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Kratzsch verpasst DM-Finale um einen Zentimeter

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(jn/mw) Christiane Klopsch hat für den Glanzpunkt der Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften am vergangenen Wochenende in Neubrandenburg gesorgt.

Die Athletin vom TSV Friedberg-Fauerbach gewann den ersehnten deutschen Meistertitel über 400 Meter. Sensationell: Ihre Zeit von 54,68 Sekunden. Das ist nicht nur eine starke neue Bestzeit für die 18-Jährige (vorher: 55,10 Sekunden), sondern damit liegt sie auch in der deutschen Bestenliste ganz vorne.

Christiane Klopsch hatte in Neubrandenburg gleich dreifach Wut im Bauch. Zum einen wusste die TSV-Athletin im Vorfeld nicht, ob sie wegen einer Oberschenkelverhärtung überhaupt starten kann. »Wir mussten das Training in der Vorwoche einmal abbrechen«, sagte Trainerin Sieglinde Weber. Zum anderen setzte eine ihrer größten Konkurrentinnen um den Titel, Inga Maria Müller (LG Hannover), im ersten Vorlauf mit 55,18 Sekunden schon ein Ausrufezeichen, ehe Klopsch überhaupt die Bahn betreten hatte. Die 18-Jährige rannte den Vorlauf dann in 56,06 Sekunden - sie hatte sich einige Vorläufe vorher anschauen können und wusste, welche Zeit sie für den Finaleinzug benötigen würde. Dann das Finale: »Als ich dann noch durch die nur drittschnellste Zeit Bahn eins bekommen habe, dachte ich nur - alles egal, du gibst jetzt einfach alles«, sagte Klopsch. Mit einer starken taktischen Leistung sicherte sich Klopsch den Titel - lange hielt sie sich hinter Müller zurück, und auf der Zielgerade setzte sie die entscheidende Attacke.

»Das war auch stilistisch top, das hatte sie in diesem Winter noch nicht abgerufen«, analysierte Weber.

Viel Pech hatte dagegen Gesa Katharina Kratzsch. Zwischen Rang sechs und 14 lagen nach dem Vorkampf (drei Sprünge) nur sieben Zentimeter - mittendrin die Hessenmeisterin aus Fauerbach, die im zweiten Versuch 5,80 Meter erzielen konnte; die beiden anderen Versuche waren ungültig. Auf diese Weite kamen auch zwei weitere Springerinnen, die sich aufgrund des besseren zweiten Versuchs auf den Rängen sieben und acht einreihten. Für Kratzsch blieb demnach nur Platz neun - der erste Rang, der nicht für den Endkampf reichte. »Sie hätte noch einen guten Versuch gebraucht. Aber mehr als Rang acht wäre wahrscheinlich sowieso nicht drin gewesen«, sagte Weber.

Julius Schmidt legte über die 60 Meter Hürden ein ordentliches Ergebnis hin: 8,42 Sekunden im Vorlauf - mit 8,33 Sekunden wäre Schmidt sogar noch in den Zwischenlauf gerutscht. So war zwar bereits früh Endstation, doch Schmidt enttäuschte keineswegs.

Die 4x200-Meter-Staffeln des TSV konnten sich beide nicht für die Finalläufe qualifizieren. Julius Schmidt, Henryk Haffer, Sven Langer und David Dautfest rannten sehr ordentliche 1:31,80 Minuten, dies bedeutete Rang 11. Bei der weiblichen Jugend stoppte die Uhr für Ann-Sophie Könemann, Gesa Katharina Kratzsch, Louise Rettweiler und Stefanie Klopsch bei 1:45,44 Minuten (15.). Beide Quartetts hatten das Pech, dass sie auf ihre Topleute verzichten mussten. Christiane Klopsch wurde für die 400 Meter geschont, und Niklas Zender hatte sich einen Muskelfaserriss zugezogen und fiel für die Meisterschaften komplett aus.

Christoph Erler Zwölfter

Einziger Starter eines anderen heimischen Vereins war Christoph Erler vom LSC Bad Nauheim. Im ersten Versuch beim Diskuswurf der männlichen Jugend B kam der 15-Jährige auf 40,47 Meter und reihte sich unter den Top zehn ein. In den zwei weiteren Versuchen konnte sich der Schützling von Wolfgang Scheunemann nicht mehr steigern, die 40-Meter-Marke nicht mehr knacken und fiel somit auf Rang 13 zurück.

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