Kreissportgericht

Kreisliga B Friedberg, Gr. 1: Fünf Spiele Sperre nach Unsportlichkeit

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Der zweite Fall eines Spielabbruchs in der Fußball-Kreisliga B Friedberg, Gruppe 1, binnen weniger Tage: Nun wurde auch hier ein Urteil gesprochen. Ein Spieler muss nach dem Winter pausieren.

Es steht 6:2 in der 88. Minute zwischen der FSG Wisselsheim und Blau-Weiß Espa in der Fußball-Kreisliga B Friedberg, Gruppe 1. Alles klar soweit an diesem letzten Spieltag des Jahres. Doch dann kommt es zu einer Berührung zwischen dem Schiedsrichter und einem Wisselsheimer Spieler. Die Folge: Spielabbruch und eine mündliche Verhandlung vor dem Kreissportgericht.

Kreisliga B Friedberg, Gr. 1: Spielabbruch nach Berührung zwischen Spieler und Schiedsrichter

Eyüp Konac hatte zuvor ein Tor für seine Mannschaft erzielt, ehe er in der Schlussphase seine zweite Gelbe Karte vom Unparteiischen Atta Ul Waheed Rana (Türk Gücü Friedberg) gezeigt bekam – also "Gelb-Rot". Er soll zuvor den gegnerischen Torwart beleidigt haben. Nach seiner Aussage aber erst, da dieser ihn wiederum zuerst beleidigt hatte. Mit dem Feldverweis war der Spieler allerdings gar nicht einverstanden. Er soll daraufhin zum Schiedsrichter gesagt haben: "Von Dir scheiß Paki (für Pakistaner, Anm. d. Red.) lass’ ich mir gar nichts sagen" und sich schließlich drohend auf diesen zubewegt haben, nachdem der Unparteiische ihn zuvor mündlich aufgefordert hatte, das Feld zu verlassen. Als der das sah, bewegte auch er sich auf den Spieler zu, sodass die beiden sich schließlich Stirn-an-Stirn gegenüberstanden. Im Zuge dessen soll der Spieler dem Schiedsrichter einen Klaps gegen den Hinterkopf gegeben, ihn zumindest aber angefasst haben. Daraufhin brach dieser dann das Spiel ab.

Wir können mit dem Urteil gut leben, vor allem mit der Urteilsbegründung waren wir sehr zufrieden

Marcel Hebich, Vorstand Sport der FSG Wisselsheim

In der Verhandlung vor dem Kreissportgericht unter Vorsitz von Karl-Ernst Kunkel und mit den Beisitzern Bernhard Döll und Hans-Jürgen Zeeb sei aber auch klar geworden: Der Spielabbruch lief ohne größere Aggressionen ab, der Spieler entschuldigte sich sogleich beim Unparteiischen, der zudem vor dem Kreissportgericht aussagte, die Berührung am Kopf habe keinesfalls weh getan oder sei in irgendeiner Form schlimm gewesen. "Der Schiedsrichter hat nach diesem Vorfall das Spiel zwar abgebrochen, aber hat ausgesagt, dass er deshalb keinesfalls eine größere Sperre provozieren wollte", sagte Kunkel.

Kreisliga B Friedberg, Gr. 1: Keine Strafe wegen Tätlichkeit und Spielabbruch

Die Folge: Konac wurde nicht wegen einer Tätlichkeit gegen den Unparteiischen und dem Herbeiführen eines Spielabbruchs verurteilt, zumal die Partie nach Ansicht des Gerichts durchaus hätte zu Ende gespielt werden können, sondern lediglich wegen unsportlichen Verhaltens. Aufgrund der groben Unsportlichkeit, den Schiedsrichter am Kopf angefasst zu haben, wurde er für fünf Spiele gesperrt. Das Spiel wird zudem mit dem Stand zum Zeitpunkt des Abbruchs gewertet – also mit 6:2 für Wisselsheim. "Wir haben das aufgrund der fehlenden Aggressivität des Spielers gegenüber dem Schiedsrichter gemacht. Das waren für uns Peanuts, daher haben wir es nicht eingesehen, dass der Spieler lange gesperrt werden soll, zumal dann auch der Verein zusätzlich bestraft worden wäre", erklärte Kunkel.

Es ist ein menschliches Urteil. Und dazu stehe ich

Kreissportgerichtsvorsitzender Karl-Ernst Kunkel

 In der Vorwoche war nach einem ähnlichen Vorfall ein Wölfersheimer Spieler für insgesamt 14 Spiele gesperrt worden , nachdem er den Schiedsrichter absichtlich aus kurzer Distanz mit dem Ball abgeschossen haben soll. Die Mindeststrafe für eine Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter liegt nämlich bei einer Sperre von zwölf Spielen sowie beim Herbeiführen eines Spielabbruchs bei vier, wobei beide Delikte zusammen eine Gesamtstrafe ergeben können, die unter dem Strafmaß der Addition beider Strafen liegen können. Zudem wird der Verein wie im Wölfersheimer Fall bei einer Verurteilung zusätzlich mit einer Geldstrafe und einem Punktabzug belegt – im vorliegenden Fall mit 50 Euro, drei Punkten Abzug und dem Verlust der Spielwertung der abgebrochenen Partie. Dies sahen die Mitglieder des Kreissportgerichtes jedoch im Wisselsheimer Fall nicht für gerechtfertigt an. Ebenso wenig wollten sie das Spiel angesichts des fortgeschrittenen Stadiums und der Eindeutigkeit des Ergebnisses neu ansetzen. Es sei alles in allem ein "menschliches Urteil" gefällt worden, sagte Kunkel abschließend. "Und dazu stehe ich."

Kreisliga B Friedberg, Gr. 1: Verein akzeptiert Urteil und verzichtet auf Berufung

"Wir sind grundsätzlich mit dem Urteil zufrieden, auch wen man das von vorneherein durch den Schiedsrichter anders hätte machen können. Aber die Sperre und die Verfahrenskosten sind nachher Kleinigkeiten. Wichtig waren uns die drei Punkte. Deshalb können wir mit dem Urteil gut leben, vor allem mit der Urteilsbegründung waren wir sehr zufrieden", sagte FSG-Vorstand Sport, Marcel Hebich. Der Verein lege deshalb keine Berufung gegen das Urteil ein. Ähnlich wie auch der SV Nieder-Wöllstadt, dessen Spieler ebenfalls nach einer Berührung mit dem Schiedsrichter für drei Partien gesperrt worden war.

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