrascht? Während einige Vereine immer mehr an Zuwachs gewinnen, mussten andere in den vergangenen Jahren mehr und mehr leiden. Umso schöner ist es, wenn es bei diesen endlich besser läuft. Der VfB Petterweil ist so ein Beispiel. Abstieg um Abstieg, ein lange Krise und jetzt endlich Stabilität. Besonders ein guter Teamgeist mit jungem Kader scheint beim VfB prägend. Auch der TSV Ostheim findet nach seinem Rückzug aus der Kreisoberliga wieder in die Spur. In den bisherigen Spielen gab’s ordentliche Auftritte und im Winter scheint sich der Kader mit bisher zwei Neuzugängen zu stabilisieren.

Wer hat den größten Eindruck hinterlassen? In Gruppe 1 definitiv der FSV Dorheim. Die hochmotivierte Truppe von Trainer Ronny Wadewitz blieb über zwölf Spiele ungeschlagen und ist damit das Nonplusultra. Regelmäßig überrannte der Tabellenführer seine Gegner bereits in der Anfangsphase, siegte mehrfach zweistellig. Dieser Erfolg ist nicht zuletzt das Resultat guter Arbeit, was sich auch jetzt im Stillstand zeigt: »Wir machen unsere Spielern wöchentliche Vorgaben bezüglich des Trainings über Apps. Sobald es wieder erlaubt ist, werden wir wieder auf dem Platz trainieren«, sagt Coach Ronny Wadewitz.

Was ist negativ aufgefallen? Das sind im Allgemeinen zwei Dinge: der leider übliche Spielermangel und Vereine, die dies einfach nicht in den Griff kriegen. Bei Blau-Gelb Friedberg zog sich das durch die ganze Hinrunde, erst gegen Ende fand man zurück - doch dann kam der Abbruch. Auch der SVP Fauerbach kämpft seit Jahren mit einem etwas dünnen Kader, steht mit sieben Zählern in Gruppe 1 ziemlich weit unten. Negativaspekt Nummer zwei: die Spielverteilung. Nach vier englischen Wochen in kurzer Zeit gingen einige Vereine personell am Stock. Wenig Zeit zum Durchatmen, jetzt dafür umso mehr.

Was ist seit der Unterbrechung passiert? Viele Spieler und Vereine sind heiß, viele wollen weiter machen - das ist zumindest der Eindruck, der von den Vereinen vermittelt wird. Entsprechend wird individuell trainiert, die meisten machen ihren Akteuren da allerdings keine Vorgaben. Den Kontakt hält man über Whats App und vielleicht mal per Videochat.

Beim KSV Bingenheim oder bei Ajax Rödgen hat man Lauf-Challenges auf die Beine gestellt, welche gut angenommen wurden. Personell haben einige Vereine bereits Neuzugänge zu verkünden, beim FC Ajax Rödgen hat Trainer Stefan Hiecke für ein weiteres Jahr verlängert. Konkret planen können allerdings die wenigsten Vereine, solange man nicht weiß, wann der Ball wieder rollen wird.

Wie halten Sie sich im Moment ohne das Mannschaftstraining fit?

Ich gehe etwas Laufen, mache zu Hause einige Übungen. Viel mehr geht ja zurzeit nicht. Das letzte Mal gegen einen Ball getreten habe ich glaube ich im Oktober letzten Jahres beim letzten Spiel. Ich kann mich schon gar nicht mehr daran erinnern.

Was fehlt Ihnen zurzeit bezüglich des Fußballs am meisten? Wie halten Sie Kontakt?

Die Leute fehlen natürlich und einfach das Fußball spielen. Spaß haben, danach sich mal zusammen hinzusetzen. Natürlich fehlt es auch, Erfolg zu haben und zu feiern. Den Kontakt halten wir über eine Whats App-Gruppe, da kommunizieren wir. Unser Vorsitzender Andreas Kattenberg ist immer relativ schnell informiert über die aktuelle Lage. Das gibt er dann zu uns weiter.

Wie wird sich die lange Pause auf den SVP Fauerbach auswirken?

Ich glaube, die Pause könnte uns ganz gut tun, damit wir von wieder von vorne starten können. Es lief einfach nicht gut, und wenn du dann in diesem Sumpf drinnen bist, dann zieht sich das durch. Vielleicht kommt dann auch die Trainingsbeteiligung wieder, das war immer so ein bisschen das Manko. Denn eigentlich ist mehr Potenzial im Kader. LAB

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