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Kreisfußballausschuss tritt geschlossen zurück

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(sto) Paukenschlag bei der vom Kreisfußballausschuss (KFA) einberufenen Schiedsrichterversammlung am Montagabend in Bönstadt: Der KFA und einige weitere Mitarbeiter sind mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, darunter auch Kreisfußballwart Thorsten Bastian.

Das betreffende Dutzend an Personen sind der Vorsitzende des Kreissportgerichts Reinhold Wolfinger, sein Stellvertreter Horst Gruner, der Kreisjugendwart Thorsten Fiala, sein Stellvertreter und Kreispressewart Gerald Hengst, der Jugendbildungsbeauftragte und Qualifizierungsreferent Lars Osadnik, der Mädchenreferent Marcus Kunze, die Frauenreferentin Gabriele Zeeb, der Referent für Schulfußball (und Beisitzer im Kreisschiedsrichterausschuss) Egon Antmansky, die Seniorenklassenleiter Klaus Häuser und Wolfram Fritz, der stellvertretende Kreisfußballwart und Kassenwart Helmut Schmid sowie an vorderster Front Kreisfußballwart Thorsten Bastian.

Die Gründe basieren auf den Unregelmäßigkeiten im Kreisschiedsrichterausschuss (KSA) bei der Berechnung von manipulierten Spieleinsätzen verschiedener Referees (die WZ berichtete). Die Schiedsrichter waren am Montag nach Bönstadt gekommen, um die Stellungnahme der betroffenen drei Schiedsrichter-Funktionäre zu hören. Der am Kreisschiedsrichtertag am 6.

Februar dieses Jahres für weitere vier Jahre zum Kreisschiedsrichterobmann gewählte und inzwischen zurückgetretene sowie vom Verband gestrichene Thomas Nau sowie die beiden Ansetzer Reiner Klöpfel und Dirk Langguth berichteten, wie angekündigt, über ihre Verfehlungen. Sie bekannten sich schuldig, wiesen jedoch darauf hin, dass sie keinen Verein schädigen oder begünstigen wollten, sondern nur verdienten Referees zu ihrer Anrechung von 15 Spielen pro Saison verhelfen wollten. Diese Anzahl hat übrigens der Verbandstag des Hessischen Fußball-Verbandes am vergangenen Samstag in Grünberg zukünftig auf zwölf reduziert und gleichzeitig die Möglichkeit von Gutschriften bei Leistungen für die jeweilige Vereinigung ermöglicht.

Zwischen dem verbliebenen Kreisschiedsrichterausschuss und den Gremien im KFA Friedberg ergaben sich jedoch differenzierte Vorstellungen, wie nach den stattgefundenen Manipulationen personell weiter verfahren werden soll. Der Kreisschiedsrichterausschuss mit René Schmidt, Ingo Becker, René Filges, Markus Mogk und Heinz Schwab war der Auffassung, den Schiedsrichterausschuss intern zu ergänzen und bezog sich auf einen Punkt in der HFV-Satzung.

In einer KSA-Sitzung am 2. Juni berief das Gremium Markus Mogk zum Kreisschiedsrichterobmann und Hans-Jürgen Englert zum Beisitzer. Diesen satzungskonformen Weg hatte der Kreisfußballausschuss abgelehnt und zog die Einberufung eines außerordentlichen Kreisschiedsrichtertages mit Neuwahlen vor, da auch Beschuldigungen gegen noch verbliebene KSA-Mitglieder (einige haben von den Manipulationen gewusst) im Raum stehen. Der Kreisfußballausschuss forderte eine Information für alle Schiedsrichter, die dann entscheiden könnten. Da nach Ansicht des Kreisfußballausschusses der Kreisschiedsrichterausschuss dies ablehnte und mit einem noch schwebenden Verfahren argumentierte, sah man keine Grundlage für eine vertrauliche Zusammenarbeit und trat zurück. Über diese Schritte wurde der Hessische Fußball-Verband gestern informiert.

Die zurückgetretenen Personen betonten am Montag in Bönstadt, dass sie zunächst ihre vorher in den Wahlen am Kreisjugend- und Kreisfußballtag zugetragenen Aufgaben wahrnehmen wollen, um das sportliche Geschehen im Kreis nicht zu gefährden. Der weitere Werdegang werde vermutlich in der Berufung eines kommissarischen Kreisfußballvorstands durch den HFV sein. Dem werde ein außerordentlicher Kreisfußballtag mit Neuwahlen folgen. Die in Bönstadt anwesenden Personen deuteten an, in einem solchen Fall dort für ihre bisherige Ämter wieder zur Verfügung zu stehen – unter der Voraussetzung, dass sich ebenfalls die Mitglieder des Kreisschiedsrichterausschusses dem Votum an einem außerordentlichen Kreisschiedsrichtertag der Basis stellen.

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